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23.07.2015

12:57 Uhr

Uber auf Expansionskurs

New Yorks Bürgermeister kapituliert vor Uber

Uber ist in New York kaum zu stoppen. Pläne von Bürgermeister de Blasio, das Wachstum des Mitfahrdienstes zu verlangsamen, stießen auf gewaltigen Widerstand. Uber und auch die Medien wetterten gegen das Stadtoberhaupt.

Uber-Fahrer protestieren gegen die Pläne von New Yorks Bürgermeister de Blasio, das Wachstum des Mitfahrdienstes zu mäßigen. ap

Protest in New York

Uber-Fahrer protestieren gegen die Pläne von New Yorks Bürgermeister de Blasio, das Wachstum des Mitfahrdienstes zu mäßigen.

New YorkDie Stadt New York hat ihre Pläne begraben, den umstrittenen Fahrdienst-Anbieter Uber auszubremsen. Der Stadtrat versenkte am Mittwoch seine Pläne, dem Unternehmen für ein Jahr lang nur ein Wachstum um ein Prozent zu erlauben. Die für diesen Zeitraum geplante Untersuchung, wie sich Fahrdienst-Anbieter wie Uber auf Verkehr und Umwelt auswirken, schrumpft auf vier Monate.

Uber hatte eine aggressive Kampagne gegen die Pläne gefahren und Bürgermeister Bill de Blasio persönlich ins Visier genommen. Das Unternehmen konnte sich zudem auf seine Beliebtheit bei den New Yorkern stützen. Auch die drei großen Zeitungen der Stadt hatten Stimmung gegen die Pläne der Verwaltung gemacht.

De Blasios Büro teilte am Mittwoch mit, die Pläne zur Begrenzung der Expansion von Uber seien vorerst auf Eis gelegt. Zunächst werde geprüft, welche Auswirkungen die Fahrdienste auf Verkehrsaufkommen und Umweltbelastung hätten. Diese Untersuchung werde bis Ende November dauern. Uber müsse im Gegenzug „mehr und exaktere Daten als bislang“ liefern. Der Kompromiss sei „schlau und fair“, erklärte De Blasio.

Kampf um die Fahrgäste

Taxigewerbe unter Druck

Für das Taxigewerbe war die Konkurrenz lange überschaubar – die Firmen konkurrierten nur untereinander. Doch derzeit geraten viele Unternehmen unter Druck. Neue Konkurrenz aus dem Internet reißt immer mehr Lücken in das klassische Geschäftsmodell. Ein Überblick.

MyTaxi schaltet Zentrale aus

Mit Apps wie MyTaxi können sich Passagiere ein Taxi finden, ohne dass ein Anruf in der Zentrale nötig wäre. Den Fahrern geht also kein Geschäft verloren, aber den Vermittlern. Die Taxizentralen versuchen mit einer eigenen App, sich die Konkurrenz vom Leib zu halten.

Uber buhlt direkt um die Gäste

Dienste wie Uber konkurrieren direkt mit den Taxiunternehmen um die Gäste. Das Start-up, das mit Google einen potenten Investor hat, betreibt selbst keine Wagen, sondern agiert als Vermittler, der eigenständigen Fahrern eine technische Plattform bietet. Damit wälzt es die Verantwortung ab: Für die Einhaltung der Bestimmungen sind die Fahrer zuständig. Viele Städte halten dieses Modell für unzulässig.

RideWith verbindet Fahrer und Mitfahrer

RideWith ist eine App des Google-Dienstes Waze und startet in Israel: Die Applikation soll Fahrer auf dem Weg zur Arbeit und zurück mit Mitfahrern verbinden. Waze erstellt Routen-Anweisungen auf Grundlage von Informationen der Nutzer über den Verkehrsfluss.

Carsharing als Alternative

Wer nach einem Kneipenabend nach Hause fahren will, kann natürlich nicht selbst fahren. In anderen Fällen sind Carsharing-Dienste aber durchaus eine Alternative. In den Großstädten wird das Netz an Fahrzeugen immer dichter, so dass Nutzer es nicht weit haben. Gerade an Bahnhöfen ist das Angebot groß.

Uber hatte dem Bürgermeister vorgeworfen, er wolle 10.000 Jobs vernichten und die von Taxis vernachlässigten Stadtteile jenseits von Manhattan eine wichtige Dienstleistung vorenthalten. Der Bürgermeister sei von den Taxiverbänden gekauft. Auch die drei großen New Yorker Zeitungen – „New York Times“, „New York Post“ und „Daily News“ – kritisierten das nun begrabene Gesetz heftig.

Uber vermittelt über Smartphone-Apps und im Internet Fahrten von Privatleuten und deren Autos. In New York sind nach Angaben des Unternehmens schon rund 20.000 Autos für Uber unterwegs – das sind mehr als die 13.587 Taxis in der Stadt. Und die Beliebtheit der berühmten „Yellow Cabs“ sinkt: Im April wurden täglich im Schnitt rund 435.500 Taxi-Fahrten registriert; zehn Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Von

afp

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