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15.04.2014

15:50 Uhr

Während des Devisenskandals

Währungshandelschef bei Lloyds geht

Angeblich soll der Vorgang nichts mit Ermittlungen zu manipulierten Wechselkursen zu tun haben. Doch auch so erscheint der Abgang des Devisenchefs beim Bankhaus Lloyds pikant, er dürfte einige brisante Kenntnisse haben.

Die Bank schweigt, man äußere sich nicht zu einzelnen Mitarbeitern. Doch auch eine Mauertaktik dürfte Lloyds bei den Ermittlungen gegen mutmaßliche Devisenmanipulation nicht helfen. Reuters

Die Bank schweigt, man äußere sich nicht zu einzelnen Mitarbeitern. Doch auch eine Mauertaktik dürfte Lloyds bei den Ermittlungen gegen mutmaßliche Devisenmanipulation nicht helfen.

LondonMitten im Skandal um mutmaßlich manipulierte Devisenkurse hat Insidern zufolge der Chef des Währungshandels die britische Großbank Lloyds verlassen. Der Abgang von Darren Coote erfolge aus persönlichen Gründen, die nicht im Zusammenhang mit Untersuchungen zu dem Fall stünden, sagten mehrere mit der Sache vertraute Personen am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Coote hat seit Ende 2011 für Lloyds in London gearbeitet. Zuvor war er mehr als ein Jahrzehnt für die Schweizer UBS tätig, eine der dominanten Banken im Devisengeschäft.

Lloyds wollte sich nicht zu den Reuters-Informationen äußern. Es gebe keine Stellungnahme zu einzelnen Mitarbeitern.

Bislang mussten weltweit etwa 30 Devisenhändler bei verschiedenen Instituten ihren Arbeitsplatz räumen, auch Lloyds war betroffen. Etliche Geldhäuser stehen im Verdacht, nicht nur an Referenzzinssätzen wie dem Libor, sondern auch an Devisenkursen geschraubt zu haben. Der Manipulationsskandal wäre ungleich größer. Denn am Devisenmarkt werden täglich etwa 5,3 Billionen Dollar umgesetzt. Die Deutsche Bank ist dabei einer der größten Devisenhändler.

Chronologie der Ermittlungen zu Devisenmarkt-Manipulation

Juni 2013

Britische Regulierungsbehörden starten eine vorläufige Ermittlung wegen des Verdachts der Marktmanipulation auf dem Währungsmarkt. In den folgenden Monaten konkretisiert sich der Verdacht: Wichtige Händler verschiedener Geldhäuser sollen Preisabsprachen vor großen Kundenaufträgen getroffen und die Fixing-Kurse für bestimmte Währungen zu ihren Gunsten beeinflusst haben.

Anfang Oktober 2013

Auch die Schweizer Finanzaufsicht berichtet darüber, mehrere Banken wegen möglicher Verstöße auf dem Devisenmarkt zu überprüfen. Die EU-Kommission steht bereit, bei den Ermittlungen – es geht auch um Kartellvorwürfe – beizuspringen. Am 9. Oktober bestätigt die Royal Bank of Scotland Ermittlungen und übermittelt Kommunikationsaufzeichnungen eines ehemaligen Händlers an die Behörden.

Mitte Oktober 2013

Aus den vorläufigen Ermittlungen der britischen Aufsichtsbehörde FCA wird ein formales Verfahren. In Asien bestätigt die Finanzaufsicht in Hong Kong, ebenfalls einige Banken zu untersuchen.

Ende Oktober 2013

Die Deutsche Bank – Marktführer im Devisenhandel – bestätigt Anfragen der Aufsichtsbehörden. Die Ermittlungen befänden sich in einem frühen Stadium. Auch die Schweizer UBS legt die Prüfung in ihrem Quartalsbericht offen. Am 29. Oktober bestätigt das US-Justizministerium, dass sowohl die Strafverfolgungs- als auch die Kartellabteilung ermitteln.
Ende Oktober wird bekannt, dass die britische Bank Barclays und die Royal Bank of Scotland Händler von der Arbeit beurlaubt haben – ohne Schuldanerkenntnis.

Anfang November 2013

Citigroup und JP Morgan gehören ebenfalls zu den untersuchten Geldhäusern, am 4. November berichtet auch die HSBC offiziell von Behördenanfragen wegen möglicher Regelverstöße beim Devisenhandel. Am 5. November berichten mehrere Medien über millionenschwere Strafzahlungen wegen der Manipulation des Zinssatzes Euribor. Auch Goldman Sachs ist nun Ziel der Ermittlungen.

Januar 2014

Die Deutsche Bank suspendiert mindestens einen Devisenhändler wegen Manipulationsverdachts. Es bestehe der Verdacht, dass er Referenzkurse für Währungen manipuliert habe, berichtet die Tageszeitung „Die Welt“. Der Händler habe in New York gearbeitet und mit argentinischen Pesos gehandelt.

Februar 2014

Die privaten Konten von Händlern stehen bereits im Visier der Ermittler – der Verdacht: Bankmitarbeiter dürften Manipulationen auch zu gewinnträchtigen privaten Geschäften genutzt haben. Jetzt wollen einige Großbanken die internen Regeln für private Transaktionen ihrer Mitarbeiter verschärfen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

15.04.2014, 16:40 Uhr

Wann hat die BaFin was geprüft?

Man hört nichts. Es ist so, als hätte die BaFin nie etwas mit Finanzaufsicht zu tun.

Antanzen lassen und fragen, was sie weiß!

Wenn sie nichts wissen, dann ist klar, was zu tun ist.
Wenn sie's wissen, dann ist auch klar was zu tun ist.

Die BaFin muss dringend unter dem Bundesfinanzministerium raus und dem Verbraucherschutzministerium unterstellt werden.

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