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08.01.2007

18:05 Uhr

VW-Aufsichtsratschef

Rückenwind für Ferdinand Piëch

Sowohl Großaktionär Porsche als auch der Betriebsrat haben sich für einen Verbleib des umstrittenen Aufsichtsratschefs Ferdinand Piëch an der Spitze des VW-Kontrollgremiums ausgesprochen.

VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch ist nicht unumstritten. Foto: dpa dpa

VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch ist nicht unumstritten. Foto: dpa

HB DETROIT. VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh und Porsche-Vorstandsvorsitzender Wendelin Wiedeking ließen auf der Autoshow in Detroit Zustimmung zu einer weiteren Amtszeit des 69 Jahre alten Piech erkennen. Osterloh und Wiedeking sind Aufsichtsratsmitglieder. Piech müsste sich der VW-Hauptversammlung im April als Kandidat für den Aufsichtsrat stellen, seine fünfjährige Amtszeit als Mitglied läuft aus, wie auch die Amtszeit als Vorsitzender. Auf der Autoshow ging Piech der Frage aus dem Weg, was seine Pläne in dieser Hinsicht sind. Piech besuchte in Detroit die Präsentationen von Audi und Porsche.

Osterloh hatte gesagt, er würde es unterstützen, „wenn die Kapitalseite Piëch wieder zur Wahl zum Aufsichtsratsvorsitzenden aufstellen würde.“ Porsche-Vorstandschef Wiedeking stellte sich ebenfalls hinter Piech: „Ich sehe alles, was mit Herrn Piech zusammenhängt positiv“, sagte Wiedeking am Montag. Später ergänzte er auf die Frage nach einer weiteren Piech-Amtszeit, „es gibt keinen Grund, das Gegenteil zu sagen“. Piech selbst lehnte jede Auskunft ab: „Kein Kommentar“ entgegnete er auf Fragen.

Stimmen des Arbeitnehmerlagers sicher

Osterloh sagte, Piëch könne sich im Fall einer Kandidatur zum obersten VW-Aufseher der Stimmen des Arbeitnehmerlagers sicher sein. „Wenn er vorgeschlagen wird, kriegt er die zehn Stimmen der Arbeitnehmerbank“, sagte Osterloh am Sonntagabend. Wiedeking kündigte an, Porsche werde nach dem 13. Februar seine Entscheidung zur Besetzung des VW-Aufsichtsrates treffen. An dem Tag gibt der EU-Generalanwalt eine Stellungnahme zum VW-Gesetz ab, das dem Land Niedersachsen zwei Plätze im Aufsichtsrat garantiert. Porsche fordert die Abschaffung des Gesetzes.

Der VW-Aufsichtsratsvorsitzende braucht zur Wahl eine Zweidrittelmehrheit oder 14 der 20 Stimmen des Aufsichtsrates. Arbeitgeber und Arbeitnehmer stellen je zehn Mitglieder. Der 69-jährige Piëch ist seit 2002 Aufsichtsratschef, zuvor leitete er den größten Autokonzern Europas zehn Jahre als Vorstandschef.

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