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05.11.2012

17:34 Uhr

US-Manager zur Wahl

„Gewinnt Obama, verkaufen sich Waffen besser“

VonMartin Dowideit

Wenige Tage vor der Präsidentschaftswahl geben sich amerikanische Manager offenherzig, welche Folgen die Wahl für das Geschäft haben könnte. Der eine wünscht sich den „Kohleversteher“, der andere den Klimaschützer.

Ein Kunde in einem Waffenladen in Lockport, Illinois, mit einem polnischen Gewehr vom Typ Tantal AK-74. dpa

Ein Kunde in einem Waffenladen in Lockport, Illinois, mit einem polnischen Gewehr vom Typ Tantal AK-74.

DüsseldorfDer Countdown zu den Präsidentschaftswahlen lässt bei amerikanischen Unternehmenschefs die Nervosität steigen. Bereits vor einigen Wochen hatten Firmen Schlagzeilen gemacht, die ihre Mitarbeiter zur Stimmabgabe zugunsten des Herausforderers Mitt Romney aufforderten. Und auch in den letzten Tagen vor der Abstimmung greifen Wirtschaftslenker wieder zu den Tasten und Mikrofonen.

So beschränkt sich Harold Hamm, Öl-Milliardär und Energieberater Romneys, nicht auf öffentliche Äußerungen. Er hat auch an Landbesitzer geschrieben, auf deren Grundstücken seine Firma Continental Resources Öl und Gas fördert. Die müssten die Abschaffung einer steuerlichen Abschreibung fürchten, sollte Obama gewinnen, warnt Hamm.

Ein Wahlsieg Romneys hingegen hätte für den Waffenhersteller Cabela Nachteile. Nach den Worten von Unternehmenschef Tommy Millner würde eine Wiederwahl Obamas dem Absatz von Handfeuerwaffen mehr helfen, als ein Sieg des konservativen Herausforderers. Ein Grund für diese Interpretation könnte sein, dass die potenziellen Kunden unter einem Präsidenten Obama schärfere Waffengesetze fürchten, auch wenn der dies nicht angekündigt hat. „Sollte Romney gewählt werden, glaube ich trotzdem, dass wir Wachstum im Waffenmarkt sehen. Aber das dürfte nicht die gleiche Dynamik haben“, so Millner.

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Als prominenter Anhänger Obamas hatte sich der unabhängige New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg im Nachklapp des Hurrikans Sandy entpuppt. Bloomberg hat als Gründer des Finanzinformationsdienstes, der seinen Namen trägt, Milliarden gemacht. Mit der Begründung, Obama würde mehr gegen den Klimawandel unternehmen und damit die Wahrscheinlichkeit solcher folgenschweren Stürme abnehmen, stellte sich der partei-unabhängige Bürgermeister hinter den demokratischen Präsidentschaftsanwärter.

Genau dieser politische Ansatz stößt der Branche der Kraftwerksbetreiber übel auf. Der Kohlekonzern Consol Energy begründete vor wenigen Wochen Entlassungen mit der bisherigen Politik Obamas. Vorstandschef Brett Harvey trat im Fernsehsender Fox Business News auf und lobte die Ansichten Romneys, der „Kohle verstehe“ und im Gegensatz zum Amtsinhaber ein Interesse an Arbeiterjobs habe.

Glaubt man den Aktienmärkten ist Harveys Sorge, dass Obama gewinnt berechtigt. Denn sowohl in der laufenden Amtszeit Obamas liegen die maßgeblichen Indizes deutlich im Plus und auch in den vergangenen Monaten lief es für die Börsenbarometer sehr gut. Statistisch ist damit die Chance groß, dass das Weiße Haus erfolgreich verteidigt wird.

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