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22.08.2014

13:33 Uhr

Untreue-Prozess

Mönig-Raane sagt im Middelhoff-Prozess aus

Im Middelhoff-Prozess hat am Freitag die damalige stellvertretende Verdi-Vorsitzende ausgesagt. Im Mittelpunkt stand ein Treffen im Januar 2009. Die Vernehmung hat das Gericht allerdings nicht wirklich weitergebracht.

Die damalige stellvertretende Verdi-Vorsitzende Margret Mönig-Raan konnte nur wenig zur Wahrheitssuche des Gerichts beitragen. dpa

Die damalige stellvertretende Verdi-Vorsitzende Margret Mönig-Raan konnte nur wenig zur Wahrheitssuche des Gerichts beitragen.

Essen Die ehemalige stellvertretende Verdi-Vorsitzende Margret Mönig-Raane hat als Zeugin im Untreue-Prozess gegen Thomas Middelhoff nur wenig zur Wahrheitssuche des Gerichts beitragen können. Die 66-Jährige sagte am Freitag vor Gericht, an die Inhalte eines Vier-Augen-Gesprächs mit dem Ex-Chef des Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor im Januar 2009 in Berlin könne sie sich nicht mehr erinnern.

Middelhoff hatte die Flugkosten für den Charterjet nach Berlin laut Anklage in voller Höhe durch Arcandor zahlen lassen. Nach seinen Angaben hatte sich das Gespräch um einen Sanierungstarifvertrag für das Unternehmen gedreht. Dies sei „nicht unplausibel“, sagte Mönig-Raane, die damals auch dem Arcandor-Aufsichtsrat angehörte. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Middelhoff vor allem wegen privater geschäftlicher Angelegenheiten in der Stadt war.

Die Rechsstreitigkeiten des Thomas M.

Charterflüge

Die Staatsanwaltschaft Bochum wirft dem 61-Jährigen Untreue in 49 Fällen vor. In dem Strafverfahren vor dem Essener Landgericht geht es vor allem um Charterflüge auf Firmenkosten, die von Arcandor bezahlt worden waren, obwohl sie laut Staatsanwaltschaft privaten Zwecken dienten. Middelhoff hatte öffentlich erklärt, er habe sich korrekt verhalten.

Sal. Oppenheim

Das Kölner Institut Sal. Oppenheim hatte das Ehepaar Middelhoff Ende 2013 auf knapp 78 Millionen Euro verklagt. Kredite seien nicht zurückgezahlt worden. Zuvor hatte Middelhoff seinerseits die Bank auf 101 Millionen Euro verklagt.

Arcandor I

Im September 2013 erklärte das Landgericht Essen, es halte einen Sonderbonus, den der Manager kurz vor seinem Arcandor-Ausscheiden erhielt, für nicht gerechtfertigt. Er soll rund 3,4 Millionen Euro an den Insolvenzverwalter zahlen, hat aber Berufung angekündigt.

Arcandor II

Der 61-Jährige verlangt seinerseits von den Insolvenzverwaltern wegen angeblichen Rufmords Schadenersatz in Höhe von 120 Millionen Euro. Gegen einen entsprechenden Mahnbescheid haben die Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg und Hans-Gerd Jauch Widerspruch eingelegt. Sie hatten Middelhoff und andere Arcandor-Manager auf Schadenersatz von insgesamt 175 Millionen Euro verklagt, unter anderem wegen angeblicher Managementfehler. Der Prozess vor dem Oberlandesgericht Hamm könnte Jahre dauern.

Josef Esch

Mit seinem ehemaligen Vermögensverwalter Josef Esch liegt Middelhoff ebenfalls im Clinch. Im Streit um Unterhaltskosten für seine Luxusyacht einigten sich Middelhoff und Esch im Jahr 2012 außergerichtlich auf eine Zahlung von 2,5 Millionen Euro, Frist 30. September 2013. Überwiesen hat Middelhoff bis heute nicht, Esch geht gerichtlich gegen Middelhoff vor. Middelhoff selbst will von seinem Ex-Vermögensverwalter 33 Millionen Euro, weil der ihn falsch beraten und sein Privatvermögen riskiert haben soll.

Sie wirft Middelhoff vor, den inzwischen pleitegegangenen Handelskonzern insgesamt mit betriebsfremden Kosten in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro belastet zu haben. Hauptsächlich geht es um Flüge mit Charterflugzeugen und Hubschraubern, die von Arcandor bezahlt wurden, nach Auffassung der Behörde aber ganz oder teilweise privat veranlasst waren. Middelhoff weist die Vorwürfe entschieden zurück.

Von

dpa

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