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26.08.2013

21:03 Uhr

Uralkali-Chef festgenommen

Streit um Kali-Kartell eskaliert

Uralkali-Chef Wladislaw Baumgertner kündigte das Kali-Kartell mit Weißrusslands Konzern Belaruskali. Nun wird Baumgertner in dem Land festgenommen. Russland reagiert verschnupft – doch Weißrussland geht noch weiter.

Uralkali-Chef Vladislav Baumgertner: Der Vorstandsvorsitzende des Kali-Konzerns wurde offenbar in Weißrussland verhaftet. Reuters

Uralkali-Chef Vladislav Baumgertner: Der Vorstandsvorsitzende des Kali-Konzerns wurde offenbar in Weißrussland verhaftet.

MoskauEskalation im Kali-Streit zwischen Russland und Weißrussland: Nach der Festnahme des Chefs des russischen Kali-Weltmarktführers Uralkali, Wladislaw Baumgertner, planen die weißrussischen Behörden nun, Immobilien und andere Vermögenswerte von Uralkali zu beschlagnahmen, wie die russische Nachrichtenagentur RIA am Montag berichtete.

Konzernchef Baumgertner werde „Machtmissbrauch“ vorgeworfen, sagte der Sprecher der weißrussischen Ermittlungsbehörden, Pawel Tarulko, am Montag. Uralkali bestätigte die Festnahme und erklärte, Baumgertner habe sich auf Einladung der weißrussischen Regierung in der Hauptstadt Minsk aufgehalten. Der Aktienkurs der russischen Uralkali verlor rund drei Prozent.

Russland reagierte empört auf die Festnahme. Vize-Ministerpräsident Igor Schuwalow sagte: „Was geschehen ist, ist absolut inakzeptabel.“ Die Situation sei „sonderbar, unangemessen und passe nicht zu einer Partnerschaft“.

Ende Juli hatte Uralkali das langjährige Exportbündnis BPC mit dem weißrussische Bergbau-Konzern Belaruskali aufgekündigt und damit Schockwellen in der Branche ausgelöst, die nun einen harten Preiskampf befürchtet. Uralkali und Belaruskali waren acht Jahre lang Partner im Joint Venture BPC, das für 43 Prozent der weltweiten Kali-Exporte steht. Für Weißrussland ist das Ende der Allianz besonders schmerzlich, da Kali einer der wichtigsten Devisenbringer für das Land ist, das von Präsident Alexander Lukaschenko seit 1994 mit harter Hand regiert wird. Weißrussische Ermittler schätzen den Schaden für das Land auf rund 100 Millionen Dollar.

Die größten Kaliproduzenten

Uralkali (Russland)

Kaliproduktion: 12,1 Millionen Tonnen

Weltweite Produktion 2014

Belaruskali (Weißrussland)

Kaliproduktion: 10,3 Millionen Tonnen

Potash Corp (Kanada)

Kaliproduktion: 8,8 Millionen Tonnen

Mosaic (USA)

Kaliproduktion: 8,3 Millionen Tonnen

K+S (Deutschland)

Kaliproduktion: 5,7 Millionen Tonnen

ICL (Israel)

Kaliproduktion: 5,1 Millionen Tonnen

Das nordamerikanische Konkurrenzbündnis Canpotex mit den Produzenten Potash Corp, Agrium und Mosaic existiert weiterhin. Der deutsche Düngemittel- und Salzhersteller K+S gehört keiner der Vereinigungen an.

Nach der Meldung waren die Kurse der großen Kali-Produzenten weltweit in den Keller gestürzt, auch der von K+S. Die Nachricht über die Festnahme Baumgertners verhalf dem K+S-Kurs am Montag zu einem Schub um plus 4,3 Prozent auf 19,26 Euro.

Wegen der Turbulenzen hatte der Kali-Konzern das bisherige Ziel für dieses Jahr begraben, den Betriebsgewinn (Ebit I) im Vergleich zu den 804,1 Millionen Euro des Vorjahres leicht zu erhöhen. Die erwartete Ergebnisverbesserung im Salzgeschäft werde nicht reichen, um das Minus bei Kali- und Magnesiumprodukten wettzumachen.

Kali ist neben Stickstoff und Phosphat einer der Hauptbestandteile von Düngemitteln. Laut Uralkali könnte der Kali-Preis im zweiten Halbjahr 2013 unter die Marke von 300 Dollar je Tonne fallen. Momentan liegt der Preis bei rund 400 Dollar pro Tonne.

Kommentare (5)

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K.A.R.

26.08.2013, 15:56 Uhr

Uralkali wurde bestimmt von Goldman Sachs bei diesem Geschäft beraten

Daniel

26.08.2013, 17:59 Uhr

Hoffentlich schicken sie ihn in ein Kali-Bergwerk...

Ein K+S-Aktionär

Wolle

26.08.2013, 18:28 Uhr

Da wette ich nicht dagegen!

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