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27.04.2013

10:17 Uhr

Verdacht der Steuerhinterziehung

Hat Rummenigge an der Uhr gedreht?

Zwei Armbanduhren, ein Vorstandsvorsitzender, keine Steuern: Einem Medienbericht zufolge wurde Bayern-Funktionär Karl-Heinz Rummenigge vom Zoll in flagranti erwischt. Weder Staatsanwaltschaft noch Verein kommentieren.

Verdachtsmomente: Der „Focus“ berichtet über mögliche Steuerhinterziehung von Karl-Heinz Rummenigge. dpa

Verdachtsmomente: Der „Focus“ berichtet über mögliche Steuerhinterziehung von Karl-Heinz Rummenigge.

MünchenAuch gegen den Vorstandsvorsitzenden des Fußballerstligisten FC Bayern München, Karl-Heinz Rummenigge, läuft einem Zeitschriftenbericht zufolge ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung. Das Magazin "Focus" berichtete in einer Mitteilung vom Samstag, Rummenigge sei am 7. Februar auf dem Münchener Flughafen kontrolliert worden, als er bei der Rückkehr aus dem Emirat Katar, wo im Jahr 2022 die Fußballweltmeisterschaft stattfinden soll, beim Zoll durch den grünen Ausgang habe gehen wollen. Dabei hätten Beamte in seinem Handgepäck zwei wertvolle Uhren gefunden.

Dem Bericht zufolge gab Rummenigge an, es handle sich um gebrauchte Uhren, die ihm ein Freund in Katar geschenkt habe. Der "Focus" berichtete, das Hauptzollamt Augsburg führe ein Ermittlungsverfahren. Der Vorwurf laute, Rummenigge habe die vorgeschriebene Umsatzsteuer von 19 Prozent bei der Einreise nicht entrichtet.

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Unter den Aufsichtsratsmitgliedern des FC Bayern München wird diskutiert, dem Vorsitzenden Uli Hoeneß zu empfehlen, seine Ämter vorübergehend ruhen zu lassen. Im Falle einer Anklage sei der Manager keinesfalls zu halten.

Die zuständige Staatsanwaltschaft Landshut wollte laut "Focus" keine Angaben zu einem Verfahren machen, "weil das Steuergeheimnis derartige Auskünfte verbietet". Staatsanwalt Ralph Reiter sagte demnach aber: "Sobald jemand den grünen Ausgang nimmt, erklärt er damit, dass er nichts zu verzollen hat, wählt er ihn wider besseren Wissens, hat er Steuern hinterzogen." Derartige Fälle würden meist mit einem Strafbefehl geahndet.

Rummenigge wollte sich dem "Focus" zufolge nicht zu dem Vorfall äußern. Sein Anwalt ist den Angaben zufolge Werner Leitner, der auch den Präsidenten des FC Bayern München, Uli Hoeneß, in dessen Steuerverfahren vertritt. Hoeneß soll Vermögenswerte in der Schweiz nicht ordnungsgemäß versteuert haben. Um einer Strafe zu entgehen, erstattete er Selbstanzeige.

Von

afp

Kommentare (42)

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Account gelöscht!

27.04.2013, 10:46 Uhr

Es wäre hilfreich, wenn der gesunde Menschenverstand bei Behörden und Presse einmal wieder in Erinnerung gebracht würde. Die Krimminalisierung aller Handlungen und deren excessive Auswalzung in den Medien ist nicht erst seit Hannover-Wulf höchst fragwürdig.

R.Rath

27.04.2013, 10:59 Uhr

Diese Leute Wulff, Hoeneß, Rummenigge sehen sich als Teil der "Elite" und Elite hat sich anders zu verhalten als Lieschen Normalverbraucher.
Lieschen Normalverbrauchen kann auch mal eine Uhr unversteuert am Handgelenk tragen ohne gleich gesellschaftliche Sanktionen und Rufschädigung vergegenwärtigen zu müssen
Die previligierte Elite hat sich in allen Lebensumstäneden vorbildlich zu verhalten nach der Kant´schen Maxime "Handle so, dass deine Handlungen immer als Grundlage für eine allgemeine Gesetzgebung genommen werden können"
Wer als "Elite" diesen Fundamentalsatz der Aufklärung vernachlässigt, hat auch die Konsequenzen zu tragen.

Vicario

27.04.2013, 11:00 Uhr

Zitat : Die Krimminalisierung aller Handlungen

- es ist die Pflicht der Presse, diese Infos an die Öffentlichkeit zu geben.

Wenn diese Fälle aus der kriminellen Ecke stammen, dann gehören diese auch dahin !

Der Sachverhalt sagt sehr viel über Rummenigge aus......über seinen Charakter, sein Wesen.....hätten wohl sehr viele so gar nicht wahrgenommen ?

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