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25.01.2007

15:54 Uhr

Urteil gesprochen

Peter Hartz droht die private Pleite

Im Untreue-Prozess gegen Ex-VW-Personalvorstand Peter Hartz ist das Urteil gesprochen worden. Das Gericht verurteilte ihn zu einer zweijährigen Haftstrafe auf Bewährung und zu einer sechsstelligen Geldstrafe. Doch für Hartz kommt es noch schlimmer: Ihm droht der finanzielle Ruin.

Peter Hartz mit seinem Anwalt Egon Müller vor dem Braunschweiger Landgericht. Foto: ap

Peter Hartz mit seinem Anwalt Egon Müller vor dem Braunschweiger Landgericht. Foto: ap

HB BRAUNSCHWEIG. Mit dem Urteil entsprach das Braunschweiger Landgericht der Forderung von Staatsanwältin Hildegard Wolff. Sie hatte wegen Hartz' Geständnis für eine Bewährungsstrafe in Kombination mit einer Geldstrafe von 576 000 Euro (360 Tagessätze zu je 1 600 Euro) plädiert. Das Gericht sprach Hartz der Untreue in Tateinheit mit Begünstigung eines Betriebsrates schuldig. Er hatte durch seinen Anwalt zu Beginn des Verfahrens einräumen lassen, dass er dem früheren VW-Betriebsratschef Klaus Volkert Vergünstigungen in Millionenhöhe zukommen ließ.

Vor der Urteilsverkündung hatte Hartz' Anwalt Egon Müller bekannt gegeben, dass sich sein Mandant der Millionenforderung einer Versicherung gegenübersieht. Zusammen mit der Geldstrafe aus dem Prozess kämen auf den 65-Jährigen damit Forderungen von mehr als drei Millionen Euro zu. Das Honorar seines Top-Anwalts ist dabei noch nicht berücksichtigt.

Staatsanwältin Wolff teilte in ihrem Plädoyer mit, dass sich bereits eine vom zuständigen Versicherungsunternehmen beauftragte Anwaltskanzlei aus Köln Akteneinsicht verschafft habe. "Er wird auf jeden Fall in Höhe von 2,6 Millionen Euro in Regress genommen", sagte Wolff über den Angeklagten. Das ist genau die Schadenssumme, die Hartz mit den Sonderbonuszahlungen an Ex-Betriebsratschef Volkert, einem Scheinvertrag für Volkerts Geliebte und ungerechtfertigte Spesen angerichtet hat.

Die von VW abgeschlossene so genannte D&O-Versicherung hatte dem Unternehmen diese Schäden ersetzt und will sich das Geld nun bei Hartz zurückholen. D&O-Versicherungen zahlen für Fehler von Top-Managern. Sein Einkommen hatte Hartz als Rentner auf 25 700 Euro im Monat beziffert, außerdem hatte er ein in Aktien angelegtes Vermögen von 2,7 Millionen Euro angegeben.

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