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07.07.2016

12:00 Uhr

Vergütung in Dax und MDax

Aktionäre rebellieren gegen Managergehälter

VonDieter Fockenbrock

In den Hauptversammlungen deutscher Konzerne regt sich immer häufiger Widerstand gegen die Bezahlung der Top-Manager. Kein Wunder: Ein VW-Vorstand verdient trotz Abgaskrise das 114-Fache eines normalen Mitarbeiters.

Die wirtschaftliche Entwicklung geht nach unten, die Managerbezahlung steigt trotzdem. dpa

Hauptversammlung von Volkswagen

Die wirtschaftliche Entwicklung geht nach unten, die Managerbezahlung steigt trotzdem.

BerlinAktionäre machen zunehmend Opposition gegen die Vergütungspläne in deutschen Aktiengesellschaften. Zu diesem Ergebnis kommt die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) in ihrer diesjährigen Bilanz der Hauptversammlungssaison.

„Das Thema Vorstandsvergütung hat nichts an Aktualität eingebüßt. Ganz im Gegenteil. Auf den Hauptversammlungen einiger Gesellschaften waren die Diskussionen zu dem Thema in diesem Jahr einmal mehr äußerst kontrovers“, sagte Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer der Aktionärsvereinigung am Donnerstag in Frankfurt. So habe beispielsweise Jenoptik den Punkt Vorstandsvergütungssystem im Vorfeld der Hauptversammlung sogar ganz von der Tagesordnung nehmen müssen. „Offenbar war der Gegenwind schon vor dem Aktionärstreffen so stark, dass man keine Abstimmung riskieren wollte.“

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Der bestbezahlte Konzernchef Europas kommt nicht mehr von VW. Den Spitzenreiter stellt laut einer Studie die britische Reckitt Benckiser. Daimler-Chef Dieter Zetsche schafft es noch nicht einmal in die Top Ten.

Aber auch größere Konzerne erlebten ihr Waterloo. Selbst der Primus unter den Finanzinstituten, die Deutsche Bank, musste nach heftiger Kritik zurückrudern. Aufsichtsratschef Paul Achleitner war trotzdem das Risiko eingegangen und erlebte laut Tüngler eine „krachende Niederlage“. Nur 48 Prozent des anwesenden Kapitals auf der Hauptversammlung stimmte dem Vergütungssystem zu.

Die Bundesregierung hatte vor drei Jahren das so genannte „say on pay“ gesetzlich vorgeschrieben. Danach können die Aufsichtsräte auf den Hauptversammlungen das Gehaltssystem zur Abstimmung stellen. Sie müssen es aber nicht. Abgestimmt wird auch nicht über die Höhe individueller Vergütungen einzelnen Vorstände. Trotzdem gilt es inzwischen als Bestandteil aktionärsfreundlicher Unternehmensführung.

DSW-Chef Tüngler sieht in der Praxis der großen deutschen Aktiengesellschaften aber einen beweis dafür, dass die „Kontrolle durch die Aktionäre hierzulande grundsätzlich funktioniert“. Laut DSW-Analyse waren die Aktionäre in 2016 deutlich kritischer, was die Vergütungen der Vorstände angeht. Die Zustimmungsquoten im Dax 30 seien „signifikant geringer“ ausgefallen als noch in den Vorjahren, hieß es. Im Schnitt habe die Zustimmung bei gerade einmal 76 Prozent gelegen. Ein Jahr zuvor hatten noch knapp 93 Prozent mit „Ja“ gestimmt, 2014 sogar annähernd 96 Prozent.

Ein Grund dafür ist auch die wachsende Präsenz ausländischer Investoren durch eigene Vertreter oder durch Dienstleister, die stellvertretend die Rechte auf den Hauptversammlungen wahrnehmen. Diese Investoren schauen traditionell schärfer auf die Vergütungspraxis für Vorstände. Zumal es – wie bei Volkswagen – häufig genug noch vorkommt, dass die wirtschaftlichen Ergebnisse des Unternehmens in den Keller gehen, die Bezahlung der Manager aber steigt. Hier wirken oft Tantiemen aus Vorjahren nach, die mit Verzögerung zur Auszahlung kommen. Für den Aktionär sind solche Effekte aber oftmals schwer nachvollziehbar.

Kommentare (14)

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Account gelöscht!

07.07.2016, 12:12 Uhr

Aktionäre rebellieren.....
Wieso war die Wurst nicht gut.

Account gelöscht!

07.07.2016, 12:16 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

Account gelöscht!

07.07.2016, 12:33 Uhr

Herr Marc Hofmann@
Ein Blick auf die Dividenden sagt alles von der Deindustrialisierung Europas dank
der völlig einfältig Politiker-Kaste ganz zu schweigen.

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