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15.01.2007

06:59 Uhr

Warum Michael Krammer geht

Kurze Halbwertzeit für E-Plus-Chefs

VonSandra Louven

Dass Michael Krammer den Mobilfunker E-Plus verlässt, ist seit Freitag bekannt. Der Chef gehe „aus persönlichen Gründen“, hieß es vom Unternehmen. Doch das ist nur die halbe Wahrheit.

Krammer kehrt zurück in seine Heimatstadt Wien. Foto: dpa Quelle: dpa

Krammer kehrt zurück in seine Heimatstadt Wien. Foto: dpa

DÜSSELDORF „Es gibt keine gute oder schlechte Strategie, sondern nur eine erfolgreiche oder erfolglose“, sagt E-Plus-Chef Michael Krammer gern. Die Strategie, die er bei dem nach Kunden drittgrößten deutschen Mobilfunknetzbetreiber verfolgt hat, ist sehr erfolgreich: E-Plus wächst derzeit schneller als der Markt und senkt dabei gleichzeitig die Kosten.

Dennoch gibt der 46-Jährige Ende Januar nach nur neun Monaten seinen Posten in Düsseldorf auf. „Aus persönlichen Gründen“, heißt es bei E-Plus. Krammer habe der Belegschaft mitgeteilt, dass er eine bessere Balance zwischen seinem Privat- und seinem Berufsleben anstrebe, sagte ein KPN-Sprecher.

Die Branche ist von diesem plötzlichen Abgang völlig überrascht. Wie das Handelsblatt aus der Führungsspitze von E-Plus erfahren hat, zieht es Krammer aber tatsächlich in erster Linie aus familiären Gründen zurück in seine Heimatstadt Wien. Allzu schwer dürfte ihm die Entscheidung trotzdem nicht gefallen sein: Aus dem Unternehmensumfeld ist zu hören, dass sein Verhältnis zur E-Plus-Muttergesellschaft KPN nicht mehr ungetrübt war. Zwischen Krammer und Stan Miller habe es gewaltig geknirscht, heißt es. Miller ist bei KPN für die Mobilfunktöchter in Deutschland und Belgien zuständig und zudem Chef des Aufsichtsrats von E-Plus.

Miller habe sehr klare Vorstellungen davon, wie Veränderungen bei E-Plus umgesetzt werden sollen. Er gebe sich nicht mit guten Zahlen zufrieden und überlasse seinem Chief Executive Officer (CEO) nur das operative Geschäft. Michael Krammer gilt ebenfalls als starke Persönlichkeit. Zwischen den beiden habe es deshalb häufiger geknallt. KPN sei aber auch mit Krammers Leistung nicht zufrieden gewesen, hört man im Umfeld des Konzerns. Die Mutter habe sich von dem neuen Deutschland-Chef noch höhere Zuwächse erwartet.

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