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13.01.2003

08:00 Uhr

Vorsichtig nur bei Personaleinstellung

Dagobert Duck lässt grüßen

VonThomas Knüwer

Trotz der Krise: Fünf US-High-Tech-Riesen gelang es, 2002 einen riesigen Haufen Cash anzusammeln – jeder mit einem eigenen Erfolgsrezept.

Venezuela ist ein schönes Land. Warum also nicht zuschlagen und es sich als Hobby kaufen? Bei 85 Milliarden Dollar lag das Bruttosozialprodukt. Viel? Nicht für Microsoft, Cisco, Intel, Dell und Oracle: Die High-Tech-Riesen hatten zum Jahresende 87 Milliarden Dollar liquider Mittel in der Hand.

Kaum zu glauben angesichts einbrechender Aktienkurse im Jahr 2002: Diese Summe liegt 77 Milliarden höher als im Vorjahr. Statt sich im Selbstmitleid zu suhlen, haben die fünf Riesen die Ärmel hochgekrempelt und konsequent daran gearbeitet, den Cash-Flow zu verbessern.

Ergebnis: Dem Fünferpack – dessen Einnahmen im gleichen Zeitraum um 35 Prozent sanken – geht es besser, als die Anleger wahrhaben wollen. Dass gerade High-Tech-Firmen solche Mengen anhäufen, ist keine große Überraschung. „Schnelle Produktlebenszyklen ermutigen dazu, sich dicke Cash-Polster zuzulegen“, sagt Pip Coburn, Analyst bei UBS Warburg. „So können Unternehmen auch mal einen Zyklus verpassen, ohne ihr Überleben zu riskieren.“

Fragt sich nur: Wohin mit dem Geld. Wie soll Microsoft 40 Milliarden Dollar ausgeben? Oder Cisco 21 Milliarden? „Das Geld gibt uns Flexibilität. Wir können unsere Ausgaben erhöhen, wenn die Verkaufszahlen steigen, wir können aber auch günstig Konkurrenten kaufen, sollte die Krise weitergehen“, meint Intel-Finanzvorstand Andy Bryant. Er hat derzeit rund 11 Milliarden zur Verfügung.

Glücklich über die Dagobert-Duck-artigen Geldberge ist nicht jeder: „Ein Overkill“ kommentiert Analyst Robert Schwartz von der Investmentbank Thomas Weisel das 40 Milliarden-Polster von Microsoft. Das Geld mache leichtsinnig und treibe den Konzern in Projekte mit wenig Aussicht auf große Gewinne, wie Videospiele oder den Onlinedienst MSN.

Andere setzen eher auf Innovationen in angestammten Märkten. So investiert Intel 12 Milliarden Dollar in neue Werke oder in die Modernisierung vorhandener Fabriken, Dell wirft neue Produkte mit Nähe zum Stammgeschäft auf den Markt wie seinen Organizer Axim. Jedes der Unternehmen gibt zumindest ein wenig ab an seine Anteilseigener – durch Rückkäufe eigener Aktien.

Mit einem sind die fünf Cash-Kühe aber vorsichtig: der Einstellung neuen Personals. Nur Microsoft tanzt hier aus der Reihe – mit 5 000 neuen Jobs im laufenden Geschäftsjahr.

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