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28.02.2013

13:43 Uhr

Vermögensberater

MLP legt Jahresendspurt hin

Der Finanzberater MLP hat seinen Jahresgewinn dank eines starken Endspurts gesteigert. Die weiteren Aussichten sind jedoch laut Unternehmensangaben jedoch eher trüb.

Die Unternehmenszentrale des Finanzdienstleisters Marschollek, Lautenschläger und Partner AG. MLP hat zwei Drittel des Gewinns im letzten Quartal erwirtschaftet. dpa

Die Unternehmenszentrale des Finanzdienstleisters Marschollek, Lautenschläger und Partner AG. MLP hat zwei Drittel des Gewinns im letzten Quartal erwirtschaftet.

Wiesloch/FrankfurtDer Finanz- und Vermögensberater MLP hat dank eines starken Endspurts seinen Gewinn im abgelaufenen Jahr deutlich gesteigert. Rund zwei Drittel des Jahresüberschusses habe das Unternehmen in den letzten drei Monaten 2012 eingefahren, teilte die MLP AG am Donnerstag in Wiesloch mit. Wachstum erhofft sich MLP im laufenden und den kommenden beiden Jahren aus dem Bereich Vermögensmanagement, wo im Schlussquartal die Erlöse um gut die Hälfte zulegten.

2012 stieg der Gesamtumsatz des Unternehmens den Angaben zufolge um vier Prozent auf 568 Millionen Euro. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 52,7 Millionen Euro, nach 11,2 Millionen Euro im Vorjahr.

Während die Provisionserlöse im Bereich der Altersvorsorge leicht und bei der privaten Krankenversicherung um ein Fünftel sanken, legten sie beim Vermögensmanagement um 50 Prozent zu.

Der Ausblick ist jedoch trüb: MLP stellt sich auf drei magere Geschäftsjahre ein. „Wir haben eine epochale Finanzkrise erlebt, die uns sicher noch weiter beschäftigen wird“, sagte Vorstandschef Uwe Schroeder-Wildberg am Donnerstag in Frankfurt. „Der Kuchen für unsere Branche wird zumindest 2013 nicht größer.“ Die Ertragskraft werde bis 2015 kaum vom Fleck kommen, und im laufenden Jahr werde auch der Umsatz allenfalls leicht zulegen.

Bereits seit 2008 kämpft das auf Hochschulabgänger und solvente Kunden spezialisierte Unternehmen mit verhaltener Nachfrage nach Renten-Policen - trotz anhaltender Diskussion um drohende Altersarmut. Viele durch die Finanzmarktkrise verunsicherte Kunden scheuen längerfristige Finanzanlagen.

Der Trend zu kurzfristigen Anlagen spielt dem Makler mit seinen rund 2100 Kundenberatern in der Vermögensverwaltung in die Hände. Mit dem anvertrauten Kundenvermögen von 21,2 Milliarden Euro zählt sich MLP zu den zehn größten Vermögensverwaltern in Deutschland. Die Sparte will MLP immer weiter zu seinem zweiten Standbein ausbauen.

Die wichtigsten Fragen zum Börsenjahr 2013

Kann ich mit sicheren Anlagen die Inflationsrate schlagen?

Nein. Und das dürfte vorerst auch so bleiben, weil Zentralbanken und Regierungen die Zinsen unten halten. Nur so können sie vermeiden, dass Staaten von den Schulden erdrückt werden. Wer die Inflation schlagen will, muss begrenzt Risiken eingehen. Mit Aktien zum Beispiel.

Soll ich mein Eigenheim jetzt sanieren

Wann, wenn nicht jetzt? Zehnjähriges Baugeld gibt’s für 2,5 Prozent, von der staatlichen KfW für eine neue Heizung oder ein gedämmtes Dach sogar ab einem Prozent. Auch der Einsatz von Erspartem lohnt: Auf der Bank bringt es kaum Zinsen, und Investitionen für Dämmung und Heizung schützen gut vor Inflation. Die wird stark von Öl-, Gas- und Strompreisen getrieben. Und: Maßnahmen, die Erhalt und Modernisierung dienen, steigern den Wiederverkaufswert.

Fällt der Garantiezins meiner Lebensversicherung

Am Garantiezins aus alten Verträgen kann die Finanzaufsicht nur im Notfall rütteln. Wer neu abschließt, bekommt 1,75 Prozent auf Beiträge garantiert, nach Abzug von Provision und Kosten. Der Garantiezins orientiert sich an der Rendite von AAA-Anleihen im Schnitt der vergangenen zehn Jahre (zuletzt 3,7 Prozent). 60 Prozent davon können sich Versicherer als Garantiezins noch leisten – etwa 2,2 Prozent. Noch bleibt Luft.

Ist es Zeit, Schwarzgeld zu legalisieren?

Das Schweizer Bankgeheimnis ist praktisch erledigt, weitere Steuer- CDs können durchaus noch in die Hände der Finanzbehörden geraten. Und: Per Selbstanzeige kommen Steuerhinterzieher relativ milde davon. Das muss aber nicht so bleiben. Nebenbei: Was passiert, wenn Bürger ihre Steuern nicht zahlen, lässt sich in Griechenland besichtigen.

Soll ich mein Vermögen zu Lebzeiten schon verschenken?

Jedes Elternteil darf jedem Kind alle zehn Jahre bis zu 400.000 Euro steuerfrei schenken. Schön fürs Kind: Es bekommt das Elternhaus schon zu deren Lebzeiten und spart Steuern. Wer seine Villa nur steueroptimiert übertragen, aber selbst noch bewohnen will, sollte vorsichtshalber ein Nießbrauchsrecht eintragen lassen. Mit Kindern kann man sich zer- streiten, Verschenktes aber nur bei „grobem Undank“ zurückfordern. Die Hürden dafür aber sind hoch.

Ist mein Geld auf der Bank sicher?

Käme eine deutsche Bank oder Sparkasse in Schieflage, müssten zunächst die Einlagensicherungs-systeme der Geldhäuser die Sparer entschädigen. Doch klar ist: Bei Pleite einer sehr großen Bank oder einer Kettenreaktion wären die Töpfe schnell leer. Unabhängig davon garantiert daher seit Ende 2010 das Gesetz pro Kopf und Bank 100.000 Euro; wer mehr hat, sollte das Geld also auf mehrere Banken verteilen.

Droht ein Aktiencrash?

Eher nicht. Aktien sind, gemessen an der global schwachen Konjunktur und der Euro-Krise, zwar schon recht weit gelaufen. Und Aktienkurse zieht es nach unten, wenn die Wirtschaft darbt. Aber Investoren suchen Rendite. Sichere Staatsanleihen bringen zu wenig. Aktien solide geführter Konzerne mit guten Dividenden rentieren höher als Anleihen der Unternehmen. Wer Geld übrig hat, steckt einen Teil in solide Aktien.

Soll ich in Währungen außerhalb des Euro investieren?

Die goldene Regel heißt: Setze nie alles auf eine Karte. Das gilt auch für Währungen. Problem: Die Fluchtwährungen, allen voran der Schweizer Franken, sind schon sehr teuer. Ein paar norwegische, schwedische oder kanadische Staatsanleihen aber können Sie Ihrem Depot ruhig beimischen.

Wie sichere ich meine Kinder ab?

Indem Sie sicherstellen, dass sie etwas bekommen, wenn Ihnen etwas zustößt: Unerlässlich ist eine Risikolebensversicherung, für etwa 30 Euro monatlich gibt es im Todesfall 250 000 Euro. Dazu regelmäßig eine feste Summe ansparen, am besten in Aktien für ein Kinderdepot. Vorsichtige schließen noch eine Kinder-Invaliditätsversicherung ab, die greift weiter als eine Unfallpolice.

Soll ich jetzt Schulden machen?

Kredite sind billig, Konsum kurbelt die Wirtschaft an. Ist Ihr Job sicher, kaufen Sie sich was Schönes, viel Zinsen gibt es sowieso nicht. Bei Immobilien gilt: Auch Niedrigzins-Kredite müssen verlängert und zurückgezahlt werden. In zehn Jahren können die Zinsen viel höher sein. Wer zu wenig tilgt, ist bis zur Rente nicht schuldenfrei. Baukredite also nur so hoch ansetzen, dass Sie die Rückzahlung in einem vernünftigen Zeitraum stemmen können.

Soll ich meine Immobilie verkaufen?

Die Preise sind hoch, eigentlich ein guter Zeitpunkt. Aber die Euro-Krise ist nicht gelöst, Sachwerte bleiben gefragt. Wer verkaufen will, braucht vor allem aber einen Plan, wie er das Geld anlegt. Wer es nur auf dem Sparbuch parken möchte, sollte seine vermietete Wohnung behalten. Das gilt erst recht für das Eigenheim – so man sich wohl darin fühlt.

Soll ich Gold kaufen?

Im Zweifel ja. Wer Gold als Währung betrachtet, kann Papier immer in Edelmetall tauschen, egal, zu welchem Preis. So gesehen ist Gold das einzige Tauschmittel, das Inflation und Währungsreform überlebt hat. Wer davor Angst hat, kauft Gold – als Versicherung.

Gibt es sicheres Tagesgeld für mehr als zwei Prozent Zins?

Kaum. Solange die EZB Banken Geld für 0,75 Prozent gibt, müssen nur kapitalschwache Institute für zwei bis drei Prozent Geld sammeln. Oft greift dann nur die ausländische Einlagensicherung. Bei Pleiten wird es mühsam, an sein Geld zu kommen.

Soll ich in Oldtimer, Kunst, Uhren oder Wein investieren?

Klar doch, wenn Sie Spaß daran haben – und etwas davon verstehen. Die Angst vor Inflation treibt die Preise von Sachwerten, auch von schönen, nutzlosen, wie Cézanne und Mercedes SL. Aber Vorsicht: Laien werden von Experten übervorteilt. Lassen Sie sich unabhängig beraten, auch wenn das erst mal Geld kostet.

Für das laufende Jahr rechnet das Unternehmen bei Altersvorsorge und Krankenversicherung mit stabilen Erlösen, bei der Altersvorsorge könnten sie auch leicht rückläufig sein. Dagegen soll das Vermögensmanagement in den Geschäftsjahren 2013 bis 2015 weiter wachsen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) werde 2013 bis 2015 in einem Korridor von 65 bis 78 Millionen Euro liegen, prognostizierte das Unternehmen. Im abgelaufenen Jahr waren es 74,1 Millionen.

Von

dpa

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