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23.01.2004

09:01 Uhr

Vergütung von Aufsichtsräten

Leistung wird noch zu wenig honoriert

VonMarkus Hennes

Bei der Vergütung der Aufsichtsräte der 30 Dax-Unternehmen geht es wie Kraut und Rüben durcheinander. Die Höhe des erfolgsabhängigen Teils ist umstritten.

DÜSSELDORF. Die Reform der Vergütung von Aufsichtsräten deutscher Unternehmen kommt in Schwung. Die Porsche-Hauptversammlung wird heute in Leipzig eine Satzungsänderung beschließen. Die Kontrolleure sollen stärker vom Unternehmenserfolg profitieren. Ab sofort wird deshalb der Vorsteuergewinn und nicht mehr die Dividende als Maßstab für die variable Vergütung herangezogen.

Die Aktionäre von Thyssen- Krupp, die sich heute in Bochum versammeln, haben bereits vor einem Jahr die Vergütung der Firmenaufseher neu geregelt und um Bestandteile ergänzt, die sowohl den unterschiedlichen Zeitaufwand etwa durch die Mitarbeit in Ausschüssen des Aufsichtsrates oder die größere Verantwortung des Vorsitzenden berücksichtigen. Außerdem greift ab 2005 eine Komponente, die vom Erreichen eines durchschnittlichen Mindestgewinns abhängt.

Die Kontrolleure des Stahl- und Industriegüterkonzerns bekommen deshalb jetzt eine deutlich höhere Vergütung. Im Vergleich zum Vorjahr verdient etwa Aufsichtsratschef Gerhard Cromme inklusive Sitzungsgeld 194 000 Euro – nach 55 250 Euro zuvor. Der Thyssen-Krupp-Aufseher und frühere WestLB-Chef Friedel Neuber bekommt seine Dienste, ohne in einem Ausschuss mitzuarbeiten, mit 50 000 Euro nach 27 625 Euro im Vorjahr vergütet.

Die Vergütung von Aufsichtsräten war schon in der Hauptversammlungssaison 2003 ein zentrales Thema, und sie wird es auch in diesem Jahr sein. Denn es besteht weiter hoher Veränderungsbedarf. Insbesondere die Vergütungsstrukturen und die Systematik entsprechen noch nicht den gestiegenen Anforderungen an die Funktionsträger. „Bei der Vergütung der Aufsichtsräte der 30 Dax-Unternehmen geht es wie Kraut und Rüben durcheinander“, fasst Michael Kramarsch, Managing Partner bei der Beratungsfirma Towers Perrin, die Ergebnisse einer aktuellen Studie zusammen.

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