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18.11.2014

15:59 Uhr

Verfahren gegen Sal. Oppenheim

Middelhoff droht die nächste Pleite

Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff verlangt im Schadensersatzprozess gegen das Bankhaus Sal. Oppenheim eine Millionensumme. Doch nach Ansicht des Landgerichts Köln hat seine Zivilklage wenig Aussicht auf Erfolg.

Thomas Middelhoff wurde wegen Untreue und Steuerhinterziehung zu drei Jahren Haft verurteilt. dpa

Thomas Middelhoff wurde wegen Untreue und Steuerhinterziehung zu drei Jahren Haft verurteilt.

DüsseldorfDem in Untersuchungshaft sitzenden ehemaligen Spitzenmanager Thomas Middelhoff droht ein erneuter Rückschlag vor Gericht. In einer mündlichen Anhörung zu einer millionenschweren Zivilklage Middelhoffs gegen das Bankhaus Sal. Oppenheim sagte der Vorsitzende Richter Stefan Singbartl am Dienstag im Landgericht Köln, er sehe „nach derzeitigem Stand recht ungünstige Aussichten für die Klage“. Das Gericht habe „an manchen Stellen Probleme mit der Substanz des klägerischen Vortrags“.

Gericht vertagt Entscheidung: Middelhoff bleibt zunächst in Haft

Gericht vertagt Entscheidung

Middelhoff bleibt zunächst in Haft

Noch keine Entscheidung: Thomas Middelhoff bleibt weiter in Haft. Das Essener Landgericht wird erst im Laufe der Woche über eine mögliche Aussetzung des Haftbefehls entscheiden.

Middelhoff hatte dem Gericht zufolge in acht Oppenheim-Esch-Fonds investiert und sieht sich nun als falsch beraten an. Das Gericht gehe aber etwa davon aus, dass sich Middelhoff darüber im Klaren gewesen sei, dass er die Immobilien-Beteiligungen nicht wie Aktien einfach täglich verkaufen konnte, sagte der Richter: „Das Wissen ist ein anderes als bei einem Normalanleger.“ Es sei auch davon auszugehen, dass Middelhoff sich mit seiner Frau ausgetauscht habe, die ebenfalls gegen das Bankhaus geklagt hatte.

Middelhoff dringe auf die Auszahlung von Festgeldern und die Rückzahlung von Zins- und Tilgungsraten auf Kredite, hatte ein Gerichtssprecher gesagt. Es gehe um Forderungen in einem Volumen von insgesamt rund 100 Millionen Euro. Das Bankhaus hatte mit Widerklagen geantwortet.

Die besten Zitate von und über Thomas Middelhoff

Hintergrund

Als sich Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff 2014 vor dem Essener Landgericht wegen des Vorwurfs der Untreue verantworten musste, fielen einige denkwürdige Sätze. Eine Auswahl.

Die Katze auf dem heißen Blechdach

„Ich bin wie die Katze übers Dach. Ich musste drei Meter tief auf eine Garage springen und dann noch einmal drei Meter auf die Straße.“
(Middelhoff über seine filmreife Flucht vor Fotografen nach einem Termin bei einem Gerichtsvollzieher in Essen Ende Juli, bei dem er seine Vermögensverhältnisse hatte offenlegen müssen)

Apocalypse Now

„Das ist wie ein apokalyptischer Traum.“
(Middelhoff zu Pfändungsversuchen von Gläubigern am Rande seines Untreue-Prozesses vor dem Essener Landgericht)

Arbeit, Arbeit, Arbeit

„Er hat eigentlich immer gearbeitet, immer, immer.“
(Middelhoffs Gattin Cornelie Middelhoff als Zeugin vor Gericht zur Arbeitsbelastung ihres Mannes)

Das fliegende Büro

„Das war ein fliegendes Büro für ihn.“
(Ein früherer Mitarbeiter Middelhoffs als Zeuge vor Gericht zu den umstrittenen Charterflügen seines Ex-Chefs)

Stau

„Stau war das Schlimmste für ihn.“
(Der langjährige Fahrer des Managers als Zeuge vor Gericht)

Der Schaden des Thomas M.

„Mir und meiner unternehmerischen Tätigkeit ist großer Schaden zugefügt worden.“
(Middelhoff zu den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen ihn, die er als „uferlos“ und „unverhältnismäßig“ empfindet)

Von Gott gegeben

„Ich habe mich nie als Controllerin meines Chefs gesehen.“
(Eine ehemalige Sekretärin des Managers, die sagte, sie habe Middelhoffs Entscheidungen als „gottgegeben“ hingenommen.)

Der 61-jährige Middelhoff sitzt nach einer Verurteilung wegen Untreue und Steuerhinterziehung durch das Landgericht Essen seit Freitag in Untersuchungshaft. Middelhoffs Anwalt Winfried Holtermüller wollte sich in Köln nicht zu der Frage äußern, ob es mit Blick auf Versuche, den Haftbefehl gegen seinen Mandaten aufzuheben, neue Entwicklungen gebe.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

18.11.2014, 16:27 Uhr

Sich per Initiator und meist zugleich zentraler Vollmachtnehmer als Mitbauherr auf die Mitgliedschaft in einer Bauherrengemeinschaft einzulassen, ist wahrlich nicht ungefährlich.

Unzuträglichkeiten untereinander lassen sich meist durch die Macht des zentralen Vollmachtnehmers regeln.

Gerät man jedoch mit ebenjenem aneinander - der i.d.R zugleich Verkäufer und Betreuer ist, dann wird es haarig.

Das muß nun auch Middelhoff erfahren, der offenbar unterließ, rechtzeitig alle Vollmachten an den zentralen Vollmachtnehmer zu widerrufen und zwar vor allem und auch gegenüber den Beteiligten Banken, Beratern und Anwälten.

Unteläßt man dies, handelt der Gegner wie er will, blockiert, transferiert und bevollmächtigt fröhlich weiter und so fort. Vor allem bedient er sich weiterhin am fremden Konto bei Banken etc.

Alles nicht neu - und vor allem im Bauherrenmodell für manchen täglich Brot.

Frau Pia Paff

18.11.2014, 18:27 Uhr

Der Pfau wird nicht mehr lange unter uns weilen.

Herr Peter Spiegel

18.11.2014, 18:45 Uhr

Das mit dem Pfau haben auch Andere erkannt. Das Hähnchen war es ,daß Hähnchen hat seine Schuldigkeit getan.

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