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01.08.2012

06:22 Uhr

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Was Sie bei der Karriereplanung berücksichtigen sollten

VonUlrike Heitze

Karriere machen wollen viele. Doch kann man sie sich wirklich vornehmen und langfristig planen? Ja, man kann. Handelsblatt Online zeigt Aufstiegsmöglichkeiten und wie Sie herausfinden, wohin die Reise geht.

In der Rubrik „Karriere Tipp“ widmet sich Handelsblatt Online wöchentlich Themen rund um Beruf, Büro und Bewerbung. CAEPSELE

In der Rubrik „Karriere Tipp“ widmet sich Handelsblatt Online wöchentlich Themen rund um Beruf, Büro und Bewerbung.

Düsseldorf„Wo sehen Sie sich in fünf oder in zehn Jahren?“ – Wenn diese Frage im Vorstellungsgespräch fällt, haben Bewerber in aller Regel gleich eine visionäre Antwort parat. „Ich würde in fünf Jahren gerne ein kleines Team führen“, „Bis dahin möchte ich auf einer Auslandsstation Erfahrungen gesammelt habe, um die nächste Karrierestufe anzustreben“, „Ich habe mich als Spezialist etabliert“ oder „Ich möchte Budgetverantwortung für den Produktbereich.“

Während es zu diesem Zeitpunkt nicht an beruflichen Zielen mangelt, bleiben im Laufe der Berufsjahre die genaueren Vorstellungen von der weiteren Karriere gerne auf der Strecke – geschweige denn, dass man aktiv darauf hinarbeitet.

Das gehört zu einer effektiven Karriereplanung

Die persönliche Bestandsaufnahme

Definieren Sie für sich – möglicherweise auch in Zusammenarbeit mit einem Coach – Ihre Stärken, Schwächen, Talente und Kompetenzen. Nur wer sich selbst recht genau kennt, kann sein Potenzial, aber auch seine Grenzen realistisch einschätzen und entsprechend planen. Wer in seiner Selbstwahrnehmung grob daneben liegt, jagt möglicherweise Träumen und Positionen nach, die unerreichbar oder völlig unpassend sind.

Ohne Ziel kein Weg

Wer keine grobe Vorstellung hat, wo es denn mit ihm eigentlich hin gehen soll, tut sich mit jeder Laufbahnplanung schwer. Wem Ideen fehlen – insbesondere Berufsstartern mangelt es oft einfach die Erfahrung und Vorstellungskraft – kann sich zunächst in verschiedenen Branchen und Richtungen ausprobieren, um sich zu orientieren.

Operationale Karriereziele

Steht ein Fernziel fest, müssen Karriereziele und berufliche Stationen auf praktikable Größe herunter gebrochen werden. Dem Traum „einen Dax-Konzern leiten“ würde man sich über machbare Unterziele wie etwa „binnen fünf Jahren ein kleines Team führen“,  „Filialverantwortung übernehmen“ oder „ein MBA in den USA machen“ nähern. Ob es dann letztlich zum Vorstandsposten reicht, wird die Zukunft zeigen, aber die Etappenziele können den Weg dorthin – oder woanders hin – ebnen.

Regelmäßige Standortbestimmungen

Wer nicht gelegentlich mal schaut, ob er sich mit seiner aktuellen Tätigkeit oder seinen Qualifikationen noch auf Spur befindet und ob seine Ziele überhaupt noch seine Ziele sind, läuft Gefahr, in die falsche Richtung zu rennen. Es ist durchaus legitim – und auch mal nötig, Karrierepläne umzuwerfen oder nach zu justieren. Wichtig: Alle Ziele sollten dem eigenen Wertesystem entsprechen, um auf Dauer zu tragen.

Flexibel bleiben

Eine geradlinige Laufbahn ist selten. Denn selbst wer die Weichen sehr effektiv stellt – Uni, Unternehmen, Position „richtig“ auswählt – kann nicht alle Parameter einer Karriere kontrollieren und vorhersehen. Oft kommen beispielsweise Jobangebote von ganz überraschender Seite oder sie bleiben aus völlig unerwarteten Gründen aus. Deshalb gilt es bei aller Planung: Offen sein für gute Gelegenheiten. Und mutig. Insbesondere, wer sich für unkonventionelle Schritte entscheidet, ist oft allein und braucht Stehvermögen. Ziel einer Laufbahn ist, aus den einzelnen Stationen eine zusammenhängende Geschichte zu machen.

Zu spät gibt’s nicht

Auch wer bislang wenig Gedanken an die aktive Gestaltung seiner Laufbahn verwendet hat, kann immer noch damit anfangen. Der Vorstandsposten ist dann voraussichtlich zwar schon weg, aber in der Regel verfügt jeder Arbeitnehmer über einen ganzen Strauß an Erfahrungen und Fähigkeiten, mit denen sich ein Profil ausarbeiten lässt. Ansonsten gilt es, über entsprechende Weiterbildung und Selbstmarketing wieder für Anschluss an den Karrierepfad zu sorgen.

Das richtige Timing finden

Gehen oder bleiben? Eine knifflige Entscheidung. Allzu langes Verharren kann schnell zum Karriereverhinderer werden. Andererseits gilt es, vorab alle Möglichkeiten innerhalb des Betriebes auszuloten. Denn nur hier können Sie auch mit Ihrem Unternehmens-Know-how punkten. In jedem Fall sollten Sie sich bei Ihrer längerfristigen Planung nicht zu sehr auf einen einzigen Arbeitgeber fokussieren, sondern sich lieber auch für andere Unternehmen attraktiv, sprich: beschäftigungsfähig halten.

Die Nase im Wind haben

Netzwerken Sie intern und extern, um mitzubekommen, wo in der Branche und in Ihrem Unternehmen was läuft, wo sich Chancen auftun, wo Entscheider sitzen. Idealerweise finden Sie im Markt zwei oder drei Vertraute – das können auch Headhunter und Personalberater sein –, die Sie quasi als Mentor auf dem Laufenden halten. Damit sind Sie immer am Puls der Zeit. Strecken Sie auch intern die Fühler aus, um mitzubekommen, wo spannende Projekte anstehen.

Flagge zeigen

Egal, wie zufrieden und wechselunwillig Sie auf Ihrer aktuellen Position auch sind: Signalisieren Sie Ihrem Unternehmen regelmäßig, dass Sie für gute Angebote und Projekte zu haben sind. Motto: „Wenn Ihr mal was in Richtung xy habt, wäre ich gerne mit dabei.“ In leistungsorientierten Unternehmen wird einem das heutzutage in der Regel nicht mehr als Illoyalität dem eigenen Vorgesetzten gegenüber ausgelegt.

Aus Fehlern lernen

Jeder kann sich mal falsch entscheiden. Der neue Job entpuppt sich als eine Nummer zu groß, die Selbstständigkeit liegt einem dann doch nicht so oder man erkennt zu spät, dass der Karrierepfad im alten Unternehmen zu Ende ist. Unangenehm, aber kein Beinbruch, wenn man das Geschehene akribisch aufarbeitet und seine Lehren daraus zieht. Tut man es nicht, bleibt der Stachel stecken – und vergiftet im schlimmsten Fall in Form von Versagensängsten, Minderwertigkeitskomplexen oder stillem Groll die gesamte weitere Laufbahn.

Auch mal Nein sagen

Die Personalabteilung will Sie in den Talentepool aufnehmen, der Chef möchte aus Ihnen den Top-Sanierer machen, die Konkurrenz winkt mit hohen Abwerbeprämien, die Auslandsniederlassung will Sie gar nicht mehr weg lassen. Angebote, die dem eigenen Ego mächtig schmeicheln. Analysieren Sie Karriereschritte, die Ihnen angetragen werden, dennoch kritisch. Wollen Sie sie überhaupt? Passen Sie zu Ihren Zielen? Entwickeln Sie sich damit in die „richtige“ Richtung? So sinnvoll es auch ist, offen für Neues und Ungewöhnliches zu sein: Positionen, die gar nicht passen, sollte man taktvoll, aber konsequent ablehnen.

So sind viele Arbeitnehmer tatsächlich der Meinung, dass Laufbahnen sich nicht vorzeichnen lassen – und verzichten deshalb auf entsprechende Anstrengungen. Diese Beobachtung von Karriereberatern bestätigte erst jüngst wieder eine Umfrage des Businessnetzwerkes LinkedIn unter 7.000 Berufstätigen aus 15 Ländern. Danach halten zwei von drei Arbeitnehmern Karriere für nicht planbar und haben keine konkretere Vorstellung von ihrer beruflichen Zukunft. Nur jeder dritte wusste, wohin die Reise geht.

Incentives: Ein hohes Gehalt ist nur die halbe Miete

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Ein hohes Gehalt ist nur die halbe Miete

Prämien oder teure Incentive-Reisen motivieren Mitarbeiter nur bedingt. Vor allem junge Leute legen zunehmend Wert darauf, dass ihr Arbeitgeber nachhaltig handelt und eine flexible Lebensgestaltung ermöglicht.

Lässt sich eine Karriere also wirklich nicht planen? Kann man eine Laufbahn tatsächlich nicht forcieren? „Natürlich kommt es am Ende oft ganz anders als man denkt“, stellt Sabine Hansen, Partnerin bei der Personalberatung Delta Amrop, fest. „Kollege Zufall spielt auch immer eine große Rolle.“

Unbestritten beeinflussen viele unvorhersehbare Ereignisse die Karriere – Jobangebote oder ausbleibende Offerten, Entlassungen, Krankheiten, familiäre Veränderungen, der berühmte richtige Ort zum richtigen Zeitpunkt. „Aber trotzdem passiert Karriere selten einfach so. Die Wahrscheinlichkeit, dass einem Türen offen stehen oder dass sie offen bleiben, kann man gezielt beeinflussen“, erklärt Sabine Hansen. „Durchgehen und sich auf der anderen Seite bewähren, muss man dann natürlich selber.“

Kommentare (4)

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aruba

01.08.2012, 06:55 Uhr

Guten Tag,.... Sei aus guter Familie ( egal wie dumm du bist ),.... tue wenig;.... wer wenig tut macht kaum viele Fehler. Krieche jedem [...] kerl in den [...],..das gilt auch fuer solche die aus einfachem Elternhause stammen. Ergaunere Doktorarbeiten;... es sei du kriegst sie durch Beziehungen eh nachgeschmissen. Treffe NIEMALS eigene Entscheidungen;... die Gefahr dich zu blamieren ist zu gross. Sei korrupt,... ruecksichtslos, dumm wie Brot und sei ein Wichtigtuer oder Windbeutel;... jedes echte Koennen,... jedes ehrbare Ziel sei dir fremd. Wenn du vor Bloedheit brummst;... keine Ahnung hast was Morgen sein wird;... alles voegelst was dir vor die Lunte kommt;... anderer Leute Geld veruntreust,... Bilanzen faelschen laesst ( Du selber kannst es eh nicht ) deine eigene Grossmutter an den Teufel verkaufst. Dann,... aber nur dann wirst du was. Vor allem lese keine [...]Artikel von wegen Karriereplanung im Handelsblatt und in aehnlichen Arbeitgeber Sturmblaettern. [...] Gute Nacht.

[+++Beitrag wurde von der Redaktion editiert+++]

drschaeffera

01.08.2012, 10:13 Uhr

Nur ein paar Beispiele dazu, welche Aussagen im Artikel schon beim Lesen als widersprüchlich auffallen:
"(...) jeder Dritte wusste, wohin die Reise geht": Richtig wäre wohl, dass jeder Dritte eine Wunschvorstellung von der Reise hat, die tatsächlich aber überwiegend dann anders verlaufen wird. Wissen tut man also im Vorfeld gar nichts...
"(...) haben Bewerber in aller Regel gleich eine visionäre Antwort parat: 'Ich möchte in fünf Jahren ein kleines Team führen.'" -> Was bitte ist daran visionär? Das ist für mich eher Krämer-Mentalität. Es ist auch nicht das, was zB an Hochschulen den Studenten erzählt wird. Dort wird einem über Jahre von den Professoren erzählt, man gehöre zur künftigen Elite etc., irgendwann glaubt man das dann und wer dann bloß angibt, in fünf Jahren ein kleines Team führen zu wollen, der muss sich schon gar nichts zutrauen. Der überwiegende Teil sähe sich lieber ganz woanders.
"Dies birgt größere Risiken (...), allerdings auch mehr Chancen für die Laufbahn." Dass es dort, wo es mehr Risiken gibt, auch mehr Chancen gibt, ist trivial. Das heißt aber nun eben gerade nicht, dass die Planbarkeit der Laufbahn deshalb zunimmt, sondern sie nimmt eher ab. Daher wird eine solche Planung im Gegenteil nicht immer wichtiger, sondern immer sinnloser...

So wie ich also viele Aussagen im Artikel im wesentlichen für nicht richtig halte, stimme ich dem Vor-Kommentator aruba in einigen Dingen dagegen zu...

Ralf

01.08.2012, 11:33 Uhr

Ich habe die persönliche Erfahrung gemacht, dass zu einer gut geplanten Karriere auch vor allem immer sehr, sehr gute, möglichst perfekte Bewerbungen gehören.
[...] [+++Beitrag wurde von der Redaktion editiert+++]

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