Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.01.2003

08:00 Uhr

Michael Dell variierte einen alten Anleger-Spruch auf völlig neue Weise, als im Frühjahr 2000 die IT-Krise ihren Anfang nahm: Verkaufen, wenn die Kanonen donnern, schien er zur Firmenphilosophie zu erklären – und eröffnete einen Preiskrieg auf dem PC-Markt. Seine Hoffnung: in Zeiten schwacher Verkäufe Marktanteile auf Kosten der Rivalen holen. Die Rechnung ging auf – Dell blieb relativ stabil und ist heute der größte PC-Verkäufer der Welt.

Gleichzeitig setzt das Unternehmen seine ohnehin schon schlanke Organisation weiter auf Diät. So nehmen die Fabriken des Computer-Riesen nur noch halb so viel Raum ein wie 2000 – doch die Produktion wurde verdoppelt. Und so sank der Anteil der Betriebskosten am Umsatz innerhalb von zwei Jahren von 12 auf 10 Prozent.

Vor allem aber gelang es Dell, die Zahlungsfrist seiner Kunden kurz zu halten und die gegenüber den Lieferanten zu verlängern. Da der größte Teil des Geschäfts über den Direktvertrieb läuft, brauchen die Texaner nur 30 Tage, um ihr Geld einzusammeln, Konkurrent Hewlett-Packard dagegen 42. Lieferanten dagegen mussten sich auf ein Zahlungsziel von durchschnittlich 71 Tagen einlassen. Finanzvorstand James Schneider behauptet, dies hätten die Zulieferer freiwillig getan. Im Gegenzug erhielten sie besser planbare Bestellungen. Don Young, Analyst bei UBS Warburg, sieht das anders: „Dell hat seine Macht ausgenutzt.“

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×