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24.01.2007

07:00 Uhr

Urteile

Viel Streit um Rohrschäden

Verstopfte Abflüsse machen nicht nur eine Menge Arbeit, sie sorgen oft auch noch für Ärger mit dem Vermieter, dem Klempner oder der Versicherung. So urteilen die Gerichte:

Vollgelaufen

Merkwürdige Wasserspiele in einer Wuppertaler Wohnung: Sobald der Mieter in der Küche das Spülwasser abließ, lief es wenig später von unten in die Badewanne. Als sein Vermieter die Leitungen trotz Aufforderung nicht reparierte, kürzte der Wuppertaler die Miete um drei Prozent. Recht so, entschieden die Richter. Es sei ein "erheblicher Mangel", wenn Mieter ständig das Bad schrubben müssten, weil es mit dreckigem Wasser von der letzten Geschirrspülung vollgelaufen ist (Landgericht Wuppertal, 10 S 111/96). Kann die Wanne gar nicht mehr benutzt werden, weil der Abfluss verstopft ist, ist sogar eine Mietminderung um 7,5 Prozent angemessen (Landgericht Potsdam, 2 C 484/89).

Abgebrochen

Ein Klempner aus Oberbayern wollte "den bis dahin entstandenen Aufwand gemäß Preisliste" abrechnen, nachdem er den Reparaturversuch erfolglos abgebrochen hatte. So stünde es im Kleingedruckten des Vertrags. Doch sein Kunde zog vor Gericht, und dort hatte die Klausel des Klempners keine Chance. Geld gebe es erst für eine erfolgreiche Reparatur, nicht schon für den bloßen Versuch, stellten die bayrischen Richter klar (Landgericht München, 7 O 13463/89).

Abgesackt

Jedes Mal, wenn er die Spülung betätigte, lief die Toilette eines bayrischen Hausbesitzers über. Die Rechnung für die Reparatur schickte er seiner Gebäudeversicherung, doch die Assekuranz weigerte sich zu zahlen. Das Rohr sei nicht kaputtgegangen, sondern wegen schlampig angebrachter Verbindungsteile auf einer Länge von viereinhalb Metern abgesackt. Das gelte versicherungstechnisch nicht als "Rohrbruch", argumentierte die Versicherung - und bekam vor Gericht Recht. Da die Rohre weder einen Riss noch ein Loch hatten, müsse der Hausbesitzer den Schaden selbst zahlen (Oberlandesgericht Bamberg, 1 U 241/05).

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