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28.08.2013

10:16 Uhr

Umlaute in Firmennamen

Ohne Ö fehlt dir was

„Made in Germany“ ist aller Welt präsent. Autos, Maschinen, High-Tech – vieles ist ein wahrer Renner. Nur bei den Namen wird es heikel im Export. Zwei kleine Pünktchen sind nicht gern gesehen.

Die Punkte sind die Marke. Doch den internationalen Kunden zu liebe werden sie auch schon mal weggelassen. dpa

Die Punkte sind die Marke. Doch den internationalen Kunden zu liebe werden sie auch schon mal weggelassen.

HannoverAlles Mögliche schickt die stolze Exportnation Deutschland in die weite Welt. Nur ihr Ä, Ö und Ü nicht so gerne. Dabei prägen Umlaute vom Reinigungstechniker (Kärcher) über Befestigungsspezialisten (Würth) oder Finanzplätze (Deutsche Börse) bis hin zur Spirituose (Jägermeister) die Realität vieler Firmen. Selbst das Bier ist davor nicht sicher, ob nun einfach wie bei König Pilsener und Tannenzäpfle oder doppelt wie bei Löwenbräu.

Ein Beispiel gibt Dürr, der Weltmarktführer für Autolackieranlagen aus dem schwäbischen Bietigheim-Bissingen. Dürr ist in der deutschen Wirtschaftsgeschichte ein bekannter Name, allein schon wegen Heinz Dürrs Managerfunktionen bei AEG und der Bahn. Das ü stiftet also eine klare Identität - und sei daher auch überall auf der Welt Bestandteil des Markenauftritts, sagt Dürr-Sprecher Mathias Christen. „Aber das Online-Zeitalter brachte auch eine andere Schreibweise.“ Im globalen Geschäftsverkehr werde aus Dürr der Einfachheit halber Durr. Auch der Internetauftritt lautet daher durr.com und nicht etwa duerr.com.

Dieses pragmatische Vorgehen erleichtert vieles. So berichtet etwa Alex Cruz, Dürr-Personalchef in Brasilien, dass Brasilianer - wenn sie den Firmennamen für ihre Ohren normal aussprechen - „Duhr“ sagen, was international ja so gewollt ist. Versuchten Brasilianer aber das Ü zu imitieren, werde daraus eben nicht Dürr, sondern eher „Du-err“.

„Wir wissen, dass Umlaute im Ausland meistens problematisch sind“, sagt Sybille Kircher. Die Sprachwissenschaftlerin und Markenexpertin ist Mitbegründerin der Agentur Nomen International aus Düsseldorf - ein Spezialist für Namensgebung im globalen Kontext, der etwa die Namen der Volkswagen-Modelle Touran und Crafter entwickelte. „Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass es in manchen Bereichen im internationalen Umfeld funktioniert, sich mit Umlauten interessant zu machen“, meint Kircher. Doch die Hürden seien relativ groß: „Es geht ja auch darum, dass Namen im Internet schnell gefunden werden sollen und dass sie sich am Telefon leicht aussprechen lassen.“

Kommentare (5)

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RumpelstilzchenA

28.08.2013, 12:30 Uhr

Warum gibt es die Umlaute in der deutschen Sprache noch? Alles wir amerikanisiert, Anglizismen werden eingeführt! In 20 Jahren wird es die deutsche Sprache höchstwahrscheinlich gar nicht mehr geben.

modjo

28.08.2013, 13:40 Uhr

In Amerika verkauft Schwarzkopf seine "got to be" Serie als "Göt to be" weils interessanter ist.
Das muß man sich mal vorstellen Eine deutsche Firma hat englische Namen für ihre Produkte in Deutschland und im Ausland wird es verdeutscht.

Und die Amerikanische Firma Garmin verkauft ein Produkt als Nüvi um es interessanter zu machen.

Ich glaube nicht das es ein manko ist...

SIMG

28.08.2013, 13:45 Uhr

Also ich mache im asiatischen Ausland eher gegenteilige Erfahrungen. Deutsche Marken und Produkte sind sehr beliebt, deswegen wird die Herkunft durch die Umlaute sogar zusaetzlich betont. Ausserdem scheinen die Punkte ueber den Vokalen eine gewisse Attraktivitaet fuer den Namen haben.
Es kommt deswegen auch vor, dass nicht-deutsche Produkte oder Namen einen Umlaut verpasst kriegen.

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