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19.05.2011

15:12 Uhr

Überraschung bei Gehalts-Studie

Deutschlands geheime Top-Verdiener

VonRafael Bujotzek

Bei bestbezahlten Managern denken viele an die Autobranche oder an Banker. Tatsächlich beschäftigt sich der Top-Verdiener Deutschlands aber mit Sport. Das Gehalt von Europas Spitzenreiter grenzt fast an einen Skandal.

Sein lässiges Auftreten hat einen Grund: Puma-Manager Jochen Zeitz ist einer Studie zufolge der deutsche Manager mit dem höchsten Gehalt. 9,82 Millionen Euro verdiente er im vergangenen Jahr. Quelle: dapd

Sein lässiges Auftreten hat einen Grund: Puma-Manager Jochen Zeitz ist einer Studie zufolge der deutsche Manager mit dem höchsten Gehalt. 9,82 Millionen Euro verdiente er im vergangenen Jahr.

DüsseldorfIn der Rangliste der Bestverdiener steht Jochen Zeitz an der Spitze. Der langjährigen Vorstandsvorsitzende hatte erst im April seinen Posten als Vorstandsvorsitzender beim Sportartikelhersteller Puma abgegeben.

Seine persönliche Bilanz sieht blendend aus: Einer Studie zufolge ist Zeitz der deutsche Manager mit dem höchsten Gehalt. 9,82 Millionen Euro verdiente er im vergangenen Jahr, wie das "Manager Magazin" in Zusammenarbeit mit der Berliner Humboldt-Universität ermittelt hat. Und doch liegt Zeitz nur auf Platz 7 in Europa.

Trotz Ölkatastrophe sprudeln die Gehälter bei BP

Freut sich über ein Jahreseinkommen von 18,96 Millionen Euro: BP-Chef Bob Dudley ist trotz der Ölkatastrophe der Topverdiener. Quelle: dapd

Freut sich über ein Jahreseinkommen von 18,96 Millionen Euro: BP-Chef Bob Dudley ist trotz der Ölkatastrophe der Topverdiener.

Einsamer Spitzenreiter ist der Chef des britischen Ölriesen BP, Robert Dudley, mit einem Jahreseinkommen von 18,96 Millionen Euro. Damit hat Dudley fast doppelt so viel eingenommen wie Deutschlands führender Manager.

Der US-amerikanische Manager ersetzte nach dem Untergang der Ölbohrplattform "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko den Briten Tony Hayward an der Konzernspitze. Er war aber bereits vorher Teil des Topmanagement.

Mit weitem Abstand auf Platz zwei liegt der Chef des britischen Mobilfunkanbieters Vodafone Group, Vittorio Colao. Er verdiente im Jahr 2010 rund 12 Millionen Euro. Der Vorstandschef der spanischen Santander Bank, Alfredo Sáenz Abad, konnte im Jahr 2010 ein Gehalt von 11,8 Millionen Euro verbuchen.

Viele deutsche Spitzenverdiener

Weniger Gewinn, weniger Einkommen: In der Gehaltstabelle der Topmanager landet der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank AG, Josef Ackermann, nur auf Platz 14. Quelle: dapd

Weniger Gewinn, weniger Einkommen: In der Gehaltstabelle der Topmanager landet der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank AG, Josef Ackermann, nur auf Platz 14.

Weitere Spitzenverdiener aus Deutschland sind Martin Winterkorn, der VW-Lenker. Er bringt es mit 9,33 Millionen Euro Verdienst in 2010 auf Platz 9 der Rangliste. Medienunternehmer Mathias Döpfner, Chef der Axel Springer AG verdiente 2010 rund 8,95 Millionen Euro (Platz 11) und Siemens-Boss Peter Löscher kommt mit 8,91 Millionen Euro auf Platz 12. Josef Ackermann von der Deutschen Bank liegt mit 8,84 Millionen Euro auf Platz 14. Dieter Zetsche, die Nummer eins des Daimler-Konzerns, rangiert mit 8,69 Millionen Euro auf Platz 15. RWE-Chef Jürgen Großmann folgt auf Rang 16 mit einem Gehalt von 8,6 Millionen Euro.

Welche Krise?

Mit dem Ende der Wirtschaftskrise seien die Top-Gehälter 2010 stark gestiegen und näherten sich den Rekorden von 2007 an. Die Chefs der Dax-Unternehmen bekamen demnach ein Salär von durchschnittlich 4,58 Millionen - 26 Prozent mehr als in 2010. Die Nummer eins eines MDax-Unternehmens bekam im Schnitt 2,32 Millionen Euro, was einem Anstieg von 36 Prozent binnen eines Jahres entspricht.

Untersucht hat die Gehälter des vergangenen Jahres Joachim Schwalbach von der Berliner Humboldt-Universität. Er überprüfte alle Konzerne, die im europäischen Börsenindex Stoxx 50 gelistet sind. In die Untersuchung sind auch Aktienoptionen und andere langfristige Vergütungsbestandteile eingeflossen.

Kommentare (8)

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caxi

19.05.2011, 15:44 Uhr

Sind Sie Kommunist Herr Botzek? Kommunisten lieben das Arbeitstheorem: "Gleicher Lohn je Arbeitsstunde".

Aber sollte es denn nicht nach Leistung gehen? Hat Jochen Zeitz etwas nicht die Leistung gebracht? Als er Anfing war Puma 100 Mio. Wert - heute viele Millarden, da wird man ihm doch wohl zur Belohnung 2% abgeben dürfen.

Es gibt wohl niemendem, bei dem der Erfolg des Unternehmes so eindeutig auf einen Manager zurückzuführen wäre.

Und im Übrigen meine ich, dass der Linkstrend der CDU gestoppt werden muss.

90h_pro_Woche_Berufseinsteiger

19.05.2011, 15:53 Uhr

Warum sollte die Bezahlung leistungsgerecht sein? Sie ist genau wie alles andere das Resultat von Angebot und Nachfrage und da das Angebot derer, die sich in der Leitung eines DAX Konzerns bewiesen haben sehr gering ist sind ihre Gehälter hoch. Ich schätze die meisten könnten mit einem Firmenwechsel weitaus mehr verdienen. Siehe zB Anshu Jain von der DB, er hätte ohne weiteres einen Top Hedgefond zu leiten. Gehälter von erfolgreichen Hedgefondmanagern können ohne weiteres das 100dert fache betragen (Paulson Jahresgehalt 5 Mrd.). Es hat nichts mehr mit Leistung zu tun, sondern nur noch mit Erfolg auf der persönlichen Bilanz, die einen so rar macht, dass der Markt das Gehalt in die Höhe treibt. Vergleichbar mit Sportlern.

poldi

19.05.2011, 17:26 Uhr

Da gib es in Deutschland noch Manager die deutlich mehr bekommen.
Bei einer Bank in Frankfurt hat einer in der Zeit von 2007 bis
2009 ca. EUR 60 Mio bekommen. Allein für das Jahr 2009 ca.
EUR 25 Mio. Woher bekommen sie eigentlich ihre Info´s ?

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