Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.03.2014

16:41 Uhr

Virgin-Gründer

Milliardär Branson plant Einstieg ins Kreuzfahrtgeschäft

ExklusivRichard Branson versteht es wie kaum ein Zweiter, ganze Branchen aufzumischen. Das neueste Projekt des Virgin-Gründers: Virgin Cruises will ins Kreuzfahrtgeschäft vorstoßen. Deutschen Werften winkt ein Milliardenauftrag.

Multi-Milliadär Richard Branson: Der Unternehmer versteht sich darauf, mit ungewöhnlichen Aktionen Aufmerksamkeit für seine Geschäfte zu erzeugen. ap

Multi-Milliadär Richard Branson: Der Unternehmer versteht sich darauf, mit ungewöhnlichen Aktionen Aufmerksamkeit für seine Geschäfte zu erzeugen.

DüsseldorfDer britische Unternehmer und Multi-Milliardär Richard Branson lockt die deutschen Werften mit einem Milliardenauftrag. „Wir wollen in den nächsten Jahren mit Virgin ins Kreuzfahrtgeschäft vorstoßen“, sagte der 63-Jährige Gründer der Virgin-Gruppe dem Handelsblatt (Mittwochausgabe). „Wir sprechen bereits mit Werften in Italien und Deutschland, um große Schiffe für Virgin Cruises bauen zu lassen. Die Chancen stehen sehr gut, dass Deutschland den Zuschlag bekommt.“

Branson hatte Anfang März erstmals Pläne zur Gründung einer neuen Reederei vorgestellt. Als anfängliche Investition sollen laut Branchenschätzungen rund 1,7 Milliarden Dollar geplant sein, etwa zwei Drittel sollen dabei von Banken kommen, ein Drittel von anderen Investoren. Geplant seien zunächst zwei Schiffs-Neubauten in den nächsten Jahren, hieß es. „Wir bauen und konzipieren die Schiffe komplett neu. Das wird ungefähr drei Jahre dauern“, so Branson. Für große deutsche Werften wie Bloom+Voss in Hamburg und der Meyer-Werft in Papenburg wäre der Bau der Großschiffe ein lukrativer Auftrag.

Das weltweite Virgin-Imperium

Unterhaltung

Glücksspielfans können Angebote von Virgin sowohl Online (Virgin Games) als auch in Filialen (Virgin Casino) nutzen. Doch mit Radiostationen (Virgin Radio) und Filmproduktionen (Virgin produced) ist das Unternehmen auch multimedial unterwegs – die nötige Hardware gibt es bei den Elektrogroßmärkten der Kette Virgin Megastore.

Gesundheit & Wellness

Neben den Virgin Active-Fitnessstudios gibt es auch einige Unternehmen im Virgin-Imperium, die sich mit Gesundheitsservices und Versorgung befassen. Dazu gehören die Gesundheitssparte Virgin Care und die Nabelschnurblutbank Virgin Health Bank.

Freizeit

Ein leckerer Wein (Virgin Wines) und ein gutes Buch (Virgin Books) – viele stellen keinen weiteren Anspruch an ihre Freizeit. Wer aber das Abenteuer sucht, kann bei den Virgin Balloon Flights einsteigen oder eine Erlebnisveranstaltung bei Virgin Experience Day buchen.

Geld

Wer ein Start-up aufbauen will, kann sich mit der Gründerberatung von Virgin Startup auseinandersetzen. Das nötige Geld lässt sich mithilfe des Finanzdienstleisters Virgin Money beiseite schaffen – oder man organisiert eine Spendenaktion. Darum kümmert sich dann die Sparte Virgin Money Giving.

Welt & Mensch

Einige Unternehmen kümmern sich um wohltätige Zwecke, Umweltschutz und Nachhaltigkeit: Eine Private Equity fördert grüne Projekte (Virgin Green Fund), Virgin Earth Challenge setzt sich für den Klimaschutz ein und die Stiftung Virgin Unite verbindet karikative Verbände miteinander.

Telekommunikation & Technologie

Allein mit Virgin können die Nutzer sich vernetzen: Per Breitbandanbieter Virgin Connect ins Internet, per Virgin Media ans Telefon- und Kabelnetz – und Mobilfunkverträge bietet Virgin Mobile an.

Reisen

Virgin America, Atlantic und Australia sind Fluggesellschaften des Virgin-Imperiums. Ganz hoch hinaus soll es mit den sündhaft teuren Touristen-Weltraumflügen von Virgin Galactic gehen. Für weniger galaktische Ausflüge gibt es mehrere Reiseanbieter – zum Beispiel Virgin Holidays, Virgin Holiday Cruises und Virgin Limited Edition.

Branson hat wie kaum ein Zweiter darin Erfahrung, Geschäftsideen zu entwickeln und Branchen aufzumischen. Zuletzt kämpfte der 63-jährige Branson jedoch mit Schwierigkeiten bei „Virgin Galactic“, das Raumflüge für Privatleute anbieten will: „Die Explosion und die bedauerlichen Todesfälle haben das Projekt zurückgeworden.“ Der Jungfernflug verzögert sich seit geraumer Zeit, aber der Unternehmer gibt sich für einen Start noch im Jahr 2014 optimistisch: „Nach den Informationen, die ich habe, bin ich zuversichtlich, dass es noch dieses Jahr klappen wird“, so Branson.

Branson, der sich auch als Philanthrop engagiert und mehrere Projekte zum Klimawandel angestoßen hat, äußert sich gegenüber dem Handelsblatt kritisch zur deutschen Energiepolitik. „Ich halte den kompletten Ausstieg aus der Atomenergie aus der Sicht der globalen Erderwärmung für einen Fehler“, sagte Branson. „Wir müssen alle Instrumente nutzen, um den Klimawandel zu stoppen – und die Atomenergie gehört für mich dazu. Es sind in den vergangenen Jahren deutlich mehr Menschen im Bergbau gestorben als durch Kernkraft.“ Die deutsche Bundesregierung hatte 2011 beschlossen, in Deutschland bis spätestens Ende 2022 endgültig den letzten Atommeiler stillzulegen.

Weitere Reisetipps – etwa, welche Rechte Sie als Fluggast haben, wie Sie bei Handy und Mietwagen sparen können und welche Versicherungen im Urlaub wichtig sind – finden Sie im Reise-Dossier im Kaufhaus der Weltwirtschaft.

Von

hz

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×