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04.10.2013

12:52 Uhr

Verlust

Brasilianischer Milliardär Batista in Not

Der Brasilianer Batista galt noch 2012 als der siebtreichste Mann der Welt. Sein Vermögen von 30 Milliarden Dollar ist in Rekordtempo geschmolzen. Das Herzstück seines Imperiums steckt in schweren Turbulenzen.

Der Brasilianer Eike Batista galt vor einem Jahr noch als siebtreichster Mann der Welt. Heute kriselt es in seinem X-Imperium. Reuters

Der Brasilianer Eike Batista galt vor einem Jahr noch als siebtreichster Mann der Welt. Heute kriselt es in seinem X-Imperium.

Rio de JaneiroVor nicht allzu langer Zeit war Eike Batista Brasiliens unangefochtener Shooting-Star. Er stampfte ein Imperium mit zahlreichen Firmen aus dem Boden und setzte zu jedem Namen einer neuen Firma sein Markenzeichen „X“ als Symbol für das erklärte Ziel, Vermögen und Gewinne um ein X-faches zu steigern. Doch zuletzt musste Batista zusehen, wie sein Vermögen in nur wenigen Monaten rapide schmolz und sich nach Medienberichten nicht mehr auf Milliarden, sondern auf Millionen beläuft. Einer der Hauptgründe ist die gefährliche Schieflage des Kronjuwels, des Ölkonzerns OGX.

„Ich bin ohne Zweifel in dieser Geschichte der größte Verlierer“, sagte Batista, dessen Mutter in Hamburg geboren wurde, kürzlich in einem der rar gewordenen Interviews dem „Wall Street Journal“. Der 55-Jährige wollte Reichtum fürs ganze Land schaffen und gründete dazu ein Unternehmen nach dem anderen, die in der Holding EBX integriert wurden: OSX (Öl-Schiffe), LLX (Logistik), MPX (Energie/heute: Eneva), CCX (Kohle-Bergbau), REX (Immobilien), AUX (Goldmine), SIX (Technologie) und andere.

Die börsennotierte OGX Petroleo e Gas Participacoes widmet sich der Ölförderung vor Brasiliens Küste, wo in großer Meerestiefe die Ölschätze schlummern, die von Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva einmal als „Geschenk Gottes“ bezeichnet wurden. Batista nahm für OGX Milliarden-Anleihen auf. Das Fördervolumen in den Ölfeldern und damit die Einnahmen blieben allerdings weit hinter den Erwartungen zurück. Doch die Zinsen für die Anleihen werden gnadenlos fällig. Vor wenigen Tagen sagte OGX die vierteljährlich fällige Zinszahlung in Höhe von 45 Millionen Dollar für eine bis 2022 laufende Anleihe über rund eine Milliarde Dollar ab.

Ausgerechnet die von ihm früher als „Dream-Team“ gelobten Ex-Topmanager bei OGX machte Batista im „WSJ“-Interview mitverantwortlich für den Niedergang. „Sie haben mir brillante Berichte präsentiert und mich überzeugt, große Investitionen zu machen“, sagte der noch 2012 auf der „Forbes“-Liste als siebtreichster Mann der Welt rangierende Unternehmer. Mittlerweile sind die OGX-Aktien weit von ihren einstigen Höchstständen entfernt, in den vergangenen Monaten verloren sie bis zu 90 Prozent.

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