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10.02.2015

20:34 Uhr

Von ProSieben zu Bilfinger

Axel Salzmann wird neuer Bilfinger-Finanzchef

Axel Salzmann wird neuer Finanzchef des krisengeplagten Bau- und Industriedienstleisters Bilfinger. Salzmann kommt vom Medienkonzern ProSieben-Sat.1 und ersetzt Joachim Müller, der seinen Rücktritt angekündigt hatte.

Axel Salzmann wird neuer Finanzchef. Reuters

Bilfinger

Axel Salzmann wird neuer Finanzchef.

StuttgartDer krisengeschüttelte Bau- und Industriedienstleister Bilfinger hat einen neuen Finanzvorstand berufen - ein neuer Vorstandschef steht aber noch nicht fest. Zwar habe der Aufsichtsrat eine klare Präferenz für einen Kandidaten, der aber mit seinem derzeitigen Arbeitgeber noch den Zeitpunkt seines Ausscheidens verhandeln müsse, teilte das Unternehmen am Dienstagabend mit. Insider vermuten, dass es sich dabei um Per Utnegaard handelt, bislang Chef des Schweizer Flughafendienstleisters Swissport. Neuer Finanzchef ab 1. April wird wie erwartet Axel Salzmann, der bei ProSieben-Sat.1 für denselben Bereich zuständig war.

Salzmann folgt auf Joachim Müller, der nach den mehrmals gekippten Gewinnprognosen im vergangenen Jahr seinen Rücktritt angekündigt hatte. Salzmann ist bei ProSieben-Sat.1 seit 2008 Finanzvorstand. Zuvor war er lange Zeit unter anderem beim niederländischen Siemens-Rivalen Philips.

Der neue Vorstandsvorsitzende würde Interims-Chef Herbert Bodner ablösen, der nach dem Abgang des früheren hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch im Sommer die Führung befristet übernommen hatte. Bilfinger hatte Ende des Jahres bereits mit Eckhard Cordes einen neuen Aufsichtsratschef bekommen. Der frühere Metro-Chef war für Großaktionär Cevian in das Kontrollgremium eingezogen.

Bilfinger hatte im vergangenen Jahr an den Finanzmärkten durch die vierfach gebrochenen Gewinnversprechen viel Vertrauen verspielt. Die Aktie notierte mit 51,48 Euro am Dienstag noch gut 40 Prozent niedriger als vor Jahresfrist. Am Donnerstag dürfte Bilfinger zum ersten Mal seit 1998 für das Jahr einen Konzernverlust ausweisen. Von Reuters befragte Analysten rechnen mit einem Nettoverlust von 69 Millionen Euro. Beim Umsatz und der operativen Gewinnentwicklung ging die Talfahrt im vierten Quartal weiter.

Der Traditionskonzern ist mit seiner Strategie, auf technische Dienstleistungen für Energieversorger und Industrieunternehmen zu setzen und aus dem Baugeschäft auszusteigen, in die Krise gerutscht. Für die Fehleinschätzungen wurde in erster Linie Koch verantwortlich gemacht, der nach der zweiten Gewinnwarnung seinen Chefsessel geräumt hatte.

Von

rtr

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