Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.01.2014

12:38 Uhr

Verband schwuler Führungskräfte

„Natürlich gibt es schwule Dax-Vorstände“

VonMartin Dowideit

Dem freiwilligen Outing von Ex-Fußballprofi Thomas Hitzlsperger dürften Top-Manager kaum folgen. Zu viele Gründe lassen Lenker großer Unternehmen davor zurückschrecken, so der Chef des Verbands schwuler Führungskräfte.

Bernd Schatsiek: Vorsitzender des Völklinger Kreises schwuler Führungskräfte. PR

Bernd Schatsiek: Vorsitzender des Völklinger Kreises schwuler Führungskräfte.

Weniger offene Schwule als unter Fußballprofis gibt es wohl nur in der Kirche und in den Vorständen deutscher Großunternehmen. Wie erklären Sie dieses Tabu?

Das hängt damit zusammen, wer die Posten besetzt. Meist entscheiden sich Ältere für Personen, die ihnen ähnlich sind und deren Lebensweg sie verstehen und nachvollziehen können. Und es gilt häufig das Stereotyp: Am besten ist der Manager, der eine nicht arbeitende Ehefrau hat und zwei Kinder. Dann kann er sich 150 Prozent für die Firma einsetzen.

Also gibt es tatsächlich wenige Homosexuelle in Vorständen großer Unternehmen?

In der Belegschaft schätzt man den Anteil auf zehn bis 15 Prozent, in den Führungsetagen dürfte es aus den genannten Gründen tatsächlich weniger sein. Aber natürlich gibt es selbst schwule Dax-Vorstände.

Videobotschaft: Hitzlsperger kämpft gegen die „Machowelt“

Videobotschaft

Hitzlsperger kämpft gegen die „Machowelt“

Thomas Hitzlsperger versteht sein Coming Out als Türöffner für andere Sportler. Menschen ohne Verständnis für Homosexualität tun ihm leid. In einer Videobotschaft erklärt er Beweggründe, an die Öffentlichkeit zu gehen.

Warum outet sich niemand?

Wichtiger Grund ist, dass Vorstände mit ihrem Arbeitsfeld in der Presse auftauchen sollen und wollen, nicht mit ihrem Privatleben. Die Homosexualität offenzulegen kann außerdem zu homophoben Reaktionen und einem Karriereknick führen. Wir drängen deshalb niemanden, diesen Schritt zu gehen. Zuerst sollte das berufliche Umfeld genau analysiert und eine Strategie entwickelt werden, damit das Outing keine negativen Folgen hat.

Gibt es Fälle, bei denen eine offene oder vermutete Homosexualität die Karriere ins Stocken gebracht hat?

Es ist natürlich oft die subjektive Wahrnehmung – aber auch schwer zu belegen –, dass die sexuelle Identität ein Grund für eine Benachteiligung etwa bei Beförderungen ist.

Kommentare (13)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Orwell_84

09.01.2014, 12:50 Uhr

du meine Güte...gehen den Journalisten die Themen aus?!

Wen interessiert es denn wirklich wer schwul ist?! KEINEN!! Nur wenn die Medien andauernd darüber hetzen!

Verkommener Journalismus ist das nur noch. Berichtet lieber darüber was Merkel wirklich bei Obama will!

juppphirsenkoetter

09.01.2014, 13:07 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

norbert

09.01.2014, 13:11 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×