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13.08.2016

09:00 Uhr

Türkei, Terror und Tsunami

Krisenzentrum hat Touristen im Blick

Wenn Tourismus auf Terrorismus trifft, ist ebenso wie bei Wirbelstürmen, Erdbeben oder Polit-Krisen eine schnelle Reaktion der Reiseveranstalter gefragt. Die Tourismus-Branche hält daher eigene Krisenzentren vor.

Ulrich Heuer, Leiter des Krisenzentrums Tui Deutschland, steht vor einem Monitor, der die aktuelle Weltlage in Urlaubsgebieten abbildet. dpa

Krisenzentrum von Tui Deutschland

Ulrich Heuer, Leiter des Krisenzentrums Tui Deutschland, steht vor einem Monitor, der die aktuelle Weltlage in Urlaubsgebieten abbildet.

HannoverUlrich Heuer tippt auf den Monitor mit der großen Weltkarte. „In diesem Augenblick sind weltweit gerade 227.703 Urlauber aus unserem Zuständigkeitsgebiet unterwegs“, sagt der 58-Jährige. Heuer leitet das Krisenzentrum der Tui Deutschland, das auch für Urlauber des weltgrößten Reisekonzerns aus Kundenländern wie Österreich, der Schweiz und Polen zuständig ist.

Zuletzt lief das Lagezentrum beim gescheiterten Putschversuch in der Türkei zur Höchstform auf. Der ansonsten leere Lageraum füllte sich, alle Informationskanäle glühten. Das eingespielte Team holte Informationen über Agenturmeldungen, das Auswärtige Amt und vor allem auch seine Mitarbeiter vor Ort ein.

Per Mausklick war den Krisenmanagern aufgrund der eingegangenen Informationen allerdings sofort klar, dass die Zahl der betroffenen Urlauber überschaubar war: Das Geschehen konzentrierte sich auf die zwei Städte Istanbul und Ankara. Dennoch: Die Lage galt als kritisch und wurde permanent genau beobachtet und analysiert, um Urlaubern und Veranstaltern konkrete Handlungsempfehlungen geben zu können.

Auf 250 bis 300 beobachtenswerte Ereignisse kommt Heuer weltweit pro Jahr. Dennoch sagt er: „Erstaunlicherweise ist die Zahl der jährlichen Krisen konstant geblieben, auch wenn das Thema Terror deutlich zugenommen hat.“

Die dadurch entstandene stärkere Bedrohung betrifft mittlerweile den Lebensalltag der Urlauber und hat auch Auswirkungen auf ihr Reiseverhalten. Terroranschläge in Europa, Brexit, Krisen in der Türkei oder Nordafrika: immer mehr Airlines oder Reiseunternehmen schauen mit Sorge auf ihre Gewinnprognosen.

Andere reagieren auf die veränderten Nachfrageströme durch den schnellen Zukauf von Hotel- und Flugkapazitäten in stärker nachgefragten Zielen. Der Schwerpunkt verlagert sich dabei vom östlichen zum westlichen Mittelmeer. Allein die Tui kaufte für Spanien Zusatzkapazitäten für 26 Millionen Euro.

Die allgemeine Verunsicherung macht Beratung immer wichtiger. „Alle spüren das“, sagt Torsten Schäfer vom Deutschen Reiseverband (DRV) in Berlin. Das gilt gerade auch in Krisenzeiten.

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