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12.03.2013

14:06 Uhr

Veralteter Energieträger

Düstere Zukunft für die australische Kohle

VonUrs Wälterlin

Australien benötigt immer weniger Kohle zur Stromproduktion – der einst unumstrittene Energielieferant Nr. 1 des Kontinents verliert weiter an Bedeutung. Auch Anleger wenden sich vom emissionsreichen Brennstoff ab.

Eine Kohlemine in New South Wales, Australien. Reuters

Eine Kohlemine in New South Wales, Australien.

SydneyKohle mag für Australien zumindest auf absehbare Zeit einer der wichtigsten Devisenbringer bleiben, im Land selber geht der Anteil des Brennstoffs an der Stromproduktion jedoch zurück. Im Februar stammten noch 74,5 Prozent des landesweit produzierten Stroms aus Kohlekraftwerken. Zum ersten Mal war damit der Anteil der Kohlenenergie an der Gesamtstromproduktion unter die Grenze von 75 Prozent gefallen. 2008 waren noch 84,1 Prozent des in Australien verbrauchten Stroms mit dem Verbrennen von Braun- und Schwarzkohle generiert worden.

Grund für den Trend ist nicht nur die zunehmende Bedeutung alternativer Energiequellen, sondern auch ein Rückgang der Nachfrage nach Elektrizität. Wie eine Studie der Energieberatungsfirma Pitt & Sherry zeigt, stieg im letzten Monat der Anteil erneuerbarer Energien wie Wasserkraft, Wind und Solar am Strommix auf ein Rekordhoch von 12,5 Prozent.

Das sind die größten Energieversorger der Welt

Platz 10

Die Rangliste der größten Energieunternehmen der Welt eröffnet Kansai Electric Power. Der japanische Versorger kam 2011 auf einen Umsatz von 33,3 Milliarden Dollar.

Platz 9

Mit 39,3 Milliarden Dollar Umsatz liegt der südkoreanische Versorger Korea Electric Power (Kepco) auf dem neunten Rang.

Platz 8

Iberdrola landet auf dem achten Platz. Der spanische Versorger erwirtschaftete 2011 Erlöse in Höhe von 41 Milliarden Dollar.

Platz 7

Der britische Versorger SSE (Scottish and Southern Energy) landet auf Rang sieben der Rangliste. Umsatz 2011: 45,4 Milliarden Dollar.

Platz 6

Der erste deutsche Energiekonzern findet sich auf Platz sechs wieder. RWE erwirtschaftete im Jahr 2011 Erlöse von 63,7 Milliarden Dollar.

Platz 5

64,6 Milliarden Dollar erwirtschaftete Tokyo Electric Power im Jahr 2011. Besser bekannt ist das Unternehmen unter der Abkürzung Tepco. Nach der Katastrophe am Atomkraftwerk von Fukushima ist Tepco inzwischen mehrheitlich im Besitz des japanischen Staates.

Platz 4

Électricité de France (EDF) schrammt knapp am Treppchen vorbei. Die Franzosen kommen mit einem Umsatz 2011 von 84,6 Milliarden Dollar auf Platz vier.

Platz 3

Der größte italienische Energiekonzern ist weltweit die Nummer drei. Enel machte 2011 einen Umsatz von 103,2 Milliarden Dollar.

Platz 2

Der französische Versorger GDF Suez findet sich auf Rang zwei der Rangliste. Im Jahr 2011 erwirtschaftete GDF Suez Erlöse in Höhe von 117,5 Milliarden Dollar.

Platz 1

Der deutsche Branchenprimus ist auch weltweit die Nummer eins. Eon kam im Jahr 2011 auf einen Umsatz von 157,3 Milliarden Dollar - das reicht für die Spitzenposition.

Die Bedeutung von Gas, einem anderen fossilen Brennstoff, der nur etwa halb so viele klimaschädigende Emissionen abgeben soll wie Kohle, stieg im letzten Monat marginal auf 12,7 Prozent.

Insbesondere an den heißen Tagen des australischen Sommers, wenn die Klimaanlagen auf Hochtouren laufen, wurde wesentlich weniger Strom verbraucht als in früheren Jahren. Das könnte laut Experten daran liegen, dass genau zu diesem Zeitpunkt – der Zeit intensiver Sonneneinstrahlung – Solaranlagen große Mengen Elektrizität ins Netz pumpen.

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Verschiedene Bundesstaaten in Australien hatten in den letzten Jahren Programme zur Förderung von Solarstrom eingeführt – mit überwältigendem Erfolg. Allerdings wurden die meisten Subventionen auf Druck der Energiefirmen wieder abgeschafft oder zurückgestuft. Wegen der Dominanz von Kohle als Stromlieferant hat Australien pro Kopf der Bevölkerung unter den Industriestaaten eine der höchsten Raten klimaschädigender Emissionen.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

12.03.2013, 14:22 Uhr

Dürfen die das? Wo doch die EE komplett Unfug sind?? "CO2-Steuer trifft die Kraftwerke" wird uns nicht suggeriert, dies sei ein Deutsches Problem?

Account gelöscht!

12.03.2013, 15:20 Uhr

Was bitte ist Schwarzkohle? "Gas soll einen halb so hohen CO2-Anteil wie Kohle haben"; diese Werte kann man nachlesen (recherchieren!) Der Autor scheint ja enorm kompetent zu sein! Auch die reine Darstellung von relativen Entwicklungen (Prozentzahlen! Etwa beim Energiemix in China)sagt über zukünftige Entwicklungen des Kohleverbrauchs und damit der CO2-Emissionen wenig aus. Das Handelsblatt wird offensichtlich immer inkompetenter.

vandale

12.03.2013, 15:56 Uhr

Ja nun Fredi..mit Abstrichen gibt es denselben ökoreligiösen Unsinn auch in anderen Altindustrestaten.

Die Aussage des Journalisten, dass China die Kohleverstromung reduziert erscheint unrealistisch, bzw. ist lediglich für den Fall einer Wirtschaftskrise in China realistisch.

Realistisch ist das China die eigene Kohleinfrastruktur ausbaut und damit künftig auf Kohleimporte verzichten kann. Realistisch ist auch, dass China die Schiefergasvorkommen des Landes erschliesst und der Kohleanteil an der Verstromung langfristig sinkt.

Vandale

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