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17.01.2007

14:44 Uhr

Versandhandel

Externe Manager übernehmen bei Otto

Nach 26 Jahren an der Spitze des Handels- und Dienstleistungskonzerns Otto will sich Michael Otto im Oktober dieses Jahres in den Aufsichtsrat zurückziehen. Sein Nachfolger: Hans-Otto Schrader, unterstützt von Rainer Hillebrand als sein Stellvertreter. Mit dem Duo an der Spitze stehen seit 26 Jahren wieder familienfremde Manager an der Spitze des Konzerns.

Hans-Otto Schrader wechselt an die Spitze der Otto Group. Foto: dpa dpa

Hans-Otto Schrader wechselt an die Spitze der Otto Group. Foto: dpa

HB HAMBURG. Mit Hans-Otto Schrader und seinem Stellvertreter Rainer Hillebrand übernehmen zwei erfahrene Handelsmanager, die schon seit Jahrzehnten bei dem Hamburger Unternehmen in verantwortlicher Position arbeiten. Die beiden 50-Jährigen kennen sich gut aus der Arbeit im Vorstand der Stammfirma Otto; Schrader als Einkaufschef und Hillebrand als Vertriebs- und Marketing-Manager. Hillebrand ist zudem der Otto- Experte für E-Commerce, einem der wichtigsten Wachstumsfelder des Unternehmens. Mit Günter Nawrath hatte von 1966 bis 1981 zum letzten Mal ein familienfremder Manager das von Michael Ottos Vater Werner gegründete Unternehmen geführt

Die neue Spitze soll nach den Worten des Hauptgesellschafters Michael Otto langfristig den Konzern führen. „Das ist keine Übergangslösung, selbst wenn mein Sohn in unser Unternehmen eintreten sollte“, sagte Otto am Mittwoch in Hamburg. Der 63-jährige hatte bereits mehrfach öffentlich angekündigt, den Vorstand des Konzerns noch vor dem 65. Lebensjahr verlassen zu wollen und die Leitung einem familienfremden Manager zu übergeben. Otto führt den Familienkonzern seit 1981, nachdem er zuvor bereits zehn Jahre dem Vorstand angehört hatte.

Zwei „sehr gleichwertige Kandidaten“

Der 31-jährige Benjamin Otto, der sich erfolgreich in Berlin selbstständig gemacht hat, würde sicherlich zunächst bei Tochtergesellschaften Erfahrungen sammeln, ehe er den sehr komplexen Gesamtkonzern übernehmen würde. Das werde Jahre dauern und bislang sei nicht einmal absehbar, wann Benjamin Otto eine Aufgabe in dem Familienunternehmen übernehmen möchte. „Er will es und das freut mich, aber der Zeitpunkt ist offen.“

Die Entscheidung zwischen Hans-Otto Schrader und Rainer Hillebrand bei der Auswahl des neuen Vorstandsvorsitzenden sei nicht einfach gewesen, sagte Michael Otto. „Es waren sehr gleichwertige Kandidaten und sie werden ja auch beide befördert und erhalten mehr Verantwortung.“ Für Schrader habe gesprochen, dass er in 30 Berufsjahren im Unternehmen viele nationale und internationale Positionen erfolgreich ausgefüllt und Aufgaben gelöst habe. Als ehemaliger Personalvorstand habe er zudem eine enge Beziehung zu den Arbeitnehmern - „und die müssen immer mitgenommen werden“. Schraders künftiger Stellvertreter Hillebrand nehme als Verantwortlicher für das Wachstumsfeld E-Commerce und für den gesamten deutschen Universalversandhandel ebenfalls eine herausragende Position für die Zukunft des Unternehmens ein.

Otto kündigte an, er selbst werde sich künftig verstärkt um seine ehrenamtlichen Engagements in den Bereichen Natur- und Umweltschutz, Nachhaltigkeit, Kultur und Kunst zu kümmern. Im Zentrum stehe dabei die Michael Otto Stiftung für Umweltschutz, die sich vor allem für die Reduzierung der Kohlendioxid-Emissionen einsetzt.

Otto übt eine Vielzahl von Ehrenämtern aus. Er führte sein Unternehmen nicht nur nach kaufmännischen, sondern auch nach ethischen Zielen. So müssen sich die Otto-Lieferanten einem systematischen Auswahlverfahren unterziehen, in dem nicht nur die Qualität der Produkte, sondern ebenso die Arbeits- und Lebensbedingungen der Arbeitnehmer geprüft werden. Michael Otto erhielt für seine beruflichen und ehrenamtlichen Leistungen zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen.

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