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19.03.2012

12:29 Uhr

Vermögensverwalter

Letztes Familienmitglied verlässt Julius Bär

Mit Raymond Bär scheidet das letzte Familienmitglied aus dem Verwaltungsrat des Schweizer Vermögensverwalters aus. Daniel Sauter übernimmt die Spitze des Gremiums.

Archivbild von Raymond Bär. Reuters

Archivbild von Raymond Bär.

ZürichZeitenwende beim Schweizer Vermögensverwalter Julius Bär : Das letzte Mitglied der Gründerfamilie scheidet aus der Führung aus. Verwaltungsratspräsident Raymond Bär tritt nach Angaben vom Montag auf der Generalversammlung am 11. Mai nicht mehr zu Wiederwahl an.

Die 1890 gegründete Julius Bär ist heute die größte reine Vermögensverwaltungsbank der Schweiz. Sie war 1980 die erste der im Besitz einer Familie stehenden sogenannten Schweizer Privatbanken, die an die Börse ging. 2005 gab die Familie im Zuge einer Expansion dann die Mehrheit an der Bank auf. Mit der Abgabe des Präsidiums sei „die Metamorphose unseres Unternehmens von einem Familienbetrieb zu einer Publikumsgesellschaft in allen Aspekten abgeschlossen“, erklärte Raymond Bär. Zuletzt hielt die Familie noch knapp drei Prozent. Nachfolger Bärs soll Daniel Sauter werden - der frühere Chef des Rohstoffkonzerns Xstrata ist seit 2007 im Bär-Verwaltungsrat.

Der 52-jährige Bär soll zum Ehrenpräsidenten ernannt werden und sich zunächst um den Steuerstreit mit den USA kümmern. Julius Bär gehört zu den elf Schweizer Banken, denen die Steuer- und Justizbehörden der USA Beihilfe zu Steuerhinterziehung für reiche Amerikaner vorwerfen. Die Bank rechnet damit, dass sie Informationen über amerikanische Kunden liefern muss und auch eine Geldbuße auf sie zukommen wird. Raymond Bär wird Vorsitzender eines Sonderausschusses des Verwaltungsrates, der Lösungen im Streit mit den Amerikanern suchen soll.

Der Ausschuss, der nach Angaben eines Bär-Sprechers schon eine Weile existiert, sei auch mit Steuersachen in Europa befasst. Im vergangenen Jahr hatte Bär in Deutschland ein Bußgeld von 50 Millionen Euro bezahlt, um Vorwürfe wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung vom Tisch zu bekommen. Die Gespräche mit den US-Behörden dauerten an und Bär sei zuversichtlich, diese zu einem positiven Abschluss bringen zu können, erklärte der Sprecher weiter. Das könnte aber teuer werden, erklärte Kepler-Analyst Dirk Becker. An der leicht schwächeren Börse verlor die Bär-Aktie mit gut zwei Prozent etwas mehr als die Titel der Großbank Credit Suisse, die ebenfalls im Visier der US-Steuerbehörden steht und bereits 295 Millionen Franken für eine mögliche Buße zur Seite gelegt hat.

Von

rtr

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