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05.08.2012

15:56 Uhr

Vorwurf der Verleumdung

Ex-MAN-Vorstand Weinmann zeigt Staatsanwälte an

Anton Weinmann muss sich Mitte August wegen Bestechung vor Gericht verantworten. Noch vorher hat der frühere MAN-Nutzfahrzeugchef aber seinerseits Anzeige erstattet. Er bezichtigt mehrere Staatsanwälte der Verleumdung.

Anton Weinmann war Vorstandschef der MAN Nutzfahrzeuge Gruppe. dpa

Anton Weinmann war Vorstandschef der MAN Nutzfahrzeuge Gruppe.

MünchenDer frühere MAN-Nutzfahrzeugchef Anton Weinmann hat kurz vor dem Beginn des Bestechungsprozesses gegen ihn mehrere Münchner Staatsanwälte angezeigt. Der Ex-Manager werfe den Anklägern Verleumdung vor, sagte eine Sprecherin des Oberlandesgerichts München am Sonntag und bestätigte damit einen Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ/Montag). Der Prozess gegen Weinmann werde aber wie geplant am 16. August vor dem Landgericht München beginnen. Die Anklage wirft dem einstigen Top-Manager vor, Schmiergeldzahlungen in Belgien und Slowenien genehmigt zu haben, um den Verkauf von Lastwagen und Bussen anzukurbeln. Weinmann bestreitet das.

Nach SZ-Informationen hat er mit seinem Anwalt ein Gutachten anfertigen lassen, mit dem er beweisen will, dass die Anklage falsch ist. Da sie unwahre, beleidigende und ehrverletzende Behauptungen enthalte, hätten sich die Verfasser der Anklageschrift wegen Verleumdung strafbar gemacht. Der ehemalige MAN-Vorstand will zudem mit Einsprüchen beim Münchner Verwaltungsgericht verhindern, dass die Justizpressestelle den Kern der Anklage an die Medien gibt, wie dies sonst üblich ist. Weinmann fürchte dadurch eine Vorverurteilung in der Öffentlichkeit.

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Es handelt sich um eine Nachwirkung des drei Jahre alten Korruptionsskandals bei MAN.

Weinmann hatte ab 2005 die wichtigste Sparte des Nutzfahrzeug- und Maschinenbaukonzerns MAN geleitet, seinen Posten nach Aufdeckung der Korruptionsaffäre 2009 jedoch räumen müssen - zusammen mit MAN-Vorstandschef Hakan Samuelsson und anderen Managern. Der Konzern hatte eine Geldbuße von 150 Millionen Euro an die Justizkasse gezahlt. Der frühere Vorstandschef der Turbo-Sparte und der frühere Vertriebsvorstand der Nutzfahrzeugsparte wurden zu Bewährungsstrafen verurteilt. Gegen Samuelsson wird nicht ermittelt. MAN fordert von ihm aber 237 Millionen Euro Schadenersatz. Für den Prozess gegen Weinmann hat das Gericht sechs Verhandlungstage bis 5. September angesetzt.

Von

dpa

Kommentare (3)

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uisi71

05.08.2012, 17:59 Uhr

ich meine es ist doch jedem klar, dass ohne palm oil nichts geht. Jetzt ein Theater machen und jeder spielt den Saubermann, ist reine Verarschung des Lesers.

Mazi

05.08.2012, 22:23 Uhr

Auf der Genseite aber auch. Bis 1998 gab es dazu das sogenannte Konto: nützliche Aufwendungen

Also jetzt bitte beiderseits sauber in der Denke bleiben. Solange die Finanzbehörden dies quasi gegengezeichnet haben und sich die Welt im Ausland nicht verändert hat, sehen ch darin mitsandtest als eine Doppelmoral.

Solange deutsche Finanzbehörde Spionagetätigkeit im Ausland oder den Ankauf von Hehlerware als legitim ansehen, hat die Staatsgwalt in Deutschland kein legitimes Recht moralisch und ethisch diese Doppelmoral durchzusetzen.

Es geht ist nicht darum, Bestechung zu legitimieren. Es geht vielmehr darum, Doppelmoral ebenso anzuprangern und nicht zu tolerieren.

s.vonsaalfeld@aol.com

06.08.2012, 00:18 Uhr

Liebe Leser,

wir sollten stolz sein auf den ersten MAN-Topmanager, der sich die Selbstherrlichkeit der Compliance-Waechter nicht laenger gefallen laesst!

Sowohl die beschuldigten Staatsanwaelte in Muenchen wie auch Compliance-Officer im Muenchner MAN-Unternehmen selbst, sollten sich davor hueten, die Rolle der "Unantastbaren" zu spielen.

Herr Weinmann steht keinesfalls alleine da mit seiner Entruestung ueber die Willkuer der Compliance-Waechter, die ganz offensichtlich zunehmend negativen Einfluss auf die Umsaetze und Ergebnisse von Unternehmen wie MAN haben!

Sven von Saalfeld

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