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11.03.2011

13:55 Uhr

Wegen Übernahme

Hochtief-Manager flüchtet vor ACS

Vor der drohenden Übernahme von Hochtief durch ACS gibt der erste Manager seinen Posten auf. Peter Noe wird den Baukonzern im September verlassen. ACS äußert sich nicht zu dem Personalwechsel.

Ein Logo des Bauunternehmens Hochtief. Quelle: dpa

Ein Logo des Bauunternehmens Hochtief.

Der für die Flughafensparte Concessions und das Asien-Pazifik-Geschäft zuständige Manager Peter Noe verlasse das Essener Unternehmen, teilte Hochtief am Freitag mit. Noe habe von seinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch gemacht, das ihm laut Geschäftsbericht auch den Bezug von mindestens zweieinhalb Jahresgehältern sichert. Das Sonderkündigungsrecht für die Vorstände bei Hochtief wurde wirksam, nachdem Großaktionär ACS die Schwelle von 30 Prozent der Hochtief-Anteile überschritten hatte. Eine ACS-Sprecherin wollte sich nicht zu der Personalie äußern.

Noe, der dem Hochtief-Vorstand seit 2002 angehört, legt sein Vorstandsmandat zum 10. September 2011 nieder. Damit dürfte er in der heißen Phase des angekündigten Verkaufs der Sparte Concessions noch an Bord sein - erste Gebote sollen Finanzkreisen zufolge noch im April eingesammelt werden. Auf die Pläne des Konzerns, sich von dem Bereich mit den Flughafen-Beteiligungen zu trennen, habe Noes Entscheidung keine Auswirkungen, betonte eine Hochtief-Sprecherin. Hochtief hatte angekündigt, die Sparte entweder an die Börse bringen oder an Investoren veräußern zu wollen. In Finanzkreisen hatte es geheißen, mit Vorrang werde ein Verkauf verfolgt. Aber auch die Pläne für einen Börsengang seien noch nicht endgültig vom Tisch.

Hochtief kämpft seit Monaten um seine Unabhängigkeit. ACS hat den Griff um den Essener Konzern jedoch gefestigt und mit einem freiwilligen Übernahmeangebot mehr als 30 Prozent der Aktien eingesammelt. In den kommenden Monaten will der Konzern von Real-Madrid-Chef Florentino Perez auf knapp mehr als 50 Prozent aufstocken. Zuletzt hatte ACS erklärt, der Konzern kontrolliere rund 36 Prozent der Hochtief-Aktien.

Bereits mit diesem Anteil wird ACS voraussichtlich wichtige Weichenstellungen bei Hochtief vornehmen können. Gelegenheit dazu hat der spanische Konzern bei der Hauptversammlung am 12.

Mai, bei der auch die Neuwahl von Aufsichtsräten ansteht. Denn bei Aktionärstreffen sind in der Regel längst nicht alle Stimmrechte vertreten. ACS könnte deshalb seine Anteile nutzen, um Aufsichtsräte auszuwechseln - und dann auch die Besetzung des Vorstands ins Visier zu nehmen. Hochtief-Chef Herbert Lütkestratkötter hatte zuletzt indes die Hoffnung auf eine gütliche Einigung mit den Spaniern geäußert. Der Gesprächsfaden mit ACS sei wieder aufgenommen, hatte er der Nachrichtenagentur Reuters gesagt. „Ich bin zuversichtlich, dass wir mit ACS eine vernünftige Vereinbarung zu Regeln für den künftigen Umgang und das künftige Miteinander festlegen können.“ Eine Investorenvereinbarung bleibe dabei das Ziel. Eine derartige Übereinkunft hatte in der Vergangenheit geholfen, den Übernahmekampf zwischen Schaeffler und Continental zu entschärfen.

Von

rtr

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