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27.01.2010

09:27 Uhr

Umfrage

CEOs unterstützen mehr Kontrolle durch Staat

VonDieter Fockenbrock

Zum Auftakt der Wirtschaftsforums liegen die Einschätzungen von Marktbeobachtern und Managern über die globale Entwicklung noch weit auseinander. Nur im generellen Trend sind sich alle weitgehend einig: Er zeigt aufwärts. Die Frage ist, wie schnell und nachhaltig ist die Erholung?

Laut einer Umfrage blicken deutsche Manager zuversichtlich in die Zukunft. dpa

Laut einer Umfrage blicken deutsche Manager zuversichtlich in die Zukunft.

HB DAVOS. Die Unternehmensberatung PwC erforscht vor Davos wie jedes Jahr die Stimmung unter Führungskräften. Die Nebel über der Weltwirtschaft haben sich nicht verzogen. Die Macher aus den großen Konzernen sehen 2010 als das Jahr des Aufschwungs. Vor allem im zweiten Halbjahr glauben zwei Drittel von 1 200 Spitzenmanagern fest an die Trendwende Richtung Wachstum. Die Analysten der Weltbank dagegen sind eher skeptisch. Erst im kommenden Jahr, so die vor wenigen Tagen vorgelegten "Global Economic Prospects 2010", werde das Weltwirtschaftswachstum über drei Prozent klettern, nach 2,7 Prozent im laufenden Jahr.

Die Manager sehen das genau anders herum. Laut der traditionellen Studie "Annual Global CEO Survey" der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PwC) im Vorfeld des Weltwirtschaftsforums ist für die "weltweite Management-Elite das Ende der Wirtschaftskrise in Reichweite". Nur ein Drittel rechnet mit einer Erholung erst 2011. Noch optimistischer sind die Manager, wenn sie nach den Perspektiven des eigenen Unternehmens befragt werden. Hier gehen sogar 81 Prozent von steigenden Erlösen im laufenden Jahr aus. "Die Wirtschaftsführer haben ihre Zuversicht wiedergefunden", sagt Hans Wagener, Sprecher des Vorstands von PwC Deutschland.

Was noch mehr überrascht: Die Zugkräfte der Weltwirtschaft werden aus den Schwellenländern Asiens und Südamerikas kommen - und aus Deutschland. Denn die befragten deutschen Vorstandschefs sind gemessen an den Erwartungen ihrer Kollegen in den anderen westeuropäischen Ländern besonders zuversichtlich. Hier zu Lande rechnen vergleichbar viele Topmanager wie in Schwellenländern mit wieder deutlich anziehenden Geschäften. Wagener erklärt sich diese Sonderrolle so: "In Deutschland hat die Krise die Bevölkerung in ihren ganzen Breite gar nicht erreicht. In den USA etwa ist die Krise im täglichen Umfeld zu besichtigen." Hinzu komme, dass die heimischen Konzerne dazugelernt hätten: In der letzten Aufschwungphase seien eher drei Schichten gefahren worden, als dass Überkapazitäten aufgebaut wurden.

Der Optimismus wird allerdings keinen Beschäftigungsboom auslösen. Im Gegenteil: Deutsche Konzerne wollen zu 40 Prozent Personal abbauen, nur 27 Prozent beabsichtigen, neue Stellen zu schaffen. Ganz anders die Schwellenländer: Allen voran brasilianische Firmen geben zu mehr als 60 Prozent an, neue Jobs zu schaffen. Diese Diskrepanz zwischen Wachstumserwartung und Stellenplanung lässt sich für Deutschland unter anderem mit dem massiv ausgeweiteten Kurzarbeitergeld begründen. Davon profitierten zeitweise bis zu 1,5 Millionen Arbeitnehmer. Doch die Unternehmen sind sich laut Wagener bewusst, dass die Beschäftigung dem teilweise drastisch geringeren Umsatzniveau angepasst werden muss. So erklärt sich der Pessimismus über die Beschäftigungsentwicklung in Deutschland.

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