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08.01.2015

13:48 Uhr

Umfrage

Jedes zweite Unternehmen zahlt betriebliche Zusatzleistungen

Beteiligung an Handykosten, Essenszuschuss oder Mitarbeiter-Rabatt: Viele Unternehmen zahlen ihren Mitarbeitern einer Umfrage zufolge steuerfreie Zuzahlungen – als Alternative zur Gehaltserhöhung.

Anstatt einer Erhöhung des Gehalts bieten Unternehmen ihren Mitarbeitern häufig andere Zuzahlungen. dpa

Anstatt einer Erhöhung des Gehalts bieten Unternehmen ihren Mitarbeitern häufig andere Zuzahlungen.

FrankfurtAls Alternative zur Gehaltserhöhung zahlt mehr als jedes zweite deutsche Unternehmen seinen Angestellten einer Umfrage zufolge steuerfreie Zuzahlungen. Am weitesten verbreitet sei die Übernahme der Handykosten oder die Beteiligung an der Mobilfunkrechnung, teilte das Beratungsunternehmen Towers Watson am Donnerstag unter Berufung auf eine Umfrage unter 500 Unternehmen mit. Drei von vier Unternehmen mit sogenannten geldwerten Leistungen zahlten dies ihren Angestellten.

74 Prozent bieten demnach sogenannte Arbeitgeberdarlehen an, oft zu besonders günstigen Konditionen. Ebenfalls weit verbreitet seien Essensschecks oder ein vergünstigter Mittagstisch in der firmeneigenen Kantine. Gut 40 Prozent der Unternehmen böten dies an. Auf den Plätzen vier und fünf der häufigsten steuerfreien Zuzahlungen stehen laut Towers Watson Rabatte auf Firmenprodukte und Unterstützung bei der Kinderbetreuung.

Alternativen zur Gehaltserhöhung

Kalte Progression

Sicher, über Gehaltserhöhungen freut sich jeder. Aber nicht immer ist eine Gehaltserhöhung sinnvoll: Etwa, wenn die kalte Progression zuschlägt und der Arbeitnehmer wegen der erhöhten Abgabenlast nichts mehr vom Zuschlag hat. Doch es gibt jede Menge Möglichkeiten, dem Mitarbeiter Gutes zu tun. (Quelle: CIO)

Dienstrad statt Dienstwagen

Nach wie vor heißgeliebt: der Dienstwagen. Doch nicht jeder Mitarbeiter ist schon auf einer Gehaltsstufe, die einen Dienstwagen erlaubt – und nicht jeder will einen. Zudem müssen Unternehmen oft mit ihren Mitarbeitern komplizierte Verträge schließen. Gerade in großen Städten ist das Rad eine umweltfreundliche und schnelle Alternative. Vorteil: Die Nutzung des Dienstrads ist privat uneingeschränkt möglich, ohne dass Verträge geschlossen werden müssen.

Leasingverträge für Smartphones, Notebooks und Tablets

Wenn der Arbeitgeber keine Diensthandys zur Verfügung stellt, gibt es zudem die Möglichkeit, dass der Mitarbeiter über das Unternehmen ein Smartphone least. Das gilt natürlich für allerlei Elektrogeräte, etwa Notebooks, Computer oder Tablets. Für Wartung und Reparatur ist aber der Mitarbeiter selbst zuständig – und schenken darf die Firma dem Angestellten nach Ablauf des Leasingvertrags das Gerät auch nicht. Alternativ kann der Arbeitgeber sich auch an der Telefonrechnung des Mitarbeiters beteiligen.

Sachzuwendungen per Prepaid-Kreditkarte

Lange waren Tankgutscheine in Mode – doch die Handhabung erwies sich als zu kompliziert. Das hat auch der Gesetzgeber erkannt. Inzwischen darf der Arbeitgeber seinem Angestellten Sachzuwendungen in Höhe von 44 Euro zukommen lassen – jeden Monat. Auszahlen darf das Unternehmen die 44 Euro nicht – sonst wären Steuern fällig. Stattdessen kann ein Unternehmen auf Prepaid-Kreditkarten setzen. Einfach mit 44 Euro jeden Monat aufladen – und der Mitarbeiter kann sie ausgeben, wofür er möchte.

Kleine Geschenke

Vorsicht: Zahlt der Arbeitgeber einen Zuschuss zur Monatskarte für den ÖPNV, kann er seinem Mitarbeiter die 44 Euro nicht mehr auf die Prepaid-Kreditkarte laden. Doch auch da gibt es Alternativen: So kann ein Unternehmen über „anlassbezogene Zuwendungen“ dem Mitarbeiter etwa schenken. Ein Anlass kann zum Beispiel ein Geburtstag oder ein Jubiläum sein. Drei Mal im Jahr kann das Unternehmen so im Wert von 40 Euro ein Geschenk machen.

Fast wie Bargeld

Stellt das Unternehmen dem Mitarbeiter einen Aufkleber für Auto oder Moped mit dem Firmenlogo zur Verfügung, sind das 21 Euro im Monat. Rabatte auf die eigenen Produkte für Mitarbeiter sind bis zu 1.080 Euro im Jahr steuerfrei und fast wie Bargeld.

Essenszuschüsse

Gern genommen sind auch Zuschüsse zum Essen. Dabei gibt es viele Möglichkeiten. So kann eine Firma dem Mitarbeiter jeden Tag für 3,80 Euro das Kantinenessen bezuschussen. In Form von Essensschecks können sogar 6,10 Euro fürs Restaurant bezuschusst werden. Die zusätzlichen drei Euro müssten dann vom Arbeitgeber pauschal versteuert werden. Besonders praktisch: Die Essenschecks können auch im Supermarkt eingelöst werden.

Weiterbildung

Schlauer als vorher: Ein Arbeitnehmer kann auch in Weiterbildungen für seine Mitarbeiter investieren und für sie keine Steuern oder Abgaben zahlen, solange klar ist, dass die Weiterbildung direkt für den Job anwendbar ist.

Kitazuschuss

Ein Unternehmen kann außerdem anbieten, dem Mitarbeiter einen Zuschuss zu den Betreuungskosten für die Kinder zu leisten. Er ist ebenfalls steuer- und sozialabgabenfrei und kann das Budget einer Familie entlasten.

Gesundheit und Vorsorge

Auch für die Gesundheit des Mitarbeiters kann ein Unternehmen für 500 Euro im Jahr Ausgaben tätigen. Darunter fallen auch Sportkurse oder Yoga-Stunden im Betrieb. Mitarbeiter müssen sich bei all den Alternativen zur Gehaltserhöhung allerdings im Klaren darüber sein: Alle on-top-Leistungen werden nicht in die Rentenkasse eingezahlt. Experten gehen nicht davon aus, dass der Rentenanspruch dadurch stark beeinflusst wird. Aber eine Rechnung aufstellen schadet auf keinen Fall.

Von

afp

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