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02.12.2014

12:34 Uhr

Vermögensberatung

Können Frauen Reiche besser beraten?

VonElisabeth Atzler

Bisher ist die Vermögensberatung als Branche männerdominiert. Einige Privatbanken wollen das ändern. Der Frauenanteil in der Beratung liegt bei 20 Prozent. Umstritten ist, ob es Unterschiede bei Investments gibt.

Gemischte Teams aus Frauen und Männern sind bei der Vermögensberatung erfolgreicher. dpa

Gemischte Teams aus Frauen und Männern sind bei der Vermögensberatung erfolgreicher.

FrankfurtWer an Vermögensberatung denkt, dürfte in der Regel Männer vor sich sehen - und liegt damit richtig: Die meisten Kunden von Privatbanken sind männlich, ebenso der Großteil der Berater. Nur 13 Prozent der Reichen mit mindestens 30 Millionen Dollar Vermögen sind Frauen, zeigt eine Studie der Großbank UBS und des Datendienstleisters Wealth-X. Und der Frauenanteil in der Beratung liegt bei nur etwa 20 Prozent Frauen,
wie Geldhäuser selbst schätzen.

Frauenquote in Vorständen der 100 größten Banken

Öffentlich-rechtliche Banken (z.B. Sparkassen)

2010: 2,0 Prozent

2011: 2,5 Prozent

2012: 3,6 Prozent

Genossenschaftsbanken

2010: 4,2 Prozent

2011: 5,4 Prozent

2012: 5,1 Prozent

Private Banken

2010: 3,8 Prozent

2011: 3,3 Prozent

2012: 4,6 Prozent

Einen Anteil, den Rolf Tilmes, Professor für Vermögensverwaltung an der EBS Business School, für viel zu gering hält. „Meiner Ansicht nach gibt es auf jeden Fall zu wenig Beraterinnen im Private Banking“, sagt er. Ein Grund dafür: Man brauche viel Berufserfahrung. „Viele Frauen machen eine Jobpause, wenn sie Kinder bekommen. Zudem ist man häufig abends unterwegs, das sind nicht gerade familienfreundliche Arbeitszeiten.“

Aber: „Die Banken haben das Thema erkannt. Nur lässt es sich nicht von heute auf Morgen ändern“, sagt Tilmes. In der Tat bemühen sich einige Geldhäuser, mehr Frauen für das Private Banking zu gewinnen. Zum Beispiel die Hamburger Privatbank M.M. Warburg: „Wir werden den Anteil in den nächsten Jahren durch eine geschlechterneutrale Personalpolitik erhöhen“, sagt Martin Wehrle, Leiter Personal und Kommunikation.

Wehrle hält es generell für einen Wettbewerbsnachteil, wenn Unternehmen zu wenig Frauen in der Beratung einsetzen. „Viele Kunden - auch Männer - möchten lieber von Frauen beraten werden.“ Die Kunden seien sehr individuell und hätten „eine eigene Vorstellung vom Typus ihres Beraters“. Darauf will M.M. Warburg verstärkt eingehen.

Kommentare (1)

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Herr Peter Aue

02.12.2014, 15:15 Uhr

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