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14.05.2013

13:12 Uhr

Überschuss eingebrochen

Bilfinger mit lahmen Jahresstart

Der Baukonzern Bilfinger bleibt hinter den Erwartungen. Der Gewinn geht um 30 Prozent zurück – der lange Winter und die schwache Konjunktur machen zu schaffen. Im Gesamtjahr erwartet Bilfinger aber Besserung.

Konzernchef Koch (l.) auf der Baustelle: Bilfingers Gewinn geht im Auftaktquartal um 30 Prozent zurück. dapd

Konzernchef Koch (l.) auf der Baustelle: Bilfingers Gewinn geht im Auftaktquartal um 30 Prozent zurück.

FrankfurtDer lange Winter und die schleppende Konjunktur haben beim Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger den Gewinn im ersten Quartal geschmälert. Das um Verkaufsgewinne bereinigte operative Ergebnis (Ebita) fiel um 18 Prozent auf 56 Millionen Euro, wie das Mannheimer Unternehmen am Dienstag mitteilte. Der bereinigte Überschuss brach sogar um gut 30 Prozent auf 29 Millionen Euro ein.

„In allen Segmenten ist festzustellen, dass nach wie vor fehlende konjunkturelle Impulse in Europa zu einer Zurückhaltung der Kunden führen“, erläuterte Bilfinger. Außerdem habe die Bausparte unter dem langen Winter gelitten. Rund 80 Prozent seiner Leistungen erzielt der Konzern in Europa, diese ging in den ersten drei Monaten insgesamt um vier Prozent auf 1,87 Milliarden Euro zurück. In Skandinavien, Großbritannien und Nordamerika sei die Nachfrage zufriedenstellend gewesen.

Das sind Europas größte Baukonzerne

Platz 9

NCC AB – 8,42 Milliarden Euro Umsatz

Das schwedische Unternehmen mit seinen knapp 18.000 Mitarbeitern wurde erst 1988 gegründet. Heute besteht es aus vier großen Geschäftsbereichen, unter anderem „NCC Housing“ und „NCC Roads“.

Platz 8

Ferrovial (Spanien) – 9,7 Milliarden Euro Umsatz

Das Unternehmen aus Madrid baut und betreibt auch Autobahnen und Flughäfen. Der Konzern errichtete unter anderem das Guggenheim-Museum in Bilbao.

Platz 7

Balfour Beatty (Großbritannien) - 11,63 Milliarden Euro Umsatz

Bereits seit 1909 sind die traditionsreichen Briten im Baugeschäft tätig und gehören zu den Platzhirschen in Europa. Die Londoner beschäftigen europaweit rund 30.000 Mitarbeiter.

Platz 6

Strabag (Österreich) – 13,12 Milliarden Euro Umsatz

Aus Wien in die Welt: Die Österreicher haben vor allem in Osteuropa expandiert. Seit 2014 konnte der Konzern den zuvor stark abgerutschten Umsatz stabilisieren und zuletzt wieder leicht steigern.

Platz 5

Eiffage (Frankreich) – 14,06 Milliarden Euro Umsatz

Neben einigen TGV-Trassen gehört auch die Erweiterung des EU-Parlaments zu den großen Projekten des Konzerns. In Deutschland sind rund 3.000 Eiffage-Mitarbeiter beschäftigt.

Platz 4

Skanska (Schweden) - 16,36 Milliarden Euro Umsatz

Kaum eine Straße, ein Kraftwerk oder Bürogebäude in Schweden ist ohne Beteiligung des skandinavischen Bauriesen entstanden. Auch international sind die Schweden aus Solna mittlerweile breit aufgestellt.

Platz 3

Bouygues (Frankreich) - 32,43 Milliarden Euro Umsatz

Neben Immobilien und dem Straßenbau ist der Pariser Konzern Großaktionär des französischen Fernsehsenders TF1. 2015 musste das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr leichte Umsatzeinbußen hinnehmen.

Platz 2

ACS (Spanien) - 34,93 Milliarden Euro Umsatz

Die Spanier haben in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Allein in den vergangenen drei Jahren stieg der Umsatz um rund zehn Milliarden Euro und ACS klettert das Treppchen weiter hoch. Zum Konzern gehört auch das deutsche Unternehmen Hochtief.

Platz 1

Vinci (Frankreich) – 38,52 Milliarden Euro Umsatz

Der größte Baukonzern Europas ist auch der größte Baukonzern der Welt und in der Kleinstadt Rueil-Malmaison nahe Paris beheimatet. Dem Konzern gehört unter anderem die Hälfte aller französischen Autobahnen. 2015 verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzminus von knapp 0,5 Prozent.

Quelle: Deloitte

Die Zahlen lagen allesamt etwas unter den Erwartungen der von Reuters befragten Analysten, die im Schnitt mit einer Leistung von 1,94 Milliarden Euro und einem Ebitda von 60 Millionen Euro gerechnet hatten. Dementsprechend notierten die Bilfinger-Aktien zu Handelsbeginn knapp ein Prozent im Minus.

Im Jahresverlauf erwartet Bilfinger aber eine Besserung der Konjunktur und hält deshalb auch an seinen Prognosen fest. Das um Veräußerungsgewinne und akquisitionsbedingte Abschreibungen bereinigte Ebitda und der bereinigte Überschuss „werden im laufenden Geschäftsjahr bei höherer Marge erheblich steigen“, hieß es im Quartalsbericht.

„Die Erreichung der Prognosen ist möglich, aber herausfordernd„, sagte Vorstandschef Roland Koch am Dienstag in einer Telefonkonferenz. Sie erfordere eine Kraftanstrengung aller Mitarbeiter, es gebe „nicht viele Reserven“. Bilfinger setzt dabei auf Nachholeffekte, weil einige Projekte wegen des langen Winters im ersten Quartal auf Eis gelegt wurden. Außerdem sei eine Besserung der konjunkturellen Lage in Sicht, erläuterte Koch. „Wir sehen gute Voraussetzungen, Aufträge mit besseren Margen zu gewinnen"“ sagte der Vorstandschef. Vor allem im größten Geschäftsfeld Industrial und im Wachstumssegment Power erwarte er einen Anstieg der Leistung und einer Verbesserung der operativen Rendite (Ebita-Marge) im Gesamtjahr.

Von

rtr

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