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10.01.2007

13:01 Uhr

Vertragsverlängerung

Kagermann bleibt vermutlich SAP-Chef

VonJens Koenen

Die SAP AG, der weltgrößte Anbieter von Firmensoftware, wird wohl auch in Zukunft von Henning Kagermann geführt werden. Darauf deuten zahlreiche Informationen aus dem SAP-Umfeld hin. Zwar ist eine endgültige Entscheidung noch nicht gefallen, eine Vertragsverlängerung im Februar gilt aber als sehr wahrscheinlich.

SAP-Chef Henning Kagermann muss den bodenständigen Softwarehersteller zum Weltkonzern wandeln. Foto: dpa dpa

SAP-Chef Henning Kagermann muss den bodenständigen Softwarehersteller zum Weltkonzern wandeln. Foto: dpa

FRANKFURT. „Ich gehe aber davon aus, dass der Aufsichtsrat am 15. Februar über eine Vertragsverlängerung von Kagermann abstimmen wird“, sagte ein Insider des Konzerns. Über Kagermanns Zukunft wird seit langem spekuliert. Der Vertrag des 59-Jährigen läuft in diesem Jahr aus. Über Wochen und Monate kursieren die unterschiedlichsten Szenarien. Eines davon sah eine Doppelspitze von Technikvorstand Shai Agassi und Vertriebsvorstand Leo Apotheker vor. Doch davon sei kaum noch die Rede, heißt es aus der SAP-Zentrale.

Tatsächlich scheinen sich die handelnden Personen auf eine Vertragsverlängerung Kagermanns geeinigt zu haben. Auch die Arbeitnehmervertreter befürworten Kagermann, heißt es. Offiziell will sich keiner zum Thema „Nachfolge“ äußern. Mehrere Gründe sprechen für eine solche Lösung. Zum einen wird der Professor für theoretische Physik, der 1998 an die Spitze von SAP rückte und 2003 mit dem Ausscheiden von SAP-Mitgründer Hasso Plattner Vorstandsvorsitzender wurde, intern und extern sehr geschätzt.

Zum anderen wird es vor allem ihm zugetraut, den globalen Konzern und seine Mitarbeiter zusammenzuhalten. Der Softwareriese befindet sich in einer schwierigen Phase, vielleicht der bislang schwierigsten überhaupt. Das mit typisch deutscher Ingenieurskultur groß gewordene Unternehmen wandelt sich zu einem globalen Konzern. Die Folge: Teilweise werden alte Wurzeln gekappt, die langjährige Entwicklerhochburg Walldorf muss Aufgaben und Kompetenzen abgeben.

Der schwierige Spagat beschäftigt Mitarbeiter und Management seit Monaten und war wohl auch mit ein Grund für die Wahl des ersten Betriebsrates der SAP im vergangenen Jahr. Zwar hat der nüchtern und analytisch denkende Kagermann als ein strenger Verfechter der „Globalisierung“ diese Entwicklung mit vorangetrieben. Das hat ihm – so ist zu hören – etwa den Unmut von SAP-Mitgründer Dietmar Hopp eingebracht. Doch auch Hopp, so heißt es aus seinem Umfeld, wisse, dass letztlich nur Kagermann den Zusammenhalt des Unternehmens sichern könne. „Agassi macht einen tollen Job und genießt das Vertrauen vieler SAPler. Doch als Vorstandschef ist er in Walldorf kaum vermittelbar", bringt ein Unternehmenskenner die Situation auf den Punkt.

Die Frage, ob Kagermann weitermachen will, gilt mehr oder weniger als entschieden. „Kagermann ist alles andere als amtsmüde“, heißt es aus seinem Umfeld. Er wolle beweisen, dass der von ihm initiierte Umbau der Software von monolithischen Blöcken auf modulare Elemente die Umsätze langfristig sichern wird. „Und dazu braucht er mindestens zwei Jahre“, sagte ein SAP-Manager.

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