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15.05.2012

11:31 Uhr

Weich aber wichtig

Wie Sie Arbeitgeber von Ihren Soft Skills überzeugen

Kommunikativ, teamfähig, belastbar: Soft Skills haben bei Firmen einen hohen Stellenwert und fehlen in keiner Ausschreibung. Für Bewerber sind sie schwer fassbar. Aber kein Grund zur Panik – was Personalern wichtig ist.

In der Rubrik „Karriere Tipp“ widmet sich Handelsblatt Online wöchentlich Themen rund um Beruf, Büro und Bewerbung. CAEPSELE

In der Rubrik „Karriere Tipp“ widmet sich Handelsblatt Online wöchentlich Themen rund um Beruf, Büro und Bewerbung.

KölnMichael hat gerade sein Maschinenbau-Studium erfolgreich abgeschlossen und steckt nun mitten in der Bewerbungsphase. Sein Ziel: Ein Job mit Führungsposition. Drei Vorstellungsgespräche hat er schon hinter sich gebracht und jedes Mal die gleiche Aufforderung gehört: „Nennen Sie doch mal ihre Stärken und Schwächen“. Für seine schlechten Noten in der Schule hat sich der 33-Jährige inzwischen eine passende Geschichte zurechtgelegt: „Das rechtfertige ich damit, dass der einzige Sinn im Lernen für mich nur darin bestand, das Abitur überhaupt zu bestehen“, erzählt er und macht so aus einer Schwäche eine Stärke.

Dass Michael dann im Studium Bestnoten hatte, erklärt er damit, dass er einen konkreten Berufswunsch hatte und dadurch viel stärker motiviert war. Damit hat Michael eigentlich alles richtig gemacht, denn dem Personaler gegenüber geht es weniger um konkrete Stärken und Schwächen, sondern um ein souveränes Auftreten und das Selbstbild, das der Bewerber von sich hat – in erster Linie das Selbstvertrauen.

Tipps und Tricks zu Soft Skills

Authentizität

Ratgeber gibt es wie Sand am Meer - lassen Sie sich davon nicht verrückt machen. Die kennen die Personalchefs genauso. Vertrauen Sie stattdessen auf sich selbst und auf das, was in anderen Berufen auch schon geklappt hat.

Recherche

Überlegen Sie sich im Vorfeld gut, was tatsächlich in einer Position gefordert wird. Vielleicht entscheiden Sie sich dann selbst schon gegen eine bestimmte Stelle.

Ehrlichkeit

Überlegen Sie deshalb genau: Bringe ich die Kompetenzen wirklich mit? Rede ich zum Beispiel tatsächlich gerne mit Kunden? Oder reizt mich nur der Name eines bestimmten Unternehmens?

Ruhe

Bleiben Sie trotz Stress und Anspannung im Bewerbungsmarathon ruhig und verkrampfen Sie sich nicht. Zeigen Sie, wie Sie wirklich sind. Dann wissen beide Seiten, worauf sie sich einlassen.

Nachfragen

Nicht nur Bewerber stehen in der Bringschuld, sondern auch die Unternehmen. Fragen Sie im Vorstellungsgespräch genau, welche Kompetenzen bei einer Stelle gefragt sind und welche Werte im Unternehmen sonst noch wichtig sind.

Stellenausschreibungen

Nicht immer steht in Stellenausschreibungen, was wirklich gefordert ist. Viele Unternehmen verwenden einige Begriffe immer wieder, weil sie einfach gut klingen. Auch da sollten sich Bewerber gut informieren, um für sich selbst die passende Stelle zu finden.

Eindruck

Bewerber müssen natürlich nicht jede Schwäche gestehen. Sie dürfen sich also selbst ruhig in ein gutes Licht rücken – und für vermeintliche Brüche oder Schwachstellen plausible Erklärungen finden.

Ob Einfühlungsvermögen, Teamfähigkeit, Mitgefühl oder das hohe Maß an Kundenorientierung: Diese „weichen Fähigkeiten“ wünschen sich Unternehmen von ihren Bewerbern in jeder Stellenanzeige und die Liste kann noch unendlich weitergeführt werden. Dabei handelt es sich um all die Charaktereigenschaften, die sich über Noten oder andere Leistungskriterien nur schwer fassen lassen. Sie sind quasi der emotionale IQ eines Menschen und extrem wichtig, wenn es darum geht, bei einer Bewerbung den nächsten Arbeitgeber von sich zu überzeugen.

Gut geblufft ist halb gewonnen

In einem Vorstellungsgespräch sollten deswegen wohl nur die wenigsten zugeben, dass sie in manchen Punkten passen müssen und sich im Berufsalltag lieber allein mit einem Projekt beschäftigen als im Team. Stattdessen sollten sich Bewerber unbedingt ein paar gute Floskeln überlegen, um in einer kniffligen Situation überzeugend reagieren zu können.

Karriere: Generation Y erobert den Arbeitsmarkt

Karriere

Generation Y erobert den Arbeitsmarkt

Die nach 1980 Geborenen besiedeln nun den Arbeitsmarkt. Allerdings haben sie andere Vorstellungen vom Berufsalltag. Gut gebildet, offen und selbstdenkend wollen sie alte Muster aufbrechen und sich selbst verwirklichen.

Im Bewerbungsgespräch ist gut geblufft also schon halb gewonnen. Wer aber auch im Assessment Center überzeugen möchte, der muss wirklich Soft Skills und nicht nur gute Phrasen besitzen. Deshalb bitten viele Unternehmen ihre Bewerber zum Rollenspiel: „Ich lasse mir zeigen, worüber ich im Vorstellungsgespräch nur spreche“, sagt Anika Borchardt, Wirtschaftspsychologin bei der Personalentwicklungsberatung Profil M in Wermelskirchen, die Assessment Center für Unternehmen durchführt.

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