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18.09.2013

10:42 Uhr

Warsteiner

„Die Kunden sind verunsichert“

VonDana Heide

Der Legionellen-Befall im Abwasser von Warsteiner hat Fragen nach der Unbedenklichkeit des Bieres aufgeworfen. Das Unternehmen reagierte sofort und klärte auf. Das Schlimmste konnte so offenbar verhindert werden.

Das Logo der Warsteiner-Brauerei am Produktionsstandort in Warstein: „ Wir können versichern, dass die von uns eingesetzten Rohstoffe bzw. hergestellten Produkte nicht mit Legionellen belastet sind.“ dpa

Das Logo der Warsteiner-Brauerei am Produktionsstandort in Warstein: „Wir können versichern, dass die von uns eingesetzten Rohstoffe bzw. hergestellten Produkte nicht mit Legionellen belastet sind.“

DüsseldorfEs ist wohl der Albtraum eines jeden Nahrungsmittelproduzenten: Potenziell tödliche Bakterien werden mit dem Produkt in Verbindung gebracht. Die Brauerei Warsteiner steckt gerade mittendrin in diesem Alptraum. Seit einigen Wochen kämpft die Stadt Warstein mit Legionellen-Befall. Die Bakterien waren über die Klärbetriebe bis zu einer Firma gelangt, über dessen Kühlanlage sie mit dem Wasserdampf in die Luft gelangten. 165 Menschen erkrankten seit August, zwei von ihnen starben. 

In den letzten Tagen stellten die Behörden fest, dass auch in den Vorkläranlagen der Brauerei Legionellen gefunden worden. Die Suche nach der Verursacherquelle geht jedoch weiter.

Das Bier sei aber nicht befallen, versicherten das NRW-Umweltministerium und die Brauerei. Es werde während der Produktion auf fast 100 Grad erhitzt. Die Bakterien sterben bei über 60 Grad ab.

Dennoch: „Die Kunden im Getränkehandel sind verunsichert“, sagt Sepp Gail vom Verband des Deutschen Getränke-Einzelhandels im Gespräch mit Handelsblatt Online. Einen spürbaren Rückgang im Fachhandel haben die Mitglieder des Verbandes jedoch noch nicht beobachten können. Auch bei der Supermarktkette Rewe stelle man allenfalls „eine gewisse unbegründete Zurückhaltung der Kunden beim Abverkauf von Warsteiner Bier fest“, heißt es von dem Unternehmen. Aber auch Rewe beteuert, dass das Produkt „völlig unbedenklich“ sei. 

Die Fachhändler klären ihrerseits mit Hinweisschildern an den Warsteiner-Kästen über die Unbedenklichkeit der Produkte auf. Die Brauerei selbst hat eine Hotline eingerichtet und verschickt ein Gesundheitszertifikat zu den Produkten. „Wir können versichern, dass die von uns eingesetzten Rohstoffe bzw. hergestellten Produkte nicht mit Legionellen belastet sind“, heißt es darin.

Warsteiner ist auch durch das soziale Netzwerk Facebook und über den Kurznachrichtendienst Twitter mit seinen Kunden in Kontakt getreten. Direkt auf der seiner Homepage informiert das Unternehmen zudem über „Neue Erkenntnisse in der Legionellen-Thematik“. 

Hygiene-Experte kamen inzwischen zu dem Schluss, dass in Vorkläranlagen, in denen Hefe-belastete Abwässer anfallen, Legionellen offenbar besonders gute Bedingungen finden. Bislang sei aber in der Wissenschaft kein Zusammenhang zwischen Brauereien und Legionellen bekannt.

Kommentare (6)

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karma

18.09.2013, 10:53 Uhr

ist ja schrecklich, wie ernährungstechnische Exoten hier immer wieder abgestraft werden.


Die armen Alkoholiker müssen neben den bekannten Risiken, nur auch noch mit Bakterien im Bier rechnen und bald bekommen die Tier-Esser auch wieder die Keule, weil sich die Kreatur an ihren Mördern rächt.

muunoy

18.09.2013, 11:06 Uhr

Als Grund dafür, dass im Bier keine Legionellen sein können, wird eine Erhitzung auf über 60°C genannt. Vielleicht könnte man auch darauf hin weisen, dass in Bier Alkohol und vor allem CO2 enthalten sind. Somit sollten in Bier eigentlich nur anaerobe Bakterien lebensfähig sein. Und anaerobe Bakterien sind normalerweise doch keine Krankheitserreger, weil sie in der aeroben Umwelt des menschlichen Körpers nicht überleben können. Sehe ich da etwas falsch?

Regenwurm

18.09.2013, 11:24 Uhr


Mich verunsichern vielmehr die illegalen Preisabrachen der Bierpreiserhöhungen, die das Kartellamt festgestellt haben will.

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