Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.05.2014

15:20 Uhr

Trotz neuem Gesetz

Visa und Mastercard weiter in Russland aktiv

Ab dem 1. Juli müssen die beiden US-Kreditkartenfirmen Visa und Mastercard Geld auf ein russisches Konto einzahlen, das im Konfliktfall beschlagnahmt werden kann. Dennoch machen sie weiter in Russland Geschäfte.

Trotz der russischen Gesetzesänderung bleiben Visa und Mastercard in Russland aktiv. dpa

Trotz der russischen Gesetzesänderung bleiben Visa und Mastercard in Russland aktiv.

MoskauDie US-Kreditkartenfirmen Visa und Mastercard wollen ihre Geschäftstätigkeit in Russland fortsetzen. Das kündigten die Russland-Chefs der beiden Unternehmen, Andrew Torre und Ilia Riabii, am Freitag auf dem Wirtschaftsgipfel in St. Petersburg an, wie russische Nachrichtenagenturen berichteten. Sie hätten der Regierung ihre Bedenken gegen deren geplantes neues Gesetz mitgeteilt, sagte Torre. Daraufhin sei ein erster Kompromiss mit den russischen Behörden gefunden worden.

Das Gesetz, das am 1. Juli in Kraft treten soll, sieht die Einrichtung eines Sonderkontos bei der russischen Zentralbank vor. Die ausländischen Kreditkartenunternehmen sollen dort Geld einzahlen, das beschlagnahmt werden kann, wenn die Firmen ihre Tätigkeit in Russland einstellen. Visa hatte daraufhin gedroht, die Geschäftstätigkeiten in Russland zu beenden, weil das Vorhaben das Unternehmen „mehrere hundert Millionen Dollar“ kosten werde.

Mastercard und Visa: Zerrieben zwischen den politischen Fronten

Mastercard und Visa

Zerrieben zwischen den politischen Fronten

Unternehmen bekommen einen Vorgeschmack auf mögliche Auswirkungen eines anhaltenden Wirtschaftskrieges zwischen West und Ost. Kreditkartenunternehmen wie Visa und Mastercard könnten zwischen den Fronten zerrieben werden.

Hintergrund des Moskauer Gesetzesvorhabens ist eine Entscheidung von Visa und Mastercard im März. Damals stellten beide Anbieter kurzzeitig den Zahlungsdienst für Kunden der Rossija-Bank und weiterer russischer Geldinstitute ein, nachdem die USA in der Krim-Krise Sanktionen gegen die Rossija-Bank verhängt hatten.

Ende März erklärte der russische Präsident Wladimir Putin, sein Land brauche eine nationale Gesellschaft für Kreditkarten. Solche Systeme funktionierten unter anderem in Japan und China sehr gut.

Von

afp

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×