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09.01.2009

16:51 Uhr

Vor Prozessauftakt

Zumwinkel verlässt Arcandor-Aufsichtsrat

Kurz vor Beginn seines Gerichtsverfahrens hat Klaus Zumwinkel sein Mandat im Arcandor-Aufsichtsrat niedergelegt. Der ehemalige Chef der Deutschen Post muss sich wegen Verdachts auf Steuerhinterziehung vor Gericht verantworten. Bei Arcandor hatte Zumwinkel sein letztes wichtiges Aufsichtsratsmandat.

Klaus Zumwinkel hat den Arcandor-Aufsichtsrat verlassen. Foto: ap. Quelle: ap

Klaus Zumwinkel hat den Arcandor-Aufsichtsrat verlassen. Foto: ap.

HB DÜSSELDORF. Der Ex-Chef der Deutschen Post Klaus Zumwinkel sei zum 31. Dezember aus dem Kontrollgremium des Essener Handels- und Touristikkonzerns Arcandor ausgetreten, sagte ein Arcandor-Sprecher. Zumwinkel, der dem Aufsichtsrat des ehemaligen KarstadtQuelle-Konzerns seit 2003 angehörte, habe in einem Schreiben „persönliche und private“ Gründe für den Schritt angegeben. Ein Nachfolger solle bald ernannt werden.

Der prominente Ex-Manager Zumwinkel muss sich vom 22. Januar an vor dem Bochumer Landgericht wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung verantworten. Das Landgericht hatte die Anklage der Staatsanwaltschaft aber nicht in vollem Umfang zugelassen. Diese hatte Zumwinkel vorgeworfen, insgesamt rund 1,2 Millionen Euro Steuern hinterzogen zu haben. Er habe in sechs Fällen zwischen 2001 und 2006 über eine Liechtensteiner Stiftung dem Fiskus Steuern vorenthalten.

Nach einer Entscheidung des Gerichts wird nun aber nur über die Vorwürfe der Steuerhinterziehung für die Jahre 2002 bis 2006 verhandelt. Für das Jahr 2001 lehnte die Kammer die Eröffnung wegen Verjährung ab. Die zur Verhandlung stehende Summe reduziert sich damit auf unter eine Million Euro. Der Bundesgerichtshof hatte im Dezember entschieden, wer Steuern in Millionenhöhe hinterziehe, müsse mit einer Haftstrafe ohne Bewährung rechnen.

Zumwinkel war im Februar 2008 unter Verdacht geraten, Steuern hinterzogen zu haben. Die Behörden hatten damals auch sein Haus in Köln durchsucht. In der Folge musste Zumwinkel sein Amt an der Spitze der Post und den Aufsichtsratsvorsitz bei der Deutsche Telekom aufgeben. Sein letztes wichtiges Mandat war das im Arcandor-Aufsichtsrat gewesen.

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