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09.06.2011

00:00 Uhr

Umsatzstärke

VW und Daimler holen Ölriesen ein

Rasant steigende Ölpreise und eine starke Nachfrage bescheren Mineralölfirmen traumhafte Umsatzzahlen. Doch im Ranking Europas größter Konzerne kommen Deutschlands Autobauer den Ölgiganten gefährlich nah.

Ein Mercedes-Stern Quelle: dapd

Ein Mercedes-Stern

DüsseldorfDer niederländisch-britische Konzern Royal Dutch Shell ist Europas umsatzstärkstes Unternehmen. Dank rasant steigender Ölpreise und starker Nachfrage der Industrie stieg der Umsatz des Ölriesen im abgelaufenen Geschäftsjahr um 40 Prozent auf 279 Milliarden Euro. Nur der US-Einzelhandelskonzern Wal-Mart konnte mit umgerechnet 317 Milliarden Euro 2010 weltweit mehr umsetzen. Auf Platz zwei liegt in Europa der britische Ölkonzern BP, der allerdings nach der Ölkatastrophe am Golf von Mexiko mit 2,8 Milliarden Euro den größten Verlust in Europa verbuchte. Auf Rang drei folgt mit dem französischen Unternehmen Total ebenfalls ein Mineralölkonzern.

Erst auf Platz vier kommt mit Volkswagen der erste klassische Industriekonzern. Daimler schob sich von Rang neun auf sechs. Die Autobauer profitierten von der weltweiten Nachfrage und ihrer starken Präsenz in China. Mit Gazprom rückt erstmals ein russisches Unternehmen in die Top Ten vor.

Insgesamt beschäftigen die vom Handelsblatt ermittelten 500 größten börsennotierten europäischen Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen weltweit 26 Millionen Menschen, gut 130 000 mehr als im Vorjahr. Rund 18 Millionen arbeiten in Europa. Damit sind 5,7 Prozent aller Erwerbstätigen in Gesamteuropa bei einem der Top-500-Konzerne angestellt.

Mit 616326 Beschäftigten ist der britisch-dänische Sicherheits- und Militärdienstleister Group-4-Securicor Europas größter Arbeitgeber, obwohl das Unternehmen, das in über 100 Ländern präsent ist, beim Umsatz nur die Nummer 194 ist. Auf Flughäfen durchleuchten Group-4-Securicor-Angestellte das Handgepäck, und für den Einzelhandel wickeln sie die Geldtransporte ab. Für Sicherheit sorgt das 2004 fusionierte Unternehmen in Krisenregionen wie Afghanistan und im Nahen Osten. Vor der Küste von Somalia begleitet Group-4-Securicor Handelsschiffe, um sie vor Angriffen von Piraten zu schützen.

Deutschlands größter Arbeitgeber hat kräftig abgespeckt. Die Deutsche Post beschäftigte zum Jahresschluss 2010 noch 418 946 Angestellte - 32 569 weniger als zwölf Monate zuvor. Beteiligungsverkäufe und Personalabbau lassen den ehemaligen Staatskonzern schrumpfen. In nur drei Jahren verließen 117 494 Angestellte den Konzern.

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