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30.05.2014

18:12 Uhr

Umstrukturierung

Bilfinger verkauft Tiefbau-Sparte

Bis zu 200 Millionen Euro sind das Ziel: Bilfinger verkauft seine Tiefbau-Sparte. Vor allem Wettbewerber wie Strabag oder Porr sollen angesprochen werden. Bilfinger konzentriert sich immer mehr auf Dienstleistungen.

Das Logo des Dienstleistungs- und Baukonzerns Bilfinger: Bilfinger hatte Anfang Mai angekündigt, die Tiefbau-Sparte zu verkaufen. dpa

Das Logo des Dienstleistungs- und Baukonzerns Bilfinger: Bilfinger hatte Anfang Mai angekündigt, die Tiefbau-Sparte zu verkaufen.

FrankfurtBilfinger hat den Verkauf des Tiefbau-Geschäfts eingeleitet. Die Investmentbank Rothschild habe erste Informationspakete an mögliche Käufer verschickt, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Bankern zufolge könnte die Bilfinger-Sparte rund 200 Millionen Euro einbringen.

Bilfinger spreche vor allem Wettbewerber wie Strabag , Porr, Skanska, Vinci und Bouygues an, sagten die Insider weiter. Unverbindliche Gebote werden voraussichtlich im Juli fällig.

Strabag-Chef Thomas Birtel hatte vor kurzem erklärt, die Österreicher würden sich die Sparte anschauen. Wegen der zahlreichen Überschneidungen der beiden Firmen sei ein hohes Gebot aber unwahrscheinlich. Bilfinger, Rothschild und die möglichen Käufer lehnten eine Stellungnahme zu den Reuters-Informationen ab.

Das sind Europas größte Baukonzerne

Platz 9

NCC AB – 8,42 Milliarden Euro Umsatz

Das schwedische Unternehmen mit seinen knapp 18.000 Mitarbeitern wurde erst 1988 gegründet. Heute besteht es aus vier großen Geschäftsbereichen, unter anderem „NCC Housing“ und „NCC Roads“.

Platz 8

Ferrovial (Spanien) – 9,7 Milliarden Euro Umsatz

Das Unternehmen aus Madrid baut und betreibt auch Autobahnen und Flughäfen. Der Konzern errichtete unter anderem das Guggenheim-Museum in Bilbao.

Platz 7

Balfour Beatty (Großbritannien) - 11,63 Milliarden Euro Umsatz

Bereits seit 1909 sind die traditionsreichen Briten im Baugeschäft tätig und gehören zu den Platzhirschen in Europa. Die Londoner beschäftigen europaweit rund 30.000 Mitarbeiter.

Platz 6

Strabag (Österreich) – 13,12 Milliarden Euro Umsatz

Aus Wien in die Welt: Die Österreicher haben vor allem in Osteuropa expandiert. Seit 2014 konnte der Konzern den zuvor stark abgerutschten Umsatz stabilisieren und zuletzt wieder leicht steigern.

Platz 5

Eiffage (Frankreich) – 14,06 Milliarden Euro Umsatz

Neben einigen TGV-Trassen gehört auch die Erweiterung des EU-Parlaments zu den großen Projekten des Konzerns. In Deutschland sind rund 3.000 Eiffage-Mitarbeiter beschäftigt.

Platz 4

Skanska (Schweden) - 16,36 Milliarden Euro Umsatz

Kaum eine Straße, ein Kraftwerk oder Bürogebäude in Schweden ist ohne Beteiligung des skandinavischen Bauriesen entstanden. Auch international sind die Schweden aus Solna mittlerweile breit aufgestellt.

Platz 3

Bouygues (Frankreich) - 32,43 Milliarden Euro Umsatz

Neben Immobilien und dem Straßenbau ist der Pariser Konzern Großaktionär des französischen Fernsehsenders TF1. 2015 musste das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr leichte Umsatzeinbußen hinnehmen.

Platz 2

ACS (Spanien) - 34,93 Milliarden Euro Umsatz

Die Spanier haben in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Allein in den vergangenen drei Jahren stieg der Umsatz um rund zehn Milliarden Euro und ACS klettert das Treppchen weiter hoch. Zum Konzern gehört auch das deutsche Unternehmen Hochtief.

Platz 1

Vinci (Frankreich) – 38,52 Milliarden Euro Umsatz

Der größte Baukonzern Europas ist auch der größte Baukonzern der Welt und in der Kleinstadt Rueil-Malmaison nahe Paris beheimatet. Dem Konzern gehört unter anderem die Hälfte aller französischen Autobahnen. 2015 verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzminus von knapp 0,5 Prozent.

Quelle: Deloitte

Bilfinger hatte Anfang Mai angekündigt, die Tiefbau-Sparte zu verkaufen. Die Sparte, die zu 80 Prozent aus Tiefbau mit Projekten wie dem U-Bahn-Bau in Berlin besteht, war Bilfinger nicht profitabel genug. Der Mannheimer Konzern konzentriert sich immer mehr auf die gewinnträchtigeren Dienstleistungen rund ums Bauen, etwa das Gebäudemanagement oder das Konzipieren, Modernisieren und Warten von Industrieanlagen und Kraftwerken.

Die Bausparte wies für 2013 einen operativen Gewinn (Ebita) von einer Millionen Euro aus, nach 25 Millionen Euro im Vorjahr. Analyst Gianmarco Bonacina von Equity SIM Research schätzt den Umsatz der zum Verkauf stehenden Aktivitäten auf 800 Millionen Euro im Jahr 2013 und beziffert den Betriebsverlust auf acht Millionen Euro. „Ich gehe im Moment davon aus, dass Bilfinger die Sparte zu einem Unternehmenswert von 240 Millionen Euro verkaufen könnte“, sagte Bonacina. Marc Gabriel, Analyst beim Bankhaus Lampe, schätzt den Wert der gesamten Sparte, einschließlich der Teile, die Bilfinger behalten will, auf 255 Millionen Euro. Ein dritter Analyst, der nicht genannt werden wollte, erwartet, dass Bilfinger durch den Verkauf rund 100 Millionen Euro zufließen dürften.

Von

rtr

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