Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.08.2011

08:02 Uhr

Übernahmen in Europa

Lasst die Chinesen ruhig kommen!

VonFinn Mayer-Kuckuk

Die Angst geht um: Kaufen sich chinesische Firmen und Staatsfonds immer mehr in deutsche Unternehmen ein? Sie könnten ja die zuletzt stark gesunkenen Kurse nutzen. Es wäre sogar wünschenswert. Ein Kommentar.

Klassisches Cina: Darsteller einer chinesischen Oper. Quelle: AFP

Klassisches Cina: Darsteller einer chinesischen Oper.

Kurz hintereinander ist der chinesische Staat in den französischen Versorger GDF Suez und in die Munich Re eingestiegen – zwei alte europäische Schwergewichte. Droht jetzt ein Ausverkauf nach Fernost? Nutzt China die Schwäche des Westens schamlos aus? Sind unsere nationalen Interessen in Gefahr? Müssen durchschnittliche deutsche Arbeitnehmer bald womöglich Chinesisch lernen?

Die Antwort auf alle diese Fragen lautet „nein“. Im Gegenteil, wir sollten chinesische Investoren auf breiter Front willkommen heißen und ihnen möglichst gute Bedingungen bieten.

Es ist nicht das Geringste daran auszusetzen, wenn chinesische Institutionen sich während einer Börsenschwäche mit europäischen Aktien eindecken. Das stützt die Kurse und stärkt das Vertrauen in den Markt. Die europäischen Börsen sind dermaßen liquide, dass neue ausländische Investoren sie nicht aus dem Gleichgewicht bringen können. Neue, potente Käufer am Markt stärken vielmehr den Wert der eigenen Unternehmen. Wenn die Kurse wieder steigen, nützt das auch den einheimischen Anlegern.

Auch strategische Investoren aus China sollten willkommen sein. Bisher sind viel zu wenige davon in Deutschland aktiv. Wenn sich chinesische Großunternehmen deutsche Firmen schnappen, dann handelt es sich meistens ohnehin um Pleitekandidaten. Jüngstes Beispiel war der zahlungsunfähige Dichtungshersteller Saargummi, der glücklich bei einem Unternehmen aus der westchinesischen Stadt Chongqing unterkam. Die zahlungskräftigen Investoren aus Fernost treten hier als Retter auf, die Arbeitsplätze sichern.

Es wäre wünschenswert, wenn die Chinesen nicht nur angeschlagene Firmen übernehmen - schließlich ist eine Sanierung aus der Ferne auch nicht einfacher als im Inland. Firmenhochzeiten zwischen Ost und West unter positiven Vorzeichen würden Deutschland noch viel mehr bringen. Die deutschen Partner erhalten durch die chinesische Mutter einen Zugang zum größten Wachstumsmarkt dieses Planeten. Für manchen Mittelständler würde sich so die Nachfolgefrage lösen und zugleich große Expansionschancen auftun.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

17.08.2011, 12:58 Uhr

Geld haben die Chinesen genug. Also klauen sie das Know-How nicht wie bisher, sondern kaufen es einfach. Das Ergebnis ist bekannt, sie reißen den jeweiligen Markt an sich. Das Endergebnis: Die entsprechenden Produktionsbetriebe bei uns stehen über kurz oder lang vor der Pleite.

Uns steht langfristig das gleiche Schicksal bevor wie den USA: China kauft uns einfach komplett auf. Bleibt uns lediglich die Hoffnung, dass sie sich hier wohl weniger rabiat aufführen werden als in Tibet.

Pendler

17.08.2011, 13:14 Uhr

Auch wenn uns die Chinesen übernehmen und aufkaufen, so bleibt uns doch immer noch die Befriedigung, dass wir:
- unsere Kinder ohne Disziplin erzogen haben,
- die Eltern die Sklaven der Kinder wurden
- wir auch immer sehr darauf geachtet haben, dass der Hartz-IV Empfänger die selben Rechte hat, wie ein Herr Ackermann.



Account gelöscht!

17.08.2011, 14:30 Uhr

Zitat Pendler:

wir auch immer sehr darauf geachtet haben, dass der Hartz-IV Empfänger die selben Rechte hat, wie ein Herr Ackermann

Echt? Hab ich ja noch gar nicht gewußt^^ Was meinen sie denn Konkret? Achso - hab ich ja ganz vergessen - Herr Ackermann ist ja DER Oberleistungsträger unserer Gesellschaft wohingegen ein Arbeitsloser nur einen Euro hinzuverdienen darf sozusagen^^
Und die ganzen Aufstocker sind selber Schuld, wenn sie für den Hungerlohn, den die vom Herrn Ackermann finanzierten Firmen in Deutschland zahlen nicht leben können - schon klar^^
hartz4 Empfänger sind alles blöde...is ja auch klar

Merken sie nicht, wie sie genau in das Horn Tuten, das Ihnen die Medien und meinungsmacher hinhalten indem sie nur über die Extremfälle berichten?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×