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30.03.2006

07:00 Uhr

Vorstandschef Wolfgang-Dietrich Hein

Radikaler Schnitt bei IWKA

VonWolfgang Gillmann

Der neue Vorstandschef Wolfgang-Dietrich Hein greift beim Maschinenbauer IWKA durch. Er verlegt den Firmensitz und denkt sogar über einen neuen Namen nach. Wäre das nicht schon schwierig genug, hat er bei all seinem Tun auch noch den streitbaren US-Investor Guy Wyser-Pratte im Nacken sitzen.

IWKA-Chef Wolfgang-Dietrich Hein erläutert am 29.03.2006 die Ergebnisse des Unternehmens. Der Konzern will 2006 wieder auf Wachstumskurs gehen. Foto: dpa

IWKA-Chef Wolfgang-Dietrich Hein erläutert am 29.03.2006 die Ergebnisse des Unternehmens. Der Konzern will 2006 wieder auf Wachstumskurs gehen. Foto: dpa

KARLSRUHE. Er ist keiner der Manager, die sich nach jedem erreichbaren Mikrofon drängen. Wolfgang-Dietrich Hein prüft erst einmal, ob und wie man das Mikrofon des TV-Senders ausschalten kann. „Man muss auch ausschalten können“, sagt er an diesem Mittwochmorgen im Karlsruher Queens-Hotel – und er will die Kontrolle behalten.

Es ist sein erster Auftritt als Chef des Not leidenden Karlsruher Maschinen- und Anlagenbauers IWKA vor der Presse. Von Nervosität ist ihm aber nichts anzumerken. Der Mann mit der randlosen Brille und dem Schnurrbart meistert den Auftritt souverän, lässt auch seine Vorstandskollegen am Tisch zu Wort kommen, aber behält das Heft immer fest in der Hand.

„Die Sanierung eines Unternehmens ist ein 36-Stunden-Job“, kokettiert Hein nach der Veranstaltung im lockeren Gespräch. Aber keine Frage: Hein hat, seit er am 1. September vergangenen Jahres bei der IWKA antrat, kaum einen Stein auf dem anderen gelassen. Wo sein Vorgänger Hans Fahr Verkäufe nur zögerlich einleitete und die Gesellschaften der defizitären Prozesstechnik um die Mannheimer Bopp & Reuther zunächst sanieren wollte, räumte Hein auf.

Den Konzernbereich Prozesstechnik hat er bereits vollständig verkauft. Auch Gesellschaften des Werkzeugmaschinenbaus wie Ex-Cell-o und Boehringer hat er veräußert oder will sie noch in diesem Jahr abstoßen. Dafür nimmt Hein hohe Buchverluste und Sanierungskosten in Kauf. Rund 100 Millionen Euro verbucht er dafür in der Bilanz für 2005. Aus einem Jahresüberschuss von 48,8 Millionen Euro im Vorjahr wird ein Verlust nach Steuern von 147,5 Millionen Euro. Die Dividende für 2005 fällt aus.

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