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23.08.2013

12:57 Uhr

Umsatzplus in Gefahr

Baubranche muss trotz Auftragsplus um Prognose bangen

Im Juni hat die deutsche Bauindustrie rund neun Prozent mehr Aufträge bekommen. Trotzdem muss die Branche um das angestrebte Umsatzplus für 2013 bangen – allerdings nicht wegen der Konjunktur.

Eine Baustelle in Stuttgart. Das Baugewerbe hat im Juni deutlich mehr Aufträge erhalten. Trotzdem ist die Prognose in Gefahr. dpa

Eine Baustelle in Stuttgart. Das Baugewerbe hat im Juni deutlich mehr Aufträge erhalten. Trotzdem ist die Prognose in Gefahr.

Wiesbaden/BerlinTrotz eines kräftigen Auftragsplus im Juni wackeln die Geschäftserwartungen der deutschen Bauindustrie. Das für das Gesamtjahr angestrebte Umsatzplus von nominal zwei Prozent sei kaum noch zu erreichen, weil wegen des schlechten Wetters zu viele Arbeiten liegengeblieben seien, sagte der Sprecher des Bauindustrieverbandes, Heiko Stiepelmann. Im ersten Halbjahr lagen die Umsätze des Bauhauptgewerbes laut Mitteilung des Statistischen Bundesamtes vom Freitag mit 37,2 Milliarden Euro rund 5,1 Prozent unter dem Niveau aus dem Vorjahr.

Es sei für die Firmen schon technisch schwierig, im zweiten Halbjahr die Rückstände aufzuholen, sagte Stiepelmann. Er verwies auf die schwierigen Wetterverhältnisse im ersten Halbjahr mit langem Frost und Überschwemmungen. „Erst ab Mitte Juni konnte so richtig gebaut werden.“ Auch die große Hitze im Juli sei insbesondere für den Tiefbau schwierig gewesen. Ende Juni 2013 waren im Hoch- und Tiefbau 741 000 Menschen beschäftigt, 14 500 weniger als im Vorjahr.

Das sind Europas größte Baukonzerne

Platz 9

NCC AB – 8,42 Milliarden Euro Umsatz

Das schwedische Unternehmen mit seinen knapp 18.000 Mitarbeitern wurde erst 1988 gegründet. Heute besteht es aus vier großen Geschäftsbereichen, unter anderem „NCC Housing“ und „NCC Roads“.

Platz 8

Ferrovial (Spanien) – 9,7 Milliarden Euro Umsatz

Das Unternehmen aus Madrid baut und betreibt auch Autobahnen und Flughäfen. Der Konzern errichtete unter anderem das Guggenheim-Museum in Bilbao.

Platz 7

Balfour Beatty (Großbritannien) - 11,63 Milliarden Euro Umsatz

Bereits seit 1909 sind die traditionsreichen Briten im Baugeschäft tätig und gehören zu den Platzhirschen in Europa. Die Londoner beschäftigen europaweit rund 30.000 Mitarbeiter.

Platz 6

Strabag (Österreich) – 13,12 Milliarden Euro Umsatz

Aus Wien in die Welt: Die Österreicher haben vor allem in Osteuropa expandiert. Seit 2014 konnte der Konzern den zuvor stark abgerutschten Umsatz stabilisieren und zuletzt wieder leicht steigern.

Platz 5

Eiffage (Frankreich) – 14,06 Milliarden Euro Umsatz

Neben einigen TGV-Trassen gehört auch die Erweiterung des EU-Parlaments zu den großen Projekten des Konzerns. In Deutschland sind rund 3.000 Eiffage-Mitarbeiter beschäftigt.

Platz 4

Skanska (Schweden) - 16,36 Milliarden Euro Umsatz

Kaum eine Straße, ein Kraftwerk oder Bürogebäude in Schweden ist ohne Beteiligung des skandinavischen Bauriesen entstanden. Auch international sind die Schweden aus Solna mittlerweile breit aufgestellt.

Platz 3

Bouygues (Frankreich) - 32,43 Milliarden Euro Umsatz

Neben Immobilien und dem Straßenbau ist der Pariser Konzern Großaktionär des französischen Fernsehsenders TF1. 2015 musste das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr leichte Umsatzeinbußen hinnehmen.

Platz 2

ACS (Spanien) - 34,93 Milliarden Euro Umsatz

Die Spanier haben in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Allein in den vergangenen drei Jahren stieg der Umsatz um rund zehn Milliarden Euro und ACS klettert das Treppchen weiter hoch. Zum Konzern gehört auch das deutsche Unternehmen Hochtief.

Platz 1

Vinci (Frankreich) – 38,52 Milliarden Euro Umsatz

Der größte Baukonzern Europas ist auch der größte Baukonzern der Welt und in der Kleinstadt Rueil-Malmaison nahe Paris beheimatet. Dem Konzern gehört unter anderem die Hälfte aller französischen Autobahnen. 2015 verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzminus von knapp 0,5 Prozent.

Quelle: Deloitte

Die Umsatzdelle sei aber eindeutig saisonal und nicht konjunkturell begründet. Nach dem schwachen Start ins Jahr haben sich die Orderbücher der Bauunternehmen wieder gefüllt. Im Juni stiegen die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe im Vergleich zum Vorjahr preisbereinigt um 9,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Dabei nahm dabei die Nachfrage im Hochbau um 12,4 Prozent zu, im Tiefbau um 5,6 Prozent.

Wachstumstreiber, so der Verband, bleibe der Wohnungsbau. Dieser sei getragen von einer auch mittelfristig stabilen Nachfrage in den Ballungsräumen und fehlenden Alternativen für Anleger.

Von

dpa

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