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17.12.2013

19:59 Uhr

USA

Börsenaufsicht verhängt Strafen in Rekordhöhe

Im vergangenen Haushaltsjahr hat die US-Börsenaufsicht Strafen in Rekordhöhe verhängt. Die Bußgelder stiegen deutlich an, obwohl die Zahl der eingeleiteten Verfahren zurückgegangen ist.

Die US-Fahne an der Fassade der Börse in der Wallstreet in New York. Die Börsenaufsicht hat im vergangenen Haushaltsjahr ihren Schwerpunkt auf die Strafverfolgung gesetzt. dpa

Die US-Fahne an der Fassade der Börse in der Wallstreet in New York. Die Börsenaufsicht hat im vergangenen Haushaltsjahr ihren Schwerpunkt auf die Strafverfolgung gesetzt.

WashingtonDie US-Börsenaufsicht SEC hat im vergangenen Haushaltsjahr Strafen in Rekordhöhe verhängt. Die Bußgelder summierten sich in dem Ende September abgelaufenen Zeitraum auf 3,4 Milliarden Dollar, wie SEC-Chefin Mary Jo White am Dienstag mitteilte. Dies sei ein Anstieg von zehn Prozent.

Die Zahl der eingeleiteten Verfahren sei dagegen zurückgegangen auf 686. In den beiden vorangegangenen Haushaltsjahren waren es noch jeweils mehr als 730 Verfahren gewesen.

Hohe Geldbußen für Banken

Einleitung

Für manipulierte Zinsen, fragwürdige Beratung bei Krediten oder für zwielichtige Hypotheken-Geschäfte haben schon viele Banken mit hohen Summen büßen müssen. Einige Beispiele für Strafen im Zusammenhang mit Fehlverhalten von Finanzriesen.

Juli 2010

Die US-Investmentbank Goldman Sachs wendet eine Betrugsklage der US-Börsenaufsicht mit Zahlung einer Strafe von 550 Millionen US-Dollar ab. Die Börsenaufsicht SEC beschuldigte Goldman Sachs, Investoren bei einem komplexen Finanzgeschäft unzureichend informiert zu haben, darunter auch die Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB.

Mai 2012

Die Deutsche Bank steht für zwielichtige Hypotheken-Geschäfte einer Tochtergesellschaft in den USA gerade. Um eine Klage aus der Welt zu schaffen, zahlen die Frankfurter 202 Millionen US-Dollar. Der Bank drohte eine Strafzahlung und Wiedergutmachung von mehr als eine Milliarde Dollar. Die US-Justiz hatte der Tochter MortgageIT Betrug beim Geschäft mit Hypothekenfinanzierungen vorgeworfen.

Dezember 2012

Die Schweizer Großbank UBS zahlt wegen ihrer Rolle bei der Manipulation des weltweit wichtigsten Referenzzinssatzes Libor Bußen in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar. Wie die Bank mitteilt, leistete sie entsprechende freiwillige Strafzahlungen an US-, britische und Schweizer Behörden.

Januar 2013

Die Bank of America überweist insgesamt mehr als zehn Milliarden Dollar an den staatlich gestützten Hausfinanzierer Fannie Mae, um Streitigkeiten bei Hypotheken-Deals aus der Welt zu schaffen. In einem anderen Fall müssen das Geldhaus und neun andere Finanzfirmen wie JPMorgan Chase oder die Citigroup mit zusammen 8,5 Milliarden Dollar für fehlerhafte Hauspfändungen geradestehen.

August 2013

Britische Banken müssen wegen falscher Beratung von Kunden erneut Entschädigungen in Milliardenhöhe zahlen. Die Aufsichtsbehörde FCA verdonnerte 13 Institute und Kreditkartenaussteller zu Kompensationsleistungen von insgesamt 1,3 Milliarden Pfund (1,5 Mrd Euro). Zu den bestraften Unternehmen zählen Barclays, HSBC und die Royal Bank of Scotland (RBS).

September 2013

Das Debakel um einen 6,2 Milliarden US-Dollar hohen Spekulationsverlust hat für die größte US-Bank JP Morgan Chase ein teures juristisches Nachspiel. Mehrere Aufsichtsbehörden in den USA und Großbritannien haben nach Angaben der US-Notenbank Fed Strafen über insgesamt rund 920 Millionen Dollar gegen das Institut verhängt.

Oktober 2013

Der Libor-Skandal kostet die niederländische Rabobank 774 Millionen Euro. Es ist die höchste Strafe in der Geschichte der Genossenschaftsbank. Die Bank hatte mit britischen, amerikanischen und niederländischen Behörden einen außergerichtlichen Vergleich getroffen. Drei Viertel der Summe fließen in die USA an das Justizministerium und die Finanzaufsicht CFTC.

November 2013

JP Morgan Chase büßt mit 13 Milliarden Dollar (9,6 Milliarden Euro) für fragwürdige Hypotheken-Geschäfte. Die führende US-Bank hatte sich nach wochenlangem Tauziehen mit dem US-Justizministerium und anderen staatlichen Stellen auf diese Summe geeinigt. Es ist der bisher größte Vergleich mit einem einzelnen Unternehmen in der amerikanischen Geschichte.

Dezember 2013

Im Skandal um Zinsmanipulationen hat die Deutsche Bank von der EU-Kommission die branchenweit höchste Strafe aufgebrummt bekommen. EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia verhängte gegen sechs internationale Großbanken Rekord-Geldbußen von zusammen 1,71 Milliarden Euro. Allein der deutsche Branchenprimus muss im Rahmen des Vergleichs 725 Millionen Euro zahlen.

Die ehemalige Staatsanwältin White hatte die Aufsicht im April übernommen und einen Schwerpunkt bei der Strafverfolgung gesetzt. Unter anderem wurde die Großbank JP Morgan Chase zu einer Strafe von 200 Millionen Dollar verdonnert.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Seismograph

17.12.2013, 20:35 Uhr

Laecherlich, diese Meldung und noch laecherlicher die Betraege!

Cassandra

17.12.2013, 20:56 Uhr

Das sind doch keine Strafen, sondern moderner Ablasshandel zum Schleuderpreis. Läppische Strafsummen im unteren Prozentbereich der damit erzielten Gewinne. Das ist ein Anreizsystem, da keine persönliche Haftung, kein Schuldeingeständniss, kein Konsequenzen und das Strafmaß ist gegenüber den erzielten Gewinnen völlig zu vernachlässigen.

Alleine die Libormanipulation hat einen Gesamtschaden für die Weltwirtschaft von mehr als 17 Milliarden Dollar verursacht. Dazu kommen dann alle anderen krummen und verbrecherischen Betrugsgeschäfte mit Gewinnen zig-fachen Milliardenbereich.

Cassandra

17.12.2013, 21:06 Uhr

Aber mit 600.000 Euro Strafe den demonstrierende Bürger zur finanziellen Todesstrafe verurteilen, wie jetzt im neuen Public Saftey Law in Spanien.

Es muss ja mit drastischen Mitteln ein abschreckende Exempel an sich gegen das Umverteilgungssystem wehrenden Bürger statuiert werden.

Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf ... und in Spanien erwachen die Bürger. In Deutschland dauert es noch ein wenig, aber dann ... EUdSSR.

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