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04.08.2015

11:30 Uhr

Unibox vs. Paketkasten

Paket-Duell im Vorgarten

Wer im boomenden Paketgeschäft punkten will, muss die Zustellung optimieren. Kunden erwarten eine schnelle Belieferung. Als bequeme Lösung gilt der Paketkasten der Post. Doch der bekommt bald Konkurrenz.

Die Post hat mit ihrer Box jedenfalls einen Zeitvorsprung. dpa

Paketkasten

Die Post hat mit ihrer Box jedenfalls einen Zeitvorsprung.

BonnFür die Paketdienstleister ist der anhaltend boomende Online-Handel Rückgrat und Beschleuniger des Geschäfts. Je mehr die Kunden im Internet per Mausklick ordern, umso besser für die Logistiker um die Deutsche Post DHL und ihre Konkurrenten. Dabei gilt eine schnelle und einfache Zustellung nicht nur als Qualitätsausweis der Versender, sie ist auch ein Mittel der Kundenbindung und das A und O im florierenden Paketgeschäft.

Der Paketkasten im Vorgarten gilt als die bequemste Lösung für den Empfänger. Das erspart eine Menge Lauferei und Ärger. Seit gut einem Jahr bietet die Post solche Paketboxen an. Jetzt stehen die Konkurrenten Hermes, DPD und GLS kurz vor der Einführung ihrer gemeinsam entwickelten Unibox.

Den Startschuss wollen sie voraussichtlich im Oktober geben und der Post Paroli bieten. Details werden nicht verraten. „Die Paketdienste haben im vergangenen Jahr ein marktreifes Konzept für einen anbieterneutralen Paketkasten entwickelt“, betont Peter Rey vom Paketdienstleister DPD aus Aschaffenburg.

Die Konkurrenten der Deutschen Post

DPD

DPD Deutschland gehört zur DPD Group, nach eigenen Angaben das zweitgrößte Netzwerk von Paketdiensten in Europa. Die Zentrale des Unternehmens mit 7500 Mitarbeitern ist in Aschaffenburg (Bayern). Im März 2015 kündigte der Paketdienst an, die Deutsche Post DHL mit einer einheitlichen europäischen Marke herauszufordern. So soll das Paketnetz europaweit auf 22.000 Stationen erweitern werden.

Quelle: dpa

Pin Mail AG

Bei dem Postdienstleister mit Sitz in Berlin dominiert die Farbe Grün - statt Post-Gelb. Die Firma hat rund 1150 Mitarbeiter und beförderte 1999 in der Hauptstadt die ersten Briefsendungen.

Hermes

Der international tätige Handels- und Logistikdienstleister ist ein Tochterunternehmen der Otto Group und beschäftigt rund 9000 Mitarbeiter in Deutschland. In Europa bewegte die Hamburger Firma im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben 530 Millionen Sendungen im Paket- und Logistikgeschäft. Deutschland gehört zu den Kernmärkten.

TNT

Das niederländische Unternehmen ist nach eigenen Angaben einer der weltweit führenden Anbieter von Expressdienstleistungen für Geschäftskunden. Dazu gehört die deutsche TNT Express GmbH mit Sitz in Troisdorf (Nordrhein-Westfalen) mit etwa 3700 Mitarbeitern. Im Jahr 2013 hatten die EU-Wettbewerbshüter eine Fusion mit dem US-Paketdienst UPS untersagt.

UPS

Der US-Paketdienstleister bezeichnet sich als der größte Express- und Paketzustelldienst weltweit mit rund 435 000 Mitarbeitern. Im April 2015 kündigte UPS-Deutschland-Chef Frank Sportolari in der „Wirtschaftswoche“ an, dass der Konzern eine Milliarde Euro in Europa investieren wolle - unter anderem in den Ausbau seiner Sortierzentren und in neue Paketshops.

Ob die Unibox nun einen Kleinkrieg in den Vorgärten der Kunden um das beste System entfacht, muss abgewartet werden. Die Post hat mit ihrer Box jedenfalls einen klaren Zeitvorsprung. Die Nachfrage nach Paketkästen sei bis heute erfreulich hoch, betonte Dunja Kuhlmann von der Deutschen Post DHL.

„Aus unserer Sicht hat der Paketkasten nach wie vor das Potenzial, sich auf absehbare Zeit als feste Größe im Briefkastenmarkt zu entwickeln“. Und sie ergänzt: Die Post habe durch ihren Vorstoß Bewegung in den Markt gebracht.

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