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22.12.2014

17:33 Uhr

Wegen Volksverhetzung

Afrikaner zeigen Görlitzer Unternehmer an

Der Görlitzer Unternehmer Winfried Stöcker sorgt mit rassistischen Parolen für Wirbel: Die afrikanische Gemeinde in Deutschland hat Stöcker angezeigt. Er nannte sie „Neger“, die „in jedem Fall“ ihr Recht „missbrauchen“

Ein Flüchtling in Deutschland: Für den Görlitzer Unternehmer Winfried Stöcker ist dieser Mensch ein „Neger“. dpa

Ein Flüchtling in Deutschland: Für den Görlitzer Unternehmer Winfried Stöcker ist dieser Mensch ein „Neger“.

BerlinDer Zentralrat der afrikanischen Gemeinde in Deutschland hat den Görlitzer Unternehmer Winfried Stöcker wegen Volksverhetzung angezeigt. Anlass seien „rassistische“ Äußerungen Stöckers in der „Sächsischen Zeitung“, wie die Organisation am Montag in Berlin mitteilte. Der Medizinprofessor hatte ein Benefizkonzert für Flüchtlinge in einem in seinem Besitz befindlichen Kaufhaus verboten und dies damit begründet, dass Afrikaner, die er an anderer Stelle „Neger“ nennt, „in jedem Fall“ das Asylrecht „missbrauchen“.

Stöcker schrieb zudem in dem per E-Mail geführten und auf der Homepage der Zeitung veröffentlichten Interview, er „würde die Afrikaner, die ungebeten übers Mittelmeer zu uns gelangen, sofort wieder nach Hause schicken, dann lassen die nächsten solche gefährlichen Bootstouren bleiben, und keiner ertrinkt mehr“.

Weiter schrieb Stöcker: „Vor 20 Jahren haben sich in Ruanda die Neger millionenfach abgeschlachtet. Hätten wir die alle bei uns aufnehmen sollen?“ Der Zentralrat sieht darin eine Verunglimpfung von mehr als einer Milliarde Afrikaner und erstattete Anzeige.

Der Unternehmer äußerte sich in dem Interview auch über „die Türken“, die für ihn arbeiten. Sie hätten „kein Recht, sich in Deutschland festzusetzen und darauf hinzuarbeiten, uns zu verdrängen„. Er wolle nicht, „dass uns am Ende Deutschland weggenommen wird“. Stöckers Äußerungen waren Görlitz in Politik, Kirchengemeinden und bei Bürgern auf massive Kritik gestoßen.

Von

afp

Kommentare (4)

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Herr Paul Mueller

22.12.2014, 18:00 Uhr

"...er „würde die Afrikaner, die ungebeten übers Mittelmeer zu uns gelangen, sofort wieder nach Hause schicken, dann lassen die nächsten solche gefährlichen Bootstouren bleiben, und keiner ertrinkt mehr“..."

Das klingt 1:1 wie die Parolen vom australischem Premier Abbott - dem besten Freund von Erika und Obama.

Account gelöscht!

22.12.2014, 19:09 Uhr

Noch wurde kein Australier als Fremdenhasser verunglimpft, native, nonative oder Zugereister, farbig oder nicht.

Verantwortlich sind stets die, welche die Verhältnisse sich politisch so entwickeln lassen, daß es zu unhaltbaren Zuständen kommen kann.

Herr Florian Forstmaier

22.12.2014, 19:16 Uhr

Sein gutes Recht. Er muss ja nun auch kein Benefizkonzert in seinem Kaufhaus dulden! Er könnte etwas differenzierter argumentieren, aber ich denke das ist alles vom Grundrecht auf Meinungsfreiheit gedeckt.

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