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15.04.2015

07:03 Uhr

Unangefochtener Marktführer

Blablacar übernimmt Mitfahrgelegenheit.de

Mit kostenlosen Mitfahrgelegenheiten ist Blablacar in Deutschland zum Marktführer aufgestiegen. Nun übernehmen die Franzosen ihren größten Konkurrenten. Bleibt das Angebot weiterhin kostenlos?

Der Anbieter aus Frankreich übernimmt den deutschen Konkurrenten Carpooling. dpa

App von BlaBlaCar

Der Anbieter aus Frankreich übernimmt den deutschen Konkurrenten Carpooling.

BerlinDie französische Firma Blablacar wird zum dominierenden Anbieter von Mitfahrgelegenheiten in Deutschland. Blablacar übernimmt den Konkurrenten Carpooling, der die Websites mitfahrzentrale.de und mitfahrgelegenheit.de betreibt. Ein Kaufpreis wurde am Mittwoch nicht genannt. Unter den bisherigen Besitzern von Carpooling waren der Autokonzern Daimler und der Internet-Finanzierer Earlybird.

„Wir wollen als wichtigste Alternative zu Bus und Bahn wahrgenommen werden“, sagte Blablacar-Mitgründer Nicolas Brusson der Nachrichtenagentur dpa. „Wenn ich mir heute in Deutschland Blablacar und Carpooling zusammen anschaue, sind wir vielleicht bei einem Zehntel der Dimension, die wir erreichen wollen.“

Bei den Mitfahrangeboten ist die Vergütung der Fahrer auf die Betriebskosten beschränkt. Bei Blablacar liegt der Richtwert bei etwa fünf Euro pro 100 Kilometer, der Betreiber streicht eine Gebühr ein.

Blablacar will bei den Websites mitfahrgelegenheit.de und mitfahrzentrale.de zunächst nichts verändern. „In den nächsten Monaten soll der Service auf einer Plattform vereinheitlicht werden. Die Idee ist, die Nutzer allmählich an die Änderungen heranzuführen“, sagte der für das Geschäft in Deutschland zuständige Manager Olivier Bremer.

Der Streit um Uber

Vermittlung gegen Provision

Uber vermittelt über seine Smartphone-App Uber Pop zwischen Fahrern und Gästen – dafür kassiert das Unternehmen eine Provision, die in der Regel 20 Prozent des Fahrpreises beträgt.

Konkurrenz für Taxifahrer

Der Fahrdienst macht der Taxi-Branche Konkurrenz. Er expandiert aggressiv, in Deutschland bedient er große Städte wie Berlin, Frankfurt, Hamburg und Düsseldorf. Das Unternehmen hat seit der Gründung 2009 rund 3,9 Milliarden Dollar Kapital erhalten, unter anderem von Google und Goldman Sachs.

Streit um offizielle Papiere

Streit gibt es vor allem um den Dienst Uber Pop, über den private Autobesitzer Fahrdienste anbieten (über Uber Black bekommen Nutzer Mietwagen mit Fahrer). In Deutschland haben mehrere Gerichte das Angebot zwischenzeitlich verboten. Viele Chauffeure haben keinen Personenbeförderungsschein – den brauchen sie aber, um auf gewerblicher Basis Fahrgäste befördern zu dürfen.

Nur eine Mitfahrzentrale?

Uber stuft die Fahrten als Mitfahrgelegenheiten ein: Wer als privater Fahrer andere mitnimmt und dafür Spritgeld nimmt, benötigt auch keinen Personenbeförderungsschein. Allerdings empfiehlt das Unternehmen einen Preis, der über den Betriebskosten liegen dürfte – damit bewertet das Personenbeförderungsgesetz die Fahrt als gewerblich.

„Rahmenbedingungen anpassen“

Uber ist sich der gesetzlichen Beschränkungen offenbar bewusst – das Unternehmen fordert immer wieder, die rechtlichen Rahmenbedingungen an neue Fahrdienste anzupassen.

Blablacar sah sich bereits vor der Übernahme als Marktführer in Deutschland. Brusson sieht jedoch keine Wettbewerbsprobleme: „Es ist eine Frage, wie man den Markt definiert. Wenn ich verreise, habe ich die Auswahl zwischen verschiedenen Optionen: Bahn, Bus, Mitfahrangebote, eigenes Auto... Von diesem Mobilitätsmarkt haben wir nur einen Bruchteil.“

Die vor einigen Monaten bekanntgegebenen Pläne von Carpooling für den US-Markt werden zunächst nicht vorangetrieben. „Carpooling hatte noch keine betrieblichen Aktivitäten in den USA. Es ist nichts, was wir auf kurze Sicht weiterverfolgen werden“, sagte Brusson. Blablacar fokussiere sich wie bisher auf Europa und Wachstumsmärkte wie Indien, Russland oder die Türkei. „Die USA könnten später dazukommen.“

Kommentare (1)

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Herr Markus Bullowski

15.04.2015, 08:01 Uhr

Blablarcar war bis jetzt für die Nutzer kostenlos, mitfahrgelegenheit.de jedoch nicht. Das war ja auch der große Vorteil von Blablacar und der Grund, warum viele Nutzer Blablacar den Vorzug gegeben haben. Bin mal gespannt, wie sich das ändert, wenn die beiden jetzt zusammengelegt werden.

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