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25.11.2013

20:46 Uhr

Vor Verkauf

Rhön-Investoren prüfen Klage gegen Großaktionär

Nach dem der Großaktionär B. Braun den Verkauf der Rhön-Kliniken an den Gesundheitskonzern Fresenius gerichtlich stoppen will, schlagen die Rhön-Investoren Alarm. Und gehen in die Offensive.

Der Schriftzug der Rhön-Klinikum. Der Verkauf der Kliniken an den Gesundheitskonzern Fresenius findet wohl vor Gericht statt. dpa

Der Schriftzug der Rhön-Klinikum. Der Verkauf der Kliniken an den Gesundheitskonzern Fresenius findet wohl vor Gericht statt.

FrankfurtNächste Attacke im Kampf um die Zukunft von Rhön-Klinikum: Investoren der fränkischen Klinikkette erwägen Finanzkreisen zufolge eine Klage gegen den Krankenhauszulieferer und Rhön-Großaktionär B. Braun, der gegen den Kauf von Rhön-Krankenhäusern durch den Gesundheitskonzern Fresenius vor Gericht ziehen will. Die darüber erbosten Aktionäre - darunter Investoren aus Frankreich, Großbritannien und den USA - werfen B. Braun Rechtsmissbrauch vor, wie drei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Montag sagten. Ob es am Ende tatsächlich zu einer Klage gegen B. Braun kommt, sei zwar noch nicht entschieden, hieß es in Kreisen. „Aber viele Investoren sind mächtig sauer und fest entschlossen, etwas gegen Braun zu unternehmen“, betonte einer der Insider.

B. Braun hat Ende vergangenen Woche überraschend Klage gegen die milliardenschwere Übernahme von zahlreichen Rhön-Krankenhäusern durch Fresenius eingereicht. Die Rhön-Aktie geriet daraufhin am Freitag unter Druck, bei einem Platzen der Übernahme müssten sich die Aktionäre auf einen noch stärkeren Rückgang einstellen.

Fresenius hatte Mitte September angekündigt, 43 Kliniken und 15 medizinische Versorgungszentren von Rhön für gut drei Milliarden Euro zu übernehmen. Das Familienunternehmen B. Braun, das mit 14 Prozent inzwischen größter Aktionär von Rhön ist, verhielt sich in den darauffolgenden Woche zunächst ruhig. Auch die Frist, eine einstweilige Verfügung gegen diesen Kauf zu beantragen, ließ B. Braun verstreichen. Aus Sicht der wütenden Investoren geschah dies vor allem deshalb, weil sich der Konzern ansonsten schadenersatzpflichtig gemacht hätte, falls die Verfügung im Hauptsacheverfahren wieder kassiert worden wäre.

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Dass B. Braun die Frist verstreichen ließ und nun eine „normale“ Klage einreichte, spricht aus Sicht der aufgebrachten Investoren dafür, dass der Konzern aus Prinzip „dazwischen schießen“ wolle, obwohl die Klage rechtlich keine Aussicht auf Erfolg habe. Die Klage habe nur rund 40 Seiten und wirke oberflächlich, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person. Mehrere Investoren würden deshalb über eine Sammelklage gegen B. Braun nachdenken, sagte ein anderer Insider.

Eine Braun-Sprecherin sagte: „Uns ist nichts bekannt über eine bevorstehende Klage.“ Darüber hinaus wollte sie sich nicht äußern.

Auch ein Sprecher von Rhön-Klinikum äußerte, von dem Vorgang bisher nichts bekannt.

Von

rtr

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