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03.01.2006

09:00 Uhr

Vater musste Urlaub absagen

Umgang mit Kindern verweigert: Mutter schadenersatzpflichtig

Verweigert der betreuende Elternteil seinem Ex-Partner rechtswidrig den Umgang mit den gemeinsamen Kindern, kann er sich schadenersatzpflichtig machen.

HB FRANKFURT. Das geht aus einem in der Fachzeitschrift "Neue Juristische Wochenschrift" veröffentlichten Beschluss des Oberlandesgerichts (OLG) Frankfurt hervor. So muss der Elternteil etwa die Kosten für eine vom Ex-Partner abgesagte Urlaubsreise zumindest teilweise übernehmen (Az.: 1 UF 64/05).

Das Gericht gab mit seinem Beschluss einem Vater teilweise Recht. Der von seiner Ehefrau getrennt lebende Kläger hatte für sich und seine beiden Kinder einen Dänemark-Urlaub gebucht. Die Ex-Gattin verweigerte jedoch die "Herausgabe" der Kinder, obwohl dem Vater ein entsprechendes Umgangsrecht zustand. Er sagte daraufhin die Reise ab und verlangte von der Mutter die Erstattung des schon gezahlten Reisepreises.

Das OLG sprach ihm die Hälfte des Betrages zu. Zur Begründung hieß es, die Mutter hätte die Kinder mitreisen lassen müssen. Als unerheblich wertete das Gericht sogar, dass die beiden Kinder angeblich gar nicht mit wollten. Es wäre die Pflicht der Mutter gewesen, entsprechend auf sie einzuwirken, urteilten die Richter. Als Schadenersatz sprach das Gericht daher dem Vater die Reisekosten für die beiden Kinder zu. Seine eigenen Kosten musste er selbst zahlen, denn er hätte nach Ansicht des OLG auch alleine fahren können.

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