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22.11.2013

17:01 Uhr

Ulrich Schumacher

Zumtobels neue Leuchte

VonHans-Peter Siebenhaar

Ex-Infineon-Chef Ulrich Schumacher kehrt als Vorstandschef des Leuchtenherstellers Zumtobel auf die Bühne zurück. „Ich bereue gar nichts“, sagt der ehemalige Börsenstar, der gleich mal mit den Vorgängern abrechnet.

Ulrich Schumacher beim Premieren-Auftritt in Wien: „Ich neige von Natur aus dazu, lieber schneller als langsamer unterwegs zu sein“. Reuters

Ulrich Schumacher beim Premieren-Auftritt in Wien: „Ich neige von Natur aus dazu, lieber schneller als langsamer unterwegs zu sein“.

WienUlrich Schumacher hatte sich den Ort für seinen ersten Auftritt als neuer Chef des Leuchtenherstellers Zumtobel gut ausgewählt. In perfekt ausgeleuchteten, ganz in unschuldigem Weiß gestalteten Showroom in Wien, wenige Schritte entfernt vom Stephansdom, präsentierte sich der einstige CEO des Halbleiterherstellers Infineon erstmals als Leiter des Vorarlberger Unternehmens.

Bei dem börsennotierten Konzern hat der 55-jährige Manager viel vor. Er will das österreichische Unternehmen mit einem kompletten Umbau einschließlich eines Personalabbaus wieder zu einer renditestarken Firma machen. Schumacher ist kein Chef der 100 Tage braucht, um seine Strategie zu entwickeln. „Ich neige von Natur aus dazu, lieber schneller als langsamer unterwegs zu sein“, sagte der Manager am Freitag, der seit dem 1. Oktober das Unternehmen führt. Bereits Anfang Dezember will er seine ehrgeizigen Pläne offen legen. „Es ist mein Auftrag, die Zumtobel-Gruppe als Ganzes zu optimieren“, sagte der Sanierungsexperte.

Aller Voraussicht nach wird das auch die Schließung mancher unrentablen Fabrik von Zumtobel bedeuten. Von den zehn Standorten ist derzeit nur das Stammwerk im österreichischen Dornbirn rentabel. „Wir werden ab Dezember im Leuchtengeschäft alle Werke weltweit in nur noch einen globalen Bereich zusammenfassen mit dem Ziel, Kostenstruktur und Auslastung deutlich zu verbessern“, kündigte der Manager an.

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Über viele Jahre war Schumacher quasi wie vom Erdboden verschluckt. Ein paar Jahre arbeitete er im Silicon Valley bei dem Finanzinvestor Francisco Partner, später als Präsident bei dem chinesischen Halbleiterhersteller Grace Semiconductor in Shanghai und schließlich bei der Schweizer Investmentfirma CGS DS. Privat hat sich der lebensfrohe Manager im schweizerischen Nobelort Salenstein am Bodensee niedergelassen.

Noch immer ist Schumacher eine Manager-Ikone, wenn auch eine umstrittene. Der vom einstigen Siemens-Chef Heinrich von Pierer geförderte Rheinländer brachte Infineon im Jahr 2000 an die Börse. Unvergessen sind die Bilder, als der promovierte Elektroingenieur im Formel-1-Look im Porsche vor die Frankfurter Börse rauschte. Damals ahnten weder der mit großem Selbstbewusstsein ausgestattete Vorstandschef noch seine Hundertausenden von Aktionären, dass die Aktie des Halbleiterherstellers sich zu einem Desaster entwickeln wollte.

Kommentare (1)

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22.11.2013, 17:27 Uhr

Klar. VIEL Schneller zum Verlierer werden. Armer Typ. Wurde unter Siemens zum Vollblutschwätzer.

Gruß,
ein Ex-Vorstandsmitglied

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